Titus Meier (FDP) kann im Wahlkampf um das Amt als Stadtammann auf die Unterstützung des Gewerbevereins Zentrum Brugg zählen – nicht unbedingt finanziell, aber zumindest ideell. Das hat Präsident Dietrich Berger an einer Medienkonferenz gestern Morgen bekannt gegeben.
Im Juni hatte der Gewerbeverein ein Wunschprofil für das Stadtammann-Amt erstellt und bekannt gegeben, dass er sich für die Wahlen ein breites Kandidatenfeld wünscht.

Im Juli bekräftigte der Gewerbeverein diesen Wunsch erneut, unabhängig von den Kandidierenden, die sich bis anhin gemeldet hatten (Titus Meier, Barbara Horlacher und Richard Fischer). «In der Folge suchten wir auch das Gespräch mit potenziellen Kandidaten», sagt Berger an der Medienkonferenz. «Letztlich konnte sich aber niemand für eine Kandidatur durchringen.» Es müsse einem schon bewusst sein, dass jemand, der dieses Amt innehat, sein ganzes Leben dafür umkrempelt. Wer die potenziellen Kandidaten waren, will Berger nicht verraten.

Fragebogen schriftlich beantwortet

Nach dem Anmeldeschluss am 11. August schickte Zentrum Brugg den Kandidierenden einen Bogen zu mit Fragen zu Themen, die beschäftigen. Diese konnten die Kandidierenden schriftlich beantworten. Im Anschluss führte eine Gruppe des Gewerbevereins mit jedem Kandidaten eine Fragestunde durch. «Dadurch konnten wir uns ein gutes Bild machen», sagt Berger.

Im Fragebogen ging es unter anderem um eine Fusion von Brugg und Windisch, um die Weiterentwicklung des Campus Brugg-Windisch, um die Fussgänger- und Veloverbindung Mausloch zwischen Brugg und Windisch oder auch um das Entwicklungspotenzial für die Industrie und das Gewerbe.

Mit wertfreier Haltung in die Hearings

Berger betont, dass Zentrum Brugg mit einer wertfreien Haltung in die Hearings eingestiegen ist und man nicht auf die Partei geschaut hat. Es hätten zudem alle Kandidierenden in gewissen Bereichen die Gruppe überzeugt. «Jedoch lag der Fokus vor allem auf der Haltung gegenüber dem Gewerbe, daher fiel die Wahl auf Titus Meier», erläutert Berger. Meier habe im Gespräch hohe Sachkompetenz gezeigt und mit seiner Vernetzung in politischen Kreisen als Grossrat und sowie als langjähriger Politiker überzeugt. «Titus Meier hat konkrete Vorstellungen und Visionen, wie er die Stadt weiterbringen möchte», so Berger.

In seiner Antwort zur Problematik «Mausloch» schreibt Meier beispielsweise: «Es müssen alternative Optionen untersucht werden. Es ist für mich fraglich, ob die Verbindung zwischen Brugg und Windisch zwingend unterirdisch verlaufen muss. Warum nicht eine grosszügige Überführung, eine Brücke zwischen Brugg und Windisch, realisieren?»

Im Gegensatz dazu meinte Richard Fischer (parteilos) zur gleichen Thematik, dass die bisher vom Stadtrat erfolglos geführten Verhandlungen mit Nachdruck weitergeführt und die Bevölkerung regelmässig darüber informiert werden müsse.

Und Barbara Horlacher (Grüne) schreibt: «Die Problematik Campuspassage hat sich mit der Unterführung Mitte entschärft. In Anbetracht der hohen Kosten hat eine Verbreiterung des ‹Mauslochs› nicht erste Priorität. Sicher ist die Thematik aber im Zusammenhang mit der Aufwertung Bahnhofplatz/Neumarkt wieder anzugehen.»

Die Linken gehen leer aus

Nebst Titus Meier unterstützt Zentrum Brugg auch die Vizeammann-Kandidatur von Leo Geissmann (CVP) sowie die Stadtrats-Kandidaturen von Richard Fischer und Reto Wettstein (FDP). Zur Frage, warum die Linken – Barbara Horlacher, Andrea Metzler (SP) und Willi Däpp (SP) – nicht überzeugen konnten, antwortet Berger nur vage. Er sagt: «Wir wollten unser Ticket auch nicht zu breit machen.»

Zu Fischer meint er: «Wir hatten den Eindruck, dass er als Querdenker dem Stadtrats-Gremium guttun würde. Er ist einer, der die Dinge hinterfragt.» Man habe ihn zudem als Macher wahrgenommen. Gewählt wird in der Stadt Brugg am 24. September der Stadtrat, der Stadtammann und der Vizeammann. Die Einwohnerratswahlen folgen am 26. November.