Für einen Weiterbetrieb müsste die Kompostieranlage Dägerli in Windisch vergrössert und modernisiert werden. In der Betriebsbewilligung ist die Rede von einer Kapazität von bis zu 1000 Tonnen pro Jahr. Effektiv umgesetzt werden gemäss Gemeinderat jedoch rund 1500 Tonnen jährlich. Kurz: «Der Kompostierplatz genügt den heutigen Anforderungen nicht mehr.» Geplant ist, die Anlage «aus wirtschaftlichen und technischen Gründen» aufzugeben und das Grüngut extern verwerten zu lassen.

Der Einwohnerrat entscheidet an seiner nächsten Sitzung über einen Kredit von 57'700 Franken für den Rückbau des Kompostierplatzes sowie für eine Grüngutsammlung Werkhof. Ebenfalls zur Diskussion steht der Verkauf der 3915 Quadratmeter grossen Parzelle in der Gewerbezone für mindestens 1,174 Mio. Franken. Sollte dieser Antrag abgelehnt werden, beantragt der Gemeinderat die Übertragung eines Baurechts auf der Parzelle.

Abfalltarife steigen nicht

Im Rahmen eines Recycling-Check-ups wurde in Windisch die Grüngutentsorgung untersucht. Anfänglich sei eine gemeinsame Lösung mit der Stadt Brugg geprüft worden, «was zu insgesamt besseren Konditionen geführt hätte», so die Behörde. Allerdings: «Aus ressourcentechnischen Gründen hat sich die Verwaltung der Stadt Brugg nun zurückgezogen.»
Der Gemeinderat hat entschieden, die Entsorgung des Grünguts in einer ersten Phase – «um genügend Erfahrungen für eine Ausschreibung zu sammeln» – der Firma Voegtlin-Meyer AG zu übergeben.

Schon heute wird das Grüngut durch dieses Unternehmen eingesammelt und transportiert. Die Gemeinde Mülligen sowie die Psychiatrischen Dienste Aargau AG (PDAG) sind ab nächstem Jahr selber für die Entsorgung ihres Grünguts verantwortlich.

Für die Bevölkerung ändert sich gemäss Gemeinderat grundsätzlich nichts, ausser, dass neu auch Essensreste in die Grüngutsammlung gegeben werden dürfen. Auch die Abfalltarife müssten – obwohl in der Rechnung mit einer leichten Mehrbelastung von rund 9000 Franken zu rechnen ist – nicht angepasst werden.

Die heutige Anlage wird betreut durch das Bauamt mit durchschnittlich 20 Stellenprozenten. Die frei werdenden Arbeitsstunden stehen laut Behörde ab 2018 für Kernaufgaben zur Verfügung. In den letzten Jahren seien vermehrt Leistungen für Grünpflege extern eingekauft worden, die nun wieder durch das Bauamt erledigt werden könnten.

Südliche Parzelle hat Potenzial

Für den Rückbau des Kompostierplatzes sind drei Varianten erarbeitet worden. Um das Grundstück rasch zur Verfügung stellen zu können, nicht unnötige Ressourcen zu vernichten sowie aufgrund der geringeren Rückbaukosten schlägt der Gemeinderat vor, einen minimalen Rückbau auszuführen. Verläuft alles planmässig, soll ab April 2018 mit den Arbeiten und mit der Renaturierung begonnen werden. Für das eigene Grüngut des Bauamts sowie der Schulanlagen ist im Werkhof des Bauamts eine Mulde mit 11 Kubikmetern Inhalt vorgesehen.

Nach dem Rückbau steht das Areal im Dägerli für jede gewerbliche Nutzung zur Verfügung. Erschlossen wird es über eine Zufahrt via Grünrain im Norden. «Da die Gemeinde kein eigenes Nutzungsbedürfnis hat, kann die Parzelle verkauft oder im Baurecht abgegeben werden», heisst es in der Botschaft an den Einwohnerrat.

Die südlich angrenzende, knapp 400 Quadratmeter grosse Parzelle, kann laut Gemeinderat nach dem Rückbau des Auffangbeckens «mit einfachsten Massnahmen zu einem ökologisch wertvollen Platz heranwachsen». Denn das kleine Areal weise ökologisch ein hohes Potenzial auf: als Trockenstandort in unmittelbarer Nähe zur Landschaftsschutzzone und zum Waldrand, als naher Trittstein für die Überquerung der Mülligerstrasse sowie als Mikro-Standort für seltene Insekten. Mittelfristig könne die Parzelle der Landschaftsschutzzone zugeteilt werden.

Einwohnerrat Mittwoch, 25. Oktober und 1. November, 19 Uhr, Gemeindesaal, Gemeindehaus 8. Stock.