Brugg

Geplante Pflästerung stösst auf Kritik: Bleibt die Aarebrücke asphaltiert?

Die Neugestaltung der Vorstadt ist seit Jahren ein Thema in Brugg. Am vorgesehenen Bodenbelag im Bereich der alten Aarebrücke, eine Pflästerung, schieden sich die Geister im Einwohnerrat.

Die Neugestaltung der Vorstadt ist seit Jahren ein Thema in Brugg. Am vorgesehenen Bodenbelag im Bereich der alten Aarebrücke, eine Pflästerung, schieden sich die Geister im Einwohnerrat.

Der geplante Bodenbelag im Bereich der alten Aarebrücke sorgt für Diskussion – der Brugger Stadtrat prüft nun Alternativen.

Das Projekt «Vorstadt und Baslerstich» hat zu einer langen und intensiven Debatte geführt im Brugger Einwohnerrat. Die Sitzung am vorletzten Freitag dürfte eine der lebhaftesten und turbulentesten gewesen sein in jüngster Vergangenheit.

Inzwischen haben sich die Gemüter beruhigt, konnten die Beteiligten den Kopf lüften. Fakt ist: Zwei Teilprojekte sind unter Dach und Fach. Angenommen wurden sowohl der Kredit von 130 000 Franken für die Abdichtung der Aarebrücke als auch der Kredit von 2,09 Mio. Franken für den Ausbau des Baslerstichs für den Fuss- und Radverkehr sowie den öffentlichen Verkehr und die Gestaltungselemente.

Zurückgewiesen wurde dagegen der Kredit von 770 000 Franken für den Ausbau der Kantonsstrasse. Vor allem am geplanten Bodenbelag im Bereich der alten Aarebrücke schieden sich die Geister. Die Pflästerung, so die Meinung einer Mehrheit, sei nicht geeignet für betagte Personen oder für Menschen mit einer Behinderung.

Auch der Kanton ist beteiligt

Ganz überraschend kamen die diversen Wortmeldungen an der Einwohnerratssitzung nicht für Stadtammann Barbara Horlacher, wie sie jetzt auf Nachfrage festhält. Schon im Vorfeld seien da und dort kritische Stimmen laut geworden. «Wir mussten damit rechnen, dass es Diskussionen geben wird.»

Der Stadtrat sei nun gefordert, die verschiedenen Möglichkeiten abzuklären. Welche tatsächlich infrage kommen, kann sie noch nicht beurteilen. Ob die Fläche statt mit einer Pflästerung komplett mit einem Asphaltbelag versehen werden könne, wie es im Einwohnerrat vorgeschlagen wurde, oder ob es Alternativen gebe, müsse samt Kostenfolgen sauber aufgezeigt werden. Die Ausgangslage sei nicht einfach, fasst Barbara Horlacher zusammen und verweist auf die zahlreichen weiteren Anregungen aus dem Einwohnerrat. «Wir müssen schauen, wie wir mit den unterschiedlichen Bedürfnissen umgehen können.»

Bei diesem komplexen Vorhaben gelte es neben dem Bereich Behindertengerechtigkeit auch die ästhetischen und denkmalpflegerischen Aspekte zu berücksichtigen. Nicht zu vergessen sei ebenfalls, gibt Barbara Horlacher zu bedenken, dass der Kanton ein Wörtchen mitzureden habe, denn es handle sich nicht um ein rein städtisches Projekt.

«Wir werden zusammen mit dem Kanton verschiedene Varianten prüfen und dann das weitere Vorgehen festlegen», führt Barbara Horlacher aus. Über den Zeitrahmen kann sie – noch – keine Prognose abgeben. «Es hängt davon ab, wie aufwendig die Abklärungen sind, wer einbezogen werden muss und wie sich die weitere Bearbeitung gestaltet.» Die Qualität sei wichtiger als der Zeitpunkt, betont sie, versichert aber: «Der Stadtrat ist bestrebt, das Geschäft sobald wie möglich dem Einwohnerrat vorzulegen.»

Das Projekt war lange sistiert

Die Sanierung mit der Neugestaltung der Vorstadt – als bedeutender, historischer Altstadtteil – hat eine längere Vorgeschichte. Schon 2003 forderte Beat Ganz (CVP) mit einer Motion eine städtebauliche Verbesserung. Unter der Federführung des kantonalen Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) wurde ein Vorprojekt erarbeitet. 2011 unterbreitete der Kanton dem Stadtrat ein Bauprojekt zur Genehmigung. Dieses wurde allerdings aus finanzpolitischen Überlegungen zurückgestellt. 2015 beantragte der Stadtrat die Wiederaufnahme der Planungen.

Vor der Einwohnerratssitzung meldete sich auch die Anwohnergruppe IG Baslerstich zu Wort. Sie begrüsste zwar die geplante Gestaltung des Strassenraums – samt Trottoir in Richtung Herrenmatt oder Radstreifen bergaufwärts. Aber: Mit der Einführung von Tempo 30, zeigte sich die IG Baslerstich überzeugt, könne das Vorhaben deutlich aufgewertet werden.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1