Windisch/Lupfig

Geschlossen und doch offen: So werden alle Fleischwünsche erfüllt

Während der Coronakrise wird der Verkaufsraum der Zentrum-Metzg als Arbeitsfläche genutzt.

Während der Coronakrise wird der Verkaufsraum der Zentrum-Metzg als Arbeitsfläche genutzt.

Metzgereien in der Region Brugg setzen für Auslieferungen auf Kurzarbeiter und Taxis.

Emsiges Treiben herrscht in der Zentrum-Metzg in Windisch. Dies, obwohl das Ladenlokal seit dem 19. März aufgrund der Vorgaben des Bundes bezüglich der Personenzahl pro Quadratmeter geschlossen ist. Die Metzgerei hat eine Gesamtfläche von 130 Quadratmetern und jeweils 12 bis 13 Mitarbeiter im Einsatz. Entsprechend dürfen keine Kunden im Laden bedient werden. Der Spezialist für Biofleisch musste wegen Corona umdisponieren.

Bedient werden die Kunden durch die Eingangstüre. Vor dem Laden steht ein Tisch mit einer Angebotsliste. Der Kunde kann vor dem Laden warten, bis die Bestellung gerichtet ist, oder er lässt sich die Waren nach Hause liefern. In der näheren Umgebung fallen dabei keine Lieferkosten an. «Ich will kein Gemüsehändler werden», sagt Inhaber Hansruedi Meier. Dennoch hat er jetzt in der Coronakrise auch Gemüse und Früchte im Angebot. Andere Produkte des täglichen Bedarfs können bei der Zentrum-Metzg ebenso bestellt werden. «Kürzlich bestellte jemand Rasierschaum bei uns. Einmal für ihn, einmal für sie. Auch das haben wir organisiert», sagt Meier schmunzelnd.

Das ganze Team macht derzeit Überstunden

Entgegen seinen Befürchtungen wurde der neue Lieferdienst von seinen Kunden sehr gut angenommen. Es habe einerseits Risikopatienten darunter, aber auch Familien mit Kindern und Menschen, die im Homeoffice arbeiten. Auch Firmen, deren Kantinen derzeit geschlossen sind, liessen sich Mahlzeiten von der Zentrum-Metzg liefern. Die Auslieferung erfolgt einerseits durch die eigenen drei Chauffeure, andererseits haben sich auch Freiwillige gemeldet, die derzeit in Kurzarbeit sind und etwas tun möchten. So waren bis vor einer Woche eine Coiffeuse und eine Podologin für die Lieferungen im Einsatz.

Der mit 35 bis 40% für die Zentrum-Metzg sehr wichtige Gastro- und Cateringbereich ist mit der Krise komplett weggefallen. Der Verlust konnte allerdings durch Mehrbestellungen von Detaillisten wieder wettgemacht werden. Die Metzgerei beliefert rund 100 Bioläden im ganzen Land.

Taxifahrer springen für die Post in die Bresche

Derzeit macht das gesamte Team Überstunden. «12-Stunden-Tage sind die Regel», sagt Meier. Das Bestellvolumen nahm gar derart zu, dass Meier kurzzeitig zwei weitere Mitarbeiter einstellen konnte. Ex­trem sei es in der Osterwoche gewesen, wo teilweise bis halb fünf Uhr morgens gearbeitet werden musste. «Aber unsere Kunden verlassen sich auf uns.»

Geschäftsführer Hansruedi Kyburz von der Online-Metzgerei Meat4you in Lupfig hat ebenfalls alle Hände voll zu tun. Weil die Post mit dem Zustellen der Pakete nicht mehr nachkommt, springen Taxifahrer von Your­mile sowie Kurierdienste in die Bresche. Kunden aus der Region können die Fleischbestellung auch in Lupfig abholen. (pbr/cm)

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