Brugg

Geschäftsführerin verlässt per Ende August den Gemeindeverband Soziale Dienstleistungen Region Brugg

Geschäftsführerin Gabriela Oeschger spricht am Anlass im Januar im Brugger Salzhaus über die Verbandstätigkeit.

Geschäftsführerin Gabriela Oeschger spricht am Anlass im Januar im Brugger Salzhaus über die Verbandstätigkeit.

Gabriela Oeschger verlässt den Gemeindeverband Soziale Dienstleistungen Region Brugg sowie beruflich den Kanton Aargau. Die Nachfolge ist noch nicht geklärt.

«Werft das Handtuch nicht und kämpft weiter!» Nach dieser Aufforderung im Brugger Salzhaus überreichte FDP-Stadtrat Reto Wettstein am 22. Januar dieses Jahres Geschäftsführerin Gabriela Oeschger vom Gemeindeverband Soziale Dienstleistungen Region Brugg rote Boxhandschuhe und ein weisses Schweisstuch. Wettstein war der erste Präsident des im Jahr 2016 gegründeten Verbands, der damals 24 Gemeinden aus dem Bezirk Brugg abdeckte. Hier sind die drei Bereiche Kindes- und Erwachsenenschutzdienst (KESD), Jugend- und Familienberatung sowie Mütter und Väterberatung zusammengefasst. Am Anlass im Januar unter dem Motto «Die Segel sind gehisst!» feierte sich der Verband selbst.

Jetzt hat sich die 58-jährige Geschäftsführerin Gabriela Oeschger entschieden, den Gemeindeverband zu verlassen. Am Freitag hat der Vorstand ihre Kündigung per Ende August erhalten. Als Grund gibt Oeschger an, dass es Zeit sei, zu neuen Ufern aufzubrechen: «Ich werde den Kanton Aargau beruflich verlassen, der Kindes- und Erwachsenenschutz wird mir jedoch erhalten bleiben.» Wo ihre nächste berufliche Station sein wird, verrät sie der AZ nicht.

Verfahren ist noch hängig am Verwaltungsgericht

Oeschgers Kündigung kommt für Christian Bolt, Vizepräsident ad interim und Windischer Vertreter im Vorstand, nicht überraschend. «In der Entwicklung einer Organisation kann es ein Schritt sein, der wichtig ist. Sei es für die Person selber und/oder für die Organisation», so Bolt. Die Personalrekrutierung für ihre Nachfolge wird in den nächsten Tagen aufgegleist.

Unlösbare Blockaden und Vertrauensverlust innerhalb des Vorstands führten im letzten Herbst zum Eklat. Präsidentin Marianne Möckli (Villnachern) und Vizepräsidentin Beatrice Bürgi (Riniken) verliessen den Verbandsvorstand umgehend. Zudem wurde bekannt, dass vor dem Verwaltungsgericht ein Verfahren wegen gebilligten fortgesetzten und übergriffigen Verhaltens der Geschäftsführerin gegen eine leitende Mitarbeitende hängig ist, das in einer missbräuchlichen Kündigung und Freistellung gemündet haben soll. Dieser Gerichtsfall ist noch nicht entschieden.

Bolt bezeichnet den Gemeindeverband als stabil und auf gutem Weg. Zur Ausarbeitung der Leistungsvereinbarung KESD sei ein intensiver Prozess mit den Gemeinden am Laufen. Für die Neuwahl in den Vorstand werden der Abgeordnetenversammlung Daniela Cipolat (Villigen) und Günter Marz (Thalheim) vorgeschlagen.

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