Habsburg

Gesamtschule will auch mit auswärtigen Kindern ihr Überleben sichern

Der 2013 eingeweihte Spielplatz neben der Schule Habsburg ist für die Kinder ein Magnet. EF.

Der 2013 eingeweihte Spielplatz neben der Schule Habsburg ist für die Kinder ein Magnet. EF.

Dank exzellentem Lernklima externe Schüler gewinnen: Mit diesem Rezept will die Schule in Habsburg längerfristig sicherstellen, dass sie auch in Zukunft besteht. Es ist noch nicht lange her, da stand die Schliessung im Raum.

«Ois gits!» verkündet die Gesamtschule Habsburg stolz und ein bisschen keck auf ihrer Internetseite. Nicht nur dort. Das Logo «DIE Schule Habsburg – ois gits!» ist mittlerweile weit verbreitet.

Es soll auffallen – und tut es. Das ist wichtig, denn die kleine Gesamtschule muss sich vermehrt in der Öffentlichkeit präsentieren, um sich längerfristig behaupten zu können.

Ein Rückblick: Die Gesamtschule Habsburg war bis vor kurzem mit 10 Schülerinnen und Schülern von der Schliessung bedroht. Die Schülerzahl drohte weiter abzusacken, weshalb die Schule an den Regierungsrat gelangte und ihn um eine Spezialbewilligung bat. Diese wurde ihr gewährt: Die Schule Habsburg darf weiter bestehen und hat heute 12 Schülerinnen und Schüler (1. bis 5. Primarklasse) – ab kommendem Schuljahr dann 16.

Friede, Freude, Eierkuchen? Ja, aber nicht nur: «Solange der Zu- oder Wegzug eines Kindes einen Zuwachs respektive eine Einbusse von 5 Prozent ausmacht, können wir nicht sicher sein mit dem Fortbestand der Schule», betont Schulleiter Beat Troller.

In rund vier Jahren sähen die Tendenzen zwar so aus, dass sich der Schülerbestand um 20 einpendle. «Mithin», so Troller, «haben wir Platz für drei bis fünf auswärtige Kinder. Und das ab Schuljahr 2014/15.»

«Wir leben Schule gemeinsam»

Deswegen macht sich die Gesamtschule Habsburg stark für externe Kinder. Nimmt sie Auswärtige auf, müssen deren Eltern dafür allerdings, wie vom Kanton vorgeschrieben, Schulgeld berappen. Viel? Noch ist die Höhe nicht bekannt, doch Troller winkt ab: «Dieses Schuldgeld ist deutlich tiefer als jene Kosten, die beim Besuch einer Privatschule anfallen würden.» Gleichwohl: Weshalb soll ein externes Kind überhaupt die Gesamtschule Habsburg besuchen?

Troller muss nicht lange überlegen: «Bei uns herrscht ein exzellentes Lernklima für jedes Kind.» Was heisst das in der Praxis? Der Schulleiter verweist auf das altersdurchmischte Lernen sowie auf das Thema Natur, das Teil des Unterrichts sei.

«Wir sind auch im Projekt ‹Schule bewegt› des Bundesamts für Sport, Baspo, dabei und leben ‹Mut tut gut›. Wir leben Schule gemeinsam», zählt Troller auf und bringt das Erwähnte so auf den Punkt: «Kopf, Herz und Hand – ergänzt mit Integration in ein soziales Gefüge und der Entwicklung von Lebenskompetenzen.»

Cornelia Heinemann vom Verein Tagesstrukturen Habsburg nickt und fügt sogleich hinzu: «Habsburg bietet eine Schule mit Blockzeiten und schulergänzender Tagesstruktur, was vielfältige Familienmodelle ermöglicht.»

Zurück zu den Gründen für die Aufnahme externer Kinder. Troller führt auch die «Sicherheit für die Lehrpersonen» an: «Ihre Stellen sollen in den kommenden Jahren noch verfügbar sein.»

Wichtig sei selbstverständlich auch die Sicherung der Qualität. Diese kann laut Troller aber bloss dann gehalten werden, wenn in Ruhe gearbeitet werden könne. «Unsicherheiten im Hinblick auf den Arbeitsplatz sind ein Killer im Prozess.» Das für den Schulleiter «ideale, individuelle Lernen in Habsburg» könne auch anderen Kindern zugutekommen. Anders gesagt: «Ohne Schule stirbt das Dorf.»

Entwicklung zur Tagesschule

Cornelia Heinemann erwähnt die Tagesstrukturen, die unlängst vom Verein Tagesstrukturen lanciert wurden. Die Gesamtschule Habsburg will die Zusammenarbeit mit diesem Verein intensivieren, um die Schülerzahlen zu erhöhen und damit zum Erhalt der Schule beizutragen. «Dank diesem Verein», so Schulleiter Beat Troller, «sind wir in der Lage, unsere Schule in Richtung Tagesschule entwickeln.» Konkret? «Wir können bei entsprechender Nachfrage Mittagstisch, Randstundenbetreuung, Aufgabenhilfe und Ferienaktivitäten anbieten.»

Werden schon bald maximal fünf externe Kinder in die Gesamtschule aufgenommen, wird sich die Gruppe zwischen 20 und 25 Schülerinnen und Schülern einpendeln – «und das – basierend auf unserem heutigen Wissens – über die nächsten sechs bis sieben Jahre», so Beat Troller: «Da kann viel passieren. Eine Familie mit vier Kindern zieht nach Habsburg; eine Familie mit vier Kindern zieht aus Habsburg weg.»

Aber: «Unsere scheinbare Schwäche ist unsere Stärke. Das Kleine schafft Platz für Individualität.» Die lernfreundliche Atmosphäre sei ein hohes Gut, das die Schule nicht aufs Spiel setzen wolle. Deswegen erfolgt die Aufnahme eines externen Kindes über mehrere Stufen: Etwa Elterngespräche und Schnupperwoche. All dies, damit die Gesamtschule Habsburg langfristig überleben und weiter keck verkünden kann: «Ois gits!»

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