Auf der Urnenfeldanlage des Friedhofs Brugg wird es langsam eng; die vor gut zehn Jahren eingeweihte Anlage mit 320 Kleinurnenfeldern wird voraussichtlich im Herbst 2011 belegt sein. Jetzt werden die Urnenfeldanlagen erweitert und das Gemeinschaftsgrab wird neu gestaltet.

Die Arbeiten haben mit der Grabräumung Ende Februar begonnen. Mitte nächste Woche werden die neuen Urnengräber erstellt, zwei Felder auf beiden Seiten des bestehenden Urnenfeldes. So soll die Symme-trie gewahrt bleiben; ein wichtiges Merkmal des Friedhofs Brugg.

480 neue Grabstellen

Die Urnenfelder werden mit niederen Betonmauern eingefasst und mit Erde aufgefüllt, so die Ausführungen des Stadtrats. Begrünt werden sie mit Naturrasen und Einzelbäumen. Mit 15 Inschriftplatten pro Feldseite ergeben sich 240 Grabstellen pro Urnenfeldbereich. Für beide Bereiche ergibt sich eine Gesamtzahl von 480 Grabstellen. Das entspricht einer theoretischen Belegung von rund zwölf Jahren. Die neuen Urnenfelder sollen voraussichtlich im April fertiggestellt werden.

Ebenfalls im April umgestaltet wird das Gemeinschaftsgrab. Diese Art der Bestattung gewinnt zusehends an Bedeutung. «Das Gemeinschaftsgrab wird gerade darum gewählt, weil es einen anonymen und bewusst schlichten Ort darstellt», schreibt der Stadtrat. Doch weder die Lage noch die Platzverhältnisse sind derzeit ideal.

Das Gemeinschaftsgrab soll neu auf der Nordostseite des Pavillons errichtet werden. «Das heutige Gemeinschaftsgrab bleibt noch ein paar Jahre bestehen», sagt Stefan Zinniker vom Brugger Stadtbauamt.

Als schlichte Gestaltung des neuen Gemeinschaftsgrabes soll die Stahlskulptur «Hermes» der Künstlerin Gillian White auf dem Gemeinschaftsgrab aufgestellt werden.
White ist in den Schlussarbeiten, das Errichten der Plastik ist in der ersten Hälfte April geplant.

Grabgebühren für Baukosten

Die Arbeiten an der Urnenfeldanlage und am Gemeinschaftsgrab werden so koordiniert, dass die Friedhofanlage und die Grabruhe so wenig wie möglich gestört werden. Aus Rücksichtnahme werden beispielsweise die Arbeiten während Beerdigungen unterbrochen.

Die Kosten für das gesamte Projekt belaufen sich auf rund 589000 Franken. Der Einwohnerrat hat dem Baukredit an der Sitzung vom
10. September zugestimmt. Die Kosten sollen zum Teil aus den Grabgebühren finanziert werden: Die Grabgebühr für ein Urnenfeld sowie den Unterhalt für 25 Jahre beläuft sich auf 5000 Franken für Einheimische und 7000 Franken für Auswärtige. Die Bestattung im Gemeinschaftsgrab ist für Einheimische kostenlos, Auswärtigen werden eine Gebühr von 100 Franken sowie der Bestattungsaufwand verrechnet.

Die neuen Urnenfelder und das Gemeinschaftsgrab werden voraussichtlich nach der Sommerflorbepflanzung Mitte Juni eingeweiht. Bevor die neuen Urnenfeldanlagen belegt werden, werden aber erst die alten Grabstellen vollständig vergeben. «Es ist wichtig, die Stellen chronologisch zu belegen», sagt Zinniker. Sonst werde es kompliziert, wenn die Gräber nach der Grabruhe geräumt werden müssen.