Brugg

Gleich neun Kandidaten treten im September zu den Stadtratswahlen an

Zwei bisherige und sieben neue Kandidierende: Das Karussell um einen der fünf Stadtratssitze beginnt sich zu drehen. Schon jetzt ist ein zweiter Wahlgang so gut wie sicher.

Bei den letzten Gesamterneuerungswahlen vor vier Jahren waren es noch acht Kandidierende. Für die kommenden Stadtratswahlen für die Amtsperiode 2014–17 am 22. September haben sich gleich neun Kandierende termingerecht angemeldet. Diese Ausgangslage verspricht einen spannenden Wahlherbst.

Denn: Im März kündeten Vizeammann Martin Wehrli von der CVP sowie die beiden Stadträte Dorina Jerosch von der FDP und Christoph Brun von den Grünen an, dass sie auf eine Wiederwahl verzichten werden (die az berichtete). Wieder antreten werden Stadtammann Daniel Moser von der FDP und Stadträtin Andrea Metzler von der SP, welche neu auch als Vizeammann kandidiert.

Jüngster Kandidat ist 34 Jahre alt

Bereits seit Monaten in den Startlöchern ist der jüngste Kandidat. Der 34-jährige Reto Wettstein liess sich zusammen mit Stadtammann Daniel Moser auf dem Zweierticket der FDP aufstellen. Wettstein ist diplomierter Wirtschaftsinformatiker und diplomierter Handelslehrer. Er arbeitet als Unternehmer im Bereich digitaler Marketingdienstleistungen. Seit 2006 ist Wettstein Mitglied des Einwohnerrats, seit 2010 ist er zusätzlich Mitglied der städtischen Finanzkommission und seit 2012 präsidiert er die FDP der Stadt Brugg.

Die SP will mit dem 62-jährigen Willi Däpp den frei werdenden Sitz der Grünen erben. Die Grüne Partei konnte keinen Kandidaten aus den eigenen Reihen nominieren. Noch vor vier Jahren wurde Däpp gegen seinen Willen als Kandidat ins Spiel gebracht. Auf ihn entfielen damals 266 Stimmen.

Däpp ist Lehrer an den Kantonsschulen in Baden und Wettingen sowie an der Fachhochschule Nordwestschweiz. Er kann auf eine 12-jährige Tätigkeit im Einwohnerrat zurückblicken, welchen er 2010 und 2011 präsidierte.

Die CVP möchte mit dem 60-jährigen Leo Geissmann in Martin Wehrlis Fussstapfen treten. Geissmann gehört dem Einwohnerrat seit 27 Jahren an und präsidierte ihn in den Jahren 1994 und 1995.

SVP tritt zum zweiten Mal an

Die SVP steigt zum zweiten Mal ins Rennen um einen Stadtratssitz. Thomas Wymann verpasste vor fünf Jahren das absolute Mehr um nur gerade 99 Stimmen. Jetzt will er es nochmals wissen und tritt erneut für die SVP an.

Auch für den Grünliberalen Markus Lang ist der Wahlkampf keine neue Erfahrung. Der 51-Jährige verpasste vor vier Jahren das absolute Mehr um 253 Stimmen.

Ohne Parteiunterstützung

Ohne den Rückhalt einer Partei ist Urs Holliger unterwegs. Er stand dem Einwohnerrat in den Jahren 2008 und 2009 vor. Holliger bringt breite Erfahrung im Bankenwesen mit und engagiert sich seit 2006 in einer schweizerischen Stiftung für nachhaltige Entwicklung. Sein Anliegen ist es, «Impulsprogramme zu definieren» und ins Standortmarketing zu investieren.

Lange Zeit sah es so aus, als ob sich nur Männer für einen vakanten Sitz im Stadtrat interessierten. Fast in letzter Minute meldete Esther Hunziker ihre Kandidatur im Namen der überparteilichen Plattform «frauenbrugg» an. «Keine Partei hat eine neue Frau vorgeschlagen», so Hunziker zu ihrer Motivation. «Den Stadtrat mit zwei Frauen zu besetzen, sollte auch in der Stadt Brugg möglich sein.» Die 53-jährige Mutter eines Sohnes hat einen Abschluss als Sozialversicherungsfachfrau und ist in der Administration und Geschäftsführung einer Personalvorsorgestiftung tätig.

Zweiter Wahlgang zu erwarten

2009 schafften alle fünf Mitglieder den Sprung in die Exekutive auf Anhieb. Dieses Mal aber ist die Ausgangslage noch anspruchsvoller: Kaum vorstellbar, dass erneut alle fünf Sitze im ersten Wahlgang besetzt werden können. Noch sind es erst einzelne Kandidaten, welche auf Plakaten auf sich aufmerksam machen. Das dürfte sich bald ändern. Denn: Es wird auf jede Stimme ankommen. Eine Podiumsdiskussion bietet Gelegenheit, die Kandidierenden, persönlich kennen zu lernen.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1