Seit der Eröffnung des Alters- und Pflegeheims im Oktober 1994 in Lupfig, führt der Altersheimverein Eigenamt im Auftrag seiner Mitglieder und Trägergemeinden (Birr, Birrhard und Lupfig) die Pflegeinstitution. Vor drei Jahren sorgten die mit einer Umstrukturierung im Haus Eigenamt verbundenden acht Freistellungen für Schlagzeilen. Den Gekündigten gab dann der neue Geschäftsführer Hanspeter Müller zwar nochmals eine Chance, doch mittlerweile haben sie das Haus Eigenamt wieder verlassen.

Nun soll das Pflegeheim auch eine zeitgemässe Rechtsform bekommen. Nachdem Philip Funk, Notar bei Voser Rechtsanwälte Baden, den Mitgliedern an der ordentlichen Generalversammlung Ende März erklärt hatte, warum sich der Vereinsvorstand für eine Aktiengesellschaft entschieden hatte, fand nun am Mittwochabend eine ausserordentliche Generalversammlung zum «Projekt Umstrukturierung des Altersheimvereins» statt. Anwesend in der Lupfiger Mehrzweckhalle waren 28 von insgesamt 249 Mitgliedern. Bei der Abstimmung ermächtigten 25 Mitglieder – bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung – den Vorstand, alle für dieses Projekt erforderlichen oder zweckmässigen Schritte im Namen des Vereins zu vollziehen. Somit wurde die nötige Zweidrittelmehrheit erreicht.

Im November steht der Entscheid der Gemeindeversammlungen in Birr, Birrhard und Lupfig an. Bei Zustimmung wird der Verein im Dezember die Aktiengesellschaft Haus Eigenamt gründen und überträgt bei der späteren Kapitalerhöhung den gesamten Betrieb (Aktiven und Fremdkapital) auf die Gesellschaft. Die Beteiligungen an der AG entsprechen proportional der seinerzeitigen Bettenfinanzierung mit leichten Verschiebungen (Lupfig und Scherz haben fusioniert), um Pattsituationen zu vermeiden. Der Verein überträgt sämtliche Aktien entschädigungslos auf die Trägergemeinden Lupfig (48%), Birr (41%) und Birrhard (11%).

Fünf Verwaltungsratsmitglieder

Der Altersheimverein Eigenamt soll an der Mitgliederversammlung 2019 mit geändertem Zweck und neuer Führung zum Gönnerverein Eigenamt umgewandelt werden. Das Startkapital beträgt 20 000 Franken. Bezüglich Aktiengesellschaft unterstehen die Vereinsmitglieder keiner Nachschusspflicht.

Der Verwaltungsrat der zu gründenden AG besteht aus drei bis sieben Mitgliedern. Davon soll ein Mitglied pro Trägergemeinde vertreten sein. Die erste Zusammensetzung sieht fünf Mitglieder vor. Aus Gründen der Kontinuität setzt sich der Verwaltungsrat aus den bisherigen Gemeindevertretern zusammen: Präsidentin Ursula Berger (Birrhard), Vizepräsident Roland Bodenmann (Lupfig) und Mitglied Daniel Zimmermann (Birr). Die beiden externen Mitglieder sind noch offen. Massgebend für die Besetzung dieser Mandate sind fachliche Kompetenzen sowie die Selbst- und Sozialkompetenz.