Die Schreinerei Spicher in Brugg hat sich nicht nur mit ihren bequemen Möbeln und funktionalen Küchen einen Namen gemacht, sondern auch mit dem Standort in der ehemaligen Pflästerlifabrik an der Aarauerstrasse. Im grosszügigen Showroom im Obergeschoss sitzen an diesem Montagnachmittag Markus und Silvia Spicher sowie Samuel Blaser und seine Lebenspartnerin Rebecca Ringger auf Tischsofas am Holztisch und geben Auskunft über den Generationenwechsel. Denn der 27-jährige, ehemalige Lehrling Samuel Blaser übernimmt ab 1. Januar den Betrieb mit allen 22 Mitarbeitern. Markus Spicher wird Blaser noch während zweier Jahre als Festangestellter bei der Übernahme begleiten.

«Ich bin sehr glücklich, dass wir die Nachfolgeregelung so früh angegangen sind. Samuel Blaser bringt alles mit, was wir uns gewünscht haben», sagt der 57-jährige Geschäftsinhaber.

Schon als Schüler hatte sich Blaser mit dem Ölen von Vario-Stuhlgestellen im Spicher-Keller einen Zustupf an sein Sackgeld verdient. Später beendete er seine Lehre als Schreiner bei Spicher. Nach einiger Zeit in der Produktion und auf dem Bau bildete er sich parallel zur Anstellung als Projektleiter zum Technischen Kaufmann weiter. Der Entscheid, die Schreinerei zu übernehmen, ist in den letzten vier Jahren gereift. Blasers gleichaltrige Lebenspartnerin wird sich künftig in ihrer eigenen Treuhandfirma in Birr zusätzlich um die Finanz- und Lohnbuchhaltung der Schreinerei Spicher kümmern.

Die Mitarbeiter haben mit Applaus auf die Bekanntgabe des neuen Geschäftsinhabers reagiert, sagt Spicher. Offiziell gefeiert wird die Übergabe am letzten April-Wochenende mit zwei Tagen der offenen Tür. Samuel Blaser wird an diesem Anlass auch seine neuste Möbel-Kreation vorstellen.

Individuelle Arbeiten sind gefragt

Grundsätzlich werde sich am Angebot der Schreinerei Spicher nichts ändern, sagt Blaser. Der Betrieb lebt vor allem vom Küchenbau und von individuellen Schreinerarbeiten. Der Privatkundenbereich macht 60 Prozent der Arbeiten aus, 40 Prozent läuft über Architekten. So stammt etwa das Mobiliar in der Kantonsbibliothek Aarau von der Schreinerei Spicher.

Angefangen hatte Markus Spicher im April 1981 – gleich nach dem Lehrabschluss – als Einmannbetrieb in einer Werkstatt unter dem Restaurant Römerturm in der Brugger Altstadt. Mit den kreativen Ideen und der Zuverlässigkeit hat sich der Betrieb einen Namen gemacht. Der Kauf der Pflästerlifabrik im Jahr 2001, die im Besitz der Familie Spicher verbleibt, bedeutete ein Quantensprung für die Produktion und den Verkauf.