«Peng» und die Standortkampagne Mettauertal startet. Gemeindepräsident Peter Weber und René Utiger, Geschäftsführer der Werbeagentur Megura AG, schütteln die Champagnerflaschen, lassen die Korken knallen und schiessen mit den Fontänen auf das grossflächige Werbesujet, das seit kurzer Zeit auf einem Postauto zu sehen ist.

Das Werbemotiv ist eines von dreien, mit denen die Gemeinde in den nächsten Jahren ihren Bekanntheitsgrad steigern will, um Einwohner nach Mettauertal zu locken. «Auffallend bis provokativ, aber immer mit dem Charme der ländlichen Idylle der Gemeinde verbunden», beschreibt Utiger die einzelnen Motive, die seine Werbeagentur im letzten Jahr entworfen hat. Die Kernbotschaft der Sujets: Im Mettauertal läuft alles ein bisschen anders. So werden aus mehrheitlich negativ verwendeten Schlagworten positive Eigenschaften – ganz à la Mettauertal – gemacht.

Drei Sujets, drei Botschaften

Zum Sujet «Burnout à la Mettauertal» sagt Weber: «Klar ist es heikel, für Betroffene zuweilen auch anstössig, damit zu werben. Das Ziel ist es jedoch, eine grosse Aufmerksamkeit zu erzielen. Zudem besetzen wir den Begriff mit positiven Eigenschaften.» Denn die Botschaft, die das Sujet mit dem rauchenden Kohlenmeiler vermitteln soll, liegt auf der Hand: Hier brennt niemand aus. So werden Traditionen hochgehalten und dem Geselligen wird im Ort ein hoher Stellenwert beigemessen.

Auf einem anderen Sujet wirbt die Gemeinde mit glücklichen Kindern auf einem Spielplatz und dem Slogan «Playstation à la Mettauertal: «Die weitläufige Natur und die vielen Freizeitmöglichkeiten bieten für junge Leute und Junggebliebene eine Abwechslung zur digitalen Welt», erklärt Utiger. Die Botschaft des Sujets «Rushhour à la Mettauertal», auf dem grasende Kühe zu sehen sind (siehe Bild), beschreibt der Gemeindeammann humoristisch: «Bei uns gibt es keinen Stau – höchstens, wenn die Kühe auf die Weide geschickt werden.»

Neben drei Bussen, gibt es derzeit noch Postkarten und Roll-ups, die als Kommunikationsmittel für die einzelnen Sujets dienen. Die Postautos werden vermehrt im Raum Brugg zu sehen sein, weil es dort mit der neuen Fachhochschule Brugg-Windisch grosses Potenzial gibt. «Weitere Massnahmen für den Transport unserer Werbebotschaften sind in Planung. Diese müssen aber wohl überlegt sein», sagt Weber, da man schliesslich nicht das komplette Budget von 150 000 Franken auf einen Schlag ausgeben will. Denkbar ist auch, sagt Weber, dass einzelne Sujets bald auf einigen Autos der Einwohner des Ortes zu sehen sein werden, sofern sich dafür Freiwillige finden.

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt

Weber, der die Werbekampagne als aussergewöhnlich bezeichnet, macht den Erfolg des Projektes unter anderem von der Anzahl der Neuzuzüger abhängig. Neben der Steigerung des Bekanntheitsgrades soll weiter der Anreiz für Bauinvestoren sowie die Identifikation der Einwohner mit ihrem Heimatort gesteigert werden. Der Frage, ob nicht auch ohne diese Werbemassnahmen neue Einwohner den Weg in die Gemeinde finden würde, entgegnet er mit einem Zitat des Automobilherstellers Henry Ford: «50 Prozent bei der Werbung sind immer rausgeworfen. Man weiss aber nicht, welche Hälfte das ist.» So könne ein Gemeinderat entweder dasitzen und abwarten – oder tätig werden und etwas wagen.