Kurt Faller aus Brugg macht keinen Hehl aus seinem Unmut: «Ich bin sicher nicht der Einzige, der sich belästigt fühlt», ist er überzeugt. Und fügt an: «An Rücksichtslosigkeit sind die SBB nicht zu übertreffen.»

Der Grund für den Ärger: «Wir Anwohner der Eisenbahnbrücke in Brugg-Umiken leiden seit Monaten unter dem unsäglichen Baumaschinen-Lärm der SBB.» Er habe den Eindruck, so Faller weiter, die SBB reinigten den Schotter ihres ganzen Schienennetzes auf der Brücke.

Und weil die Tätigkeiten nicht nur am Tag, sondern auch in der Nacht ausgeführt würden, sei schlafen – vor allem bei offenem Fenster – leider unmöglich.

Dass die SBB ihr Schienennetz unterhalten müssen, steht für den genervten Anwohner ausser Diskussion: Aber: «Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese lauten Arbeiten über Wochen in der Nacht auf der Brücke stattfinden müssen.»

Abschlussarbeiten ab Oktober

Der Grund für den Lärm: Die SBB haben auf der ganzen Strecke zwischen Schinznach-Dorf bis Brugg Nord – also bis zum Brückenende – die beiden Gleise ersetzt. «Voraussichtlich ab Mitte Oktober werden die Abschlussarbeiten am Gleisbett vorgenommen», erklärt SBB-Mediensprecher Daniele Pallecchi. «Danach sind die Tätigkeiten am Oberbau abgeschlossen.»

Über die Pläne und Absichten wurden die Anwohner laut Pallecchi regelmässig schriftlich ins Bild gesetzt. «Uns ist sehr wichtig, über den Baufortschritt und allfällige Lärmemissionen zu informieren.»

Dazu gehöre auch die Bekanntgabe einer Telefonnummer, an die man sich bei Reklamationen wenden könne. «Bei den SBB steht immer eine Ansprechperson zur Verfügung. Das wurde auch entlang der Strecke Schinznach-Dorf und Brugg Nord so gehandhabt», fährt der Mediensprecher fort. Für ihn steht fest: «Anrufer wissen, dass die SBB unkompliziert und kulant handeln.»

Zwar betrafen die Arbeiten die Strecke erst ab dem Brückenende und die Mitarbeiter vor Ort versuchten, so Pallecchi, die Emissionen «selbstverständlich» generell so gering wie möglich zu halten.

Es sei jedoch möglich, dass der gut 400 Meter lange Bauzug, eine eigentliche Fabrik auf Rädern, die Brücke bei Rangierarbeiten befuhr. «Aus sicherheitstechnischen und betrieblichen Gründen muss und musste teilweise auch in der Nacht gearbeitet werden.»

Rund zehn Reklamationen

Für die ganze Strecke zwischen Schinznach-Dorf bis Brugg Nord gingen, so der Mediensprecher weiter, rund zehn Reklamationen ein. «Gemäss Rückmeldung unserer Verantwortlichen war das Verständnis nach einem persönlichen Kontakt aber gross.»

Grundsätzlich weist Pallecchi darauf hin, dass die SBB das meistbefahrene Bahnnetz der Welt unterhalten. «Im vergangenen Jahr verkehrten pro Hauptgleis und Tag durchschnittlich 97 Züge.»

Was intensiv genutzt werde, müsse auch gepflegt werden. «2013 investieren die SBB über 1 Milliarde Franken in die Erneuerung des Schienennetzes. Dazu kommen jährlich Unterhaltsarbeiten im Umfang von mehr als 500 Millionen Franken.»