Heftiger Gegenwind

«Geri Müller ist für die Schulleiterposition ungeeignet» – Komitee sammelt 650 Unterschriften

Miro Barp und Peter Haudenschild.

Miro Barp und Peter Haudenschild.

Trotz der grossen Anzahl gesammelter Unterschriften wird das Komitee die Petition nicht überreichen. Der Brugger Einwohnerrat Miro Barp spricht aber nach dem Sammeln der Signaturen von einem schlechten Zeichen für Bildung und Erziehung. Und was sagt Geri Müller? Vorerst einmal gar nichts.

Dass der 2017 nicht wieder gewählte Badener Stadtammann per 1. August in einem Teilzeitpensum Schulleiter im Brugger Primarschulhaus Bodenacker werden soll, ist mittlerweile zum Stadtgespräch geworden. Die Meinungen dazu gehen weit auseinander. Vor zwei Wochen hat das bürgerliche Komitee «Schulleiterwahl überprüfen!» eine Unterschriftensammlung lanciert. Mit dieser Petition soll der ehemalige Grünen-Nationalrat aufgefordert werden, von seiner neuen Stelle zurückzutreten. Das Co-Präsidium des Komitees haben die Brugger Einwohnerräte Miro Barp (SVP) und Peter Haudenschild (FDP) inne. Weitere Mitglieder sind der frühere Einwohnerratspräsident Stefan Baumann und Thomas Salm (beide SVP).

Gestern Mittwochmittag gab das Komitee bekannt, dass über 650 Bürger und Bürgerinnen, darunter Lehrpersonen, Väter und Mütter, Unternehmer, Politikerinnen und namhafte Persönlichkeiten aus Brugg, die Petition unterschrieben haben. Überreicht werden die Bögen aber niemandem. Der AZ gewährt das Co-Präsidium aber Einsichtnahme. Der grösste Teil der Unterzeichnenden stammt aus Brugg und Umiken, einige aus Schinznach-Bad, Windisch, Birr und Staufen. Viele – insbesondere im Westquartier – hätten die Petition gerne unterschrieben, taten es aber aus Angst vor Repressionen nicht, sagt Miro Barp. Er spricht von einem schlechten Zeichen für Bildung und Erziehung.

Aussprache am runden Tisch mit allen Beteiligten

In einer Medienmitteilung zitiert das Komitee den langjährigen Schulratspräsidenten des Bezirks Brugg René Müller: «Geri Müller ist für die Schulleiterposition ungeeignet.» Ein ehemaliges Mitglied desselben Schulrates findet eine Petition zwar den falschen Weg, ist aber der Ansicht, Geri Müller solle sich mit Selbstkritik zurückziehen. Das Komitee ist sich bewusst, dass Entscheide der Schulpflege abschliessend sind und keine Einsprachemöglichkeit besteht. «Allein Herr Müller kann zurücktreten und die Schulpflege kann dem zustimmen», hält das Komitee fest. Als Vorgesetzter von Lehrkräften und Kontaktperson für Eltern werde Geri Müller nicht breit als Vorbild akzeptiert werden. Er integriere nicht, sondern spalte.

Das bürgerliche Komitee konnte Geri Müller nicht auffinden. «Wir haben ihn über vier Kanäle zu einem Feedback aufgefordert», hält das Komitee fest und fragt: «Ist die Gesprächsverweigerung Ausdruck der Sozialkompetenz, die er als Schulleiter pflegen würde?» Miro Barp könnte sich für eine einvernehmliche Lösung auch einen runden Tisch mit allen Beteiligten vorstellen. Grundsätzlich würde man dem 59-jährigen Müller und der Schulpflege auch Einsicht in die Unterschriftenbögen gewähren, ergänzt Peter Haudenschild. Die AZ hat Geri Müller gut erreicht. Der Badener wollte zum heftigen Gegenwind aus Brugg jedoch nichts sagen.

Heftiger Gegenwind für Geri Müller.

Heftiger Gegenwind für Geri Müller.

Schulleiterausbildung dauert zweieinhalb Jahre

Schulpflegepräsident Martin Gobeli (FDP) verweist, da ihn das Resultat der Petition nicht erreicht hat, auf seine früheren Äusserungen zur Stellenbesetzung mit Geri Müller. Gobeli ergänzt nur, dass die Absolvierung der Schulleiterausbildung eine Auflage für die Anstellung war. Eine Anmeldung für die Ausbildung sei ab Oktober 2020 möglich. Müller sei bereits vorgemerkt. Die Schulleiterausbildung dauert zweieinhalb Jahre und beinhaltet 27 Präsenztage.

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