«Können wir den Pokal jetzt eigentlich behalten? Wir haben ihn ja schon oft genug gewonnen», hörte man den Brugger Michael Iten bei der Verleihung der Trophäe der Schweizer-Team-Meisterschaft im Judo rufen. Und er scheint nicht untertrieben zu haben. Zum sechsten Mal in Folge geht der Pokal nach Brugg und zum zehnten Mal insgesamt.

Die Aargauer konnten sich in Murten deutlich mit 12:2 sowohl im Halb- als auch im Final durchsetzen. Die Brugger zeigten eine starke und klare Vorstellung und liessen ihren Gegnern kaum Hoffnungen, dass die Judohochburg Brugg fallen würde. «Wir haben einen sehr guten Zusammenhalt im Team und geben im Training einfach alles. Für dies werden wir belohnt», erklärt sich Trainer Daniel Kistler den Erfolg seiner Truppe. Patrick Moser, der in der Kategorie über 100 Kilogramm startet, sieht dies auch so: «Diese Erfolge sind für uns als Verein eine Bestätigung, dass wir alles richtig machen und so weiterfahren müssen.»

Keine Nachwuchsprobleme

Trotz der beiden klaren Resultate hat Kistler aber auch Lob für die Gegner übrig: «Regensdorf zeigte eine starke Leistung und hatte gute Verstärkungen aus Deutschland und Holland. Wir wollten sie einfach nicht unterschätzen und dies machten wir zum Glück auch nicht.» Doch wie kann man sich überhaupt noch motivieren, wenn man kaum Konkurrenz hat im schweizerischen Wettbewerb? «Rund die Hälfte unserer Mannschaft will sich auch im internationalen Geschäft durchsetzen. Deshalb liegt der Fokus auch auf dem Einzel, aber wir verlangen von jedem Mitglied vollen Einsatz für das Team und diesen Effort haben wir hier auch gezeigt und deshalb verdient gewonnen», meint der Hüne des Teams, Patrick Moser. Für die Zukunft sorge man bei Brugg auch, wie Kistler erzählt: «Wir haben sehr viele und starke Junioren, welche mehrere Schweizer Meistertitel feiern konnten.» Es scheint, dass die Aargauer Dominanz im Judo längerfristig gesichert ist und die Hochburg nicht zu stürzen ist.

Tolle Kulisse und Familienfest

Eine mitreissende Stimmung herrschte in der Halle in Murten. Die Fans fieberten mit den Judokas auf den Matten mit. Immer wieder hörte man auf den Rängen Aufschreie, Jubel oder Pfiffe, wenn die Spannung überschwappte oder sich Kontrahenten durch unfaire Mittel einen Vorteil herauszuholen versuchten. Speziell beim Romand-Duell zwischen Morges und Romont im kleinen Finale der Männer gab es bei den Fans kein halten mehr. Auch der mitgereiste Brugger Anhang feuerte seine Helden an und unterstützte sie lautstark. Und am Ende feierten die Helden aus Brugg nicht nur sich selber, sondern auch noch Jörg Wenzinger, den Trainer der zweiten Mannschaft, der Geburtstag hatte. Ein gelungenes Familienfest der Brugger Judokas im Kanton Freiburg.