Brugg

Gesprächsbereitschaft ist weiterhin da: Für die Stadt ist der Effingerhof ein möglicher Bibliotheksstandort

Netwerch schlägt als vertikale Vernetzung einen Lichthof vor.

Netwerch schlägt als vertikale Vernetzung einen Lichthof vor.

Ein Grundsatzentscheid für öffentliche Nutzung soll bis Ende Jahr fallen. Je nachdem beginnt in der Folge der politische Prozess.

Sie haben den Schweizer Pavillon für die Expo 2015 in Mailand entworfen und kürzlich den Studienauftrag zum Umbau des Effingerhofs am Rand der Altstadt gewonnen: Die Rede ist vom Architekturbüro Netwerch, das kürzlich von Brugg nach Windisch umgezogen ist.

Der innere Hof, die klare ­Adressierung mit den Gebäudezugängen (Treppe und Rampe von der Storchengasse her) sowie die Idee der subtilen Fassadeneingriffe mit unterschiedlichen Farbapplikationen nach Bauetappen führen für das Beurteilungsgremium zu einem stimmigen Ensemble.

Damit könne die Altstadt adäquat aufgewertet werden. «Während des rund eineinhalbjährigen Partizipationsprozesses war es uns erlaubt zu träumen», sagt Amos Kornfeld von der Eigentümerin Cadima Real Estate AG aus Villnachern anlässlich der Vernissage zur Ausstellung über die drei beteiligten Teams für geladene Gäste. «Wir haben Höhen und Tiefen erlebt.» Jetzt gehe es darum, den Umbau schrittweise – zuerst mit Wohnungen – zu realisieren. Das Ziel sei, bald eine erste Eröffnung zu feiern.

«Ein lebendiger Ort, der für alle Leute interessant ist»

Daniel Christen von der Netwerch AG spricht von einer komplexen Aufgabe und einem Ort mit einer grossen Geschichte, den jeder Brugger kennt. Es soll ein lebendiger Ort entstehen, der für die Bewohner wie für die Leute aus der Stadt Brugg und der Region interessant ist. Auch Christens Geschäftspartner Noah Baumgartner sieht in diesem zentralen Projekt einer privaten Bauherrschaft eine grosse Chance. Er bezeichnet den Effingerhof als Bindeglied zwischen Altstadt und neuerem Stadtteil, das sich nicht nur nach aussen, sondern durch den Lichthof auch vertikal im Innern öffnet. «Hier müsste die Stadtbibliothek ihren neuen Standort haben», sagt Baumgartner. Das würde zu einer regelmässigen und über den Tag verteilten Frequentierung beitragen.

Laut Vizeammann und Kulturminister Leo Geissmann (CVP) habe man vor wenigen Tagen den Fahrplan festgelegt, wie man bis Ende Jahr zu einem Grundsatzentscheid komme, ob man die Stadtbibliothek Brugg vom Zimmermannhaus ins Erdgeschoss des Effingerhof verlege. Je nach Resultat beginne danach der politische Prozess.

Temporäre Nutzung statt Zwischennutzung

Projektleiter Walter Tschudin begrüsst es, dass die Stadt in Sachen Bibliothek nach wie vor gesprächsbereit ist. Inzwischen spreche man nicht mehr bloss von einer limitierten Zwischennutzung, sondern einer temporären Nutzung für mehrere Jahre. Architekt Tschudin wird die Familie Kornfeld im Prozess Umnutzung Effingerhof weiterhin begleiten. Weil es aber seinen zeitlichen Rahmen sprengen würde, übernimmt neu Werner Huber von Riniken die Rolle als Bauherrenberater.

Amos Kornfeld dankt allen Beteiligten für die wertvollen Kontakte, die er während des öffentlichen Partizipationsprozesses und des anschliessenden Studienauftrags knüpfen konnte. Die Ausmarchung sei knapp, aber einstimmig erfolgt.

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