Vindonissa

Germanen gegen Römer: «Ich hatte Angst»

Beim römischen Heerlager im Legionärspfad Windisch wurde am Wochenende gekämpft: Es war ein Spass für Gross und Klein.

«Wollt ihr Waffen oder nicht?», fragt der Ausbildner die angehenden, jungen Legionäre anlässlich des römischen Heerlagers im Legionärspfad Windisch. «Waffen», ertönt es laut und unisono von den Jungen und Mädchen, die sich am Wochenende dieses Spektakel im Legionärspfad in Windisch nicht entgehen lassen. Und so dürfen sie sich denn mit einem Schild und einem Speer ausrüsten. Die angehenden Soldaten werden in Sachen Disziplin und Kampfgeist gedrillt, bevor sie dann nach bestandener Prüfung an der Schlacht gegen die Germanen (Eltern) teilnehmen dürfen.

Die angehenden Legionäre in Aktion

Die angehenden Legionäre in Aktion

Nebst den Kämpfen, unter anderem mit berittenen Kelten gegen die römischen Legionäre, konnten die Kinder Münzen prägen, Brot backen und Schwerter basteln. 

Mit Taktik zum Sieg

Derweil die germanischen Barbaren vor allem durch Geschrei und unkoordiniertes Verhalten auf sich aufmerksam machen, bestechen die grossen Legionäre – im Schlepptau mit den frischgebackenen Jungsoldaten – durch ein streng koordiniertes Auftreten. So erstaunt denn nicht, wer am Schluss siegreich aus der Schlacht zieht – die Römer selbstverständlich. Dem siebenjährigen Matthias hats Spass gemacht, das Marschieren im Gleichschritt und das Kämpfen natürlich. Er war denn auch, passend zum Tag, in ein mit der Mutter selbst gefertigtes Gewand gekleidet.

Römisches Heerlager auf dem Legionärspfad in Windisch

Römisches Heerlager auf dem Legionärspfad in Windisch

Dem sechsjährigen Luca hats auch gefallen, seinem kleinen Bruder Noé weniger: «Ich hatte Angst.» Keine Angst hingegen hatte Cécile Steiner aus Mülligen, die mit ihrer Familie das römische Heerlager besuchte. «Ich finde es interessant, zu sehen, wie diese Kämpfe früher ausgetragen wurden und welches Handwerk gepflegt wurde.»

Nebst den Kämpfen, unter anderem mit berittenen Kelten gegen die römischen Legionäre, konnten die Kinder Münzen prägen, Brot backen und Schwerter basteln. An verschiedenen Ständen wurde altes Handwerk vorgeführt, etwa von Hartmut Frey. Der Schuhmacher, dessen Familie dieses Handwerk seit 200 Jahren ausführt, zeigte den Besuchern, wie man früher die Schuhe fertigte. Unter anderem wurden Nägel in die Sohle getrieben, zum Schutz der Ledersohle, als Profil und auch zu orthopädischen Zwecken.

Nicht minder spannend all das Getöpferte, aus Horn und Zahn Gefertigte, der Schmuck, die Leinenstoffe, die Wolle und die Kettenhemden. Letztere geschaffen von Christian Zürrer, der für ein Hemd 43 000 Ringe in 400 Arbeitsstunden verarbeitete. Und wer wollte, konnte an einer Grabungsführung teilnehmen oder gar einen Sklaven erstehen – selbstverständlich ohne wirklichen Kaufabschluss. Ein gelungener Anlass, nicht nur für die kleinen Besucher.

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