Brugg

Genug geredet: Jetzt will der ehemalige Moderator «Heiri» Müller singen

«Ich mache auch Musik seriös»

«Ich mache auch Musik seriös»

Ausschnitte aus dem Gespräch mit Heinrich Müller im Studio – dazu der Song «Be Happy For A While» von seinem neuen Album.

Der ehemalige «Tagesschau»-Moderator Heinrich Müller arbeitet am neuen Album und erzählt, was anders ist. Im Frühling soll nun seine fünfte Platte erscheinen.

«As long as I can sing» – solange ich singen kann. So heisst das neue Album von Heinrich «Heiri» Müller. Genau das sei auch sein Motto. «Wenn ich singen kann, fühle ich mich einfach gut», sagt der ehemalige «Tagesschau»-Moderator. Lässig sitzt er auf dem Sofa im Tonstudio seines musikalischen Partners und Produzenten Roberto «Robbie» Caruso in Brugg. Gemeinsam arbeiten sie an diesem Tag an Heiris neuem, fünftem Album. «Der Feinschliff muss noch gemacht werden», sagt Müller. Eigentlich hätte die CD bereits im Oktober erscheinen sollen. Nun rechnet sein Produzent jedoch damit, dass es erst im Frühling so weit sein wird. «Ich habe für dieses Album einfach mehr Zeit zur Verfügung und die nehme ich mir auch. Deshalb dauert alles ein wenig länger», erzählt Müller.

Keine Klischees

Laut dem Sänger sind die Texte frisch, klar und vor allem inhaltlich interessant. «Wir haben viel experimentiert», sagt Müller und lacht. Zudem gebe es einen Mix der Musikstile. Daraufhin will er eine Kostprobe geben. «Robbie, spiel mal ‹Be happy for a while›, bitte», fordert Müller seinen Produzenten auf. Das Stück sei beispielsweise durch ein spannendes Gespräch mit einem Musiker in Südfrankreich entstanden und, neben einigen düsteren Stücken, eines der fröhlichen Lieder auf der CD. Diese unterscheide sich klar von den bisherigen.

«Ich habe Abstand von den Klischees genommen», sagt der 70-jährige Sänger. Gemeint seien beispielsweise Themen wie die Beziehung zwischen Mann und Frau oder Mensch und Tier. Stattdessen handle sein neues Album vom Umgang mit dem Smartphone, von Musik und persönlichen Erlebnissen. «Ich beschreibe einen neuen Musiker», fasst Müller zusammen. Auch er habe sich in den vier Jahren, vom letzten Album bis zum jetzigen, sehr verändert. «Die Texte sind viel besser geworden», findet er. Dem stimmt auch Caruso zu.

Die Zusammenarbeit zwischen ihm und seinem Produzenten sei dieses Mal ebenfalls anders gewesen. «Wir haben beide musikalische Fortschritte gemacht», meint Müller. Sie beide hätten vieles offengelassen, seien flexibler gewesen und hätten ihr Potenzial besser ausgeschöpft. «Ich fühle mich einfach gut mit dieser neuen CD. Nun freue ich mich richtig darauf, weil man diese Entwicklung sehen kann», sagt der 70-Jährige. «Gute Musik zu machen und gute Ideen zu haben, ist einfach schön», sagt er weiter.

Heinrich Müller – Waiting for the Summer Wind

Heinrich Müller – Waiting for the Summer Wind

Im Oktober 2016 erscheint das neue Album "As Long As I Can Sing" von Heinrich Mueller. 

«Ich habe genug geredet, ich will singen», sagt der ehemalige Moderator. Deshalb schätze er es, dass nun schon sein fünftes Album in Entstehung ist. «Es ist immer noch etwas am Laufen. Ich habe Projekte und kann weiterhin Musik machen», sagt Müller. Doch es sei auch harte Arbeit und es gebe immer wieder kleine Knacknüsse. «Bei einem Lied, ‹Bahnhofstreet›, hat alles am Anfang super ausgesehen und ich war total begeistert. Doch dann haben wir endlos daran gearbeitet. Irgendetwas hat einfach nicht gestimmt», erzählt der Sänger. So komme es auch schon einmal vor, dass Texte um die Hälfte reduziert und ganze Refrains gestrichen werden.

Noch viel Arbeit bis zum Frühling

Über die gute Zusammenarbeit mit Caruso freue er sich sehr. Auch sei er stolz darauf, dass es nie zu einem Unterbruch aufgrund von Differenzen kam. «Klar gab es Auseinandersetzungen zwischen uns, aber das gehört dazu», weiss er. «Ich wünschte, ich könnte die Arbeit noch ein wenig herauszögern. Es war einfach eine tolle Zeit», sagt Müller weiter. Nach jeder Albumveröffentlichung frage er sich, ob er das nochmals machen wolle. «Ich will nicht serienmässig CDs herausbringen. Wenn ich Lust habe, Musik zu machen, denke ich jeweils wieder über ein neues Album nach», sagt der Sänger. Er nehme alles so, wie es kommt.

Bis zum Frühling müssen ein paar Songs nochmals eingesungen, fertig gemischt, die Anordnung der Lieder auf der CD und die Promotion gemacht werden.

Und wie findet Heiri Müller Brugg? «Ich kam immer gerne nach Brugg. Meine Eltern wohnten nach ihrer Pensionierung hier», sagt der Sänger. Er sei immer gerne an der Aare. «Ich würde mir nur etwas mehr Kultur und Aufbruchstimmung in Brugg wünschen.»

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Autor

Timea Hunkeler

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