An der Spitze des Medizinischen Zentrum Brugg (MZB) kommt es zu einer überraschenden Veränderung. Geschäftsleiterin Sandra Kunz-Weingart hat auf eigenen Wunsch gekündigt. Die Suche nach einer Nachfolge – auf Februar 2019 oder nach Vereinbarung – ist angelaufen.

Die heute 36-jährige Sandra Kunz-Weingart trat ihre Stelle als Geschäftsleiterin im Herbst 2015 an. Vor kurzem ist sie Mutter geworden. Leider sei das MZB noch nicht bereit für eine junge Mutter als Geschäftsleiterin in einem Teilzeitpensum von 70 Prozent, nennt sie den Grund für ihre Kündigung.

Dieser Schritt falle ihr alles andere als leicht, hält sie fest. Denn die Funktion als Geschäftsleiterin habe sie immer mit voller Leidenschaft und Begeisterung ausgeführt. Mitarbeitende und Belegärzte hätten ihr gegenüber ihre Wertschätzung ausgedrückt und ihre Kündigung mit Bedauern aufgenommen. Für die Zukunft, antwortet Sandra Kunz-Weingart auf die Frage nach ihren beruflichen Plänen, komme für sie nur ein Arbeitgeber infrage, der Müttern die Chance gebe, Familie und Beruf zu vereinbaren.

Suche nach Nachfolge ist schwierig

Die Nachfolge, weiss die scheidende Geschäftsleiterin, sollte Erfahrung im Gesundheitswesen mitbringen, insbesondere im Tarifwesen. Auch sollte sie über vertiefte Kenntnisse der gesetzlichen Grundlagen verfügen. «Aufgrund des aktuellen Wandels im Aargauischen Gesundheitswesens wäre zudem ein gutes Netzwerk von Vorteil», fügt sie an.

Diesen Aussagen pflichtet Verwaltungsratspräsident Otto H. Suhner bei. Wesentlich bei sämtlichen Stellen an der Spitze eines Unternehmens – ob gross oder klein – seien letztlich die Führungs- und Sozialkompetenz, hebt er hervor. Ideal wäre, wenn diese ergänzt würden durch die nötige Fachkompetenz, im Fall des MZB also im ambulanten Operationsbereich, in der Pflege oder in der Administration.

Eine geeignete Nachfolge zu finden, da macht sich Suhner keine Illusionen, sei nicht einfach. Das MZB sei eine kleine, schlagkräftige Organisation – und wolle eine solche bleiben. Will heissen: Ein Bewerber für diese herausfordernde und verantwortungsvolle Stelle müsse nicht nur grosse Flexibilität, sondern auch Einsatzbereitschaft und Macherqualitäten mitbringen.

Der Entscheid wird bedauert

Die Kündigung von Sandra Kunz-Weingart bedaure er ausserordentlich, betont Verwaltungsratspräsident Suhner. Er habe immer sehr gerne mit ihr zusammengearbeitet, sie habe ihre Aufgabe hervorragend gemeistert. Zudem gehe mit ihrem Weggang viel Wissen und Erfahrung verloren. Aber da sich ihre Situation als frisch gebackene Mutter verändert habe, sei eine Lagebeurteilung vorgenommen worden – und Sandra Kunz-Weingart habe sich für eine Neuorientierung entschieden. Froh sei er, ergänzt Suhner, dass die Geschäftsleiterin dem MZB noch eine Weile mit vollem Engagement erhalten bleibe. Die Kündigungsfrist beträgt sechs Monate.

Konsequenzen für das Medizinische Zentrum Brugg, antwortet Suhner auf die entsprechende Frage, habe der Wechsel nicht, weder für die Patienten, die Mitarbeitenden noch die Organisation. Bei dieser seien vor rund einem halben Jahr erfolgreich Anpassungen vorgenommen worden. Durch das erfahrene Kader sei das MZB auf mehreren Säulen breit abgestützt. «Auf diesem eingeschlagenen Weg wollen wir weiterfahren.»

Laut Stelleninserat, das in diesen Tagen erschien, ist die neue Führungskraft verantwortlich für die Gesamtleitung, Positionierung und Entwicklung sowie das Medizin- und Finanzcontrolling des MZB. Neben fundierten Kenntnissen im Gesundheitswesen sind eine betriebswirtschaftliche Ausbildung und mehrjährige Führungserfahrung gefragt.