Mit einer dringenden Motion brachte FDP-Fraktionspräsident Philipp Umbricht das Thema Entschädigung des Gemeinderats ins Rollen. Er machte den Vorschlag, dass anstelle einer Entschädigung pro Mitglied eine Entschädigung an den Gesamtgemeinderat ausgerichtet wird. Die interne Aufteilung der Entschädigung hätte er dem Gemeinderat selber überlassen. So hätten die Behördenmitglieder die Möglichkeit gehabt, auf Belastungsänderungen angemessen zu reagieren.

Gemeinderat mit Status quo zufrieden

Der Gemeinderat gelangte an der Sitzung allerdings mit einem eigenen Antrag zur künftigen Entschädigung des Gemeinderats an den Einwohnerrat. Seine Botschaft: den Status quo beibehalten. Entsprechend wurde die Motion von Philipp Umbricht nicht überwiesen.

Im Antrag des Gemeinderats, der gleich im darauffolgenden Traktandum behandelt wurde, hiess es: "Das ab 2014 eingeführte System ist für den Gemeinderat nach bald dreijähriger Erfahrung ausgewogen, transparent, einfach händelbar und für alle Mitglieder zufriedenstellend." Das Traktandum Entschädigung des Gemeinderats enthielt zwei Anträge. Einerseits musste der Einwohnerrat die Jahresentschädigungen für den Gemeinderat festlegen, andererseits hatte er über eine Kompetenzsumme von 20'000 Franken zu entscheiden. Geld, das der Gemeinderat an ein Mitglied ausschütten kann, wenn der Zeitaufwand über das vereinbarte Pensum hinausgeht.

SP stellt einen Zusatzantrag

Beide Anträge waren bei den Parteien grossmehrheitlich unumstritten und kamen bei der Schlussabstimmung durch. Allerdings stellte die SP einen Zusatzantrag. Sie forderte, dass der Gemeinderat ab der neuen Amtsperiode sämtliche Sitzungsgelder der Gemeinde abliefern muss und dafür jedes Mitglied - inklusive Gemeindeammann und Vizeammann - 6000 Franken mehr Entlöhung erhält. "Die aktuelle Situation ist nicht fair, die Gelder sind ungleich verteilt", argumentierte SP-Sprecherin Pia Stammler.

In der Folge sprachen sich EVP und SVP gegen diesen Antrag aus. "Wenn der Gemeinderat mit der aktuellen Situation zufrieden ist, dann ist ja alles in Ordnung", meinte Stefan Fehlmann (EVP). Und auch SVP-Fraktionspräsident Marco Valetti fand: "Die aktuelle Situation ist transparent, anhand der Auflistung erkennt man genau, welcher Gemeinderat wie viel erhält. Wir unterstützen den Antrag der SP nicht."

CVP, Teile der FDP und die SP sprachen sich für den Antrag aus. Ein Hauptargument: Beim Kanton werde dies auch so gehandhabt. Es zeichnete sich eine knappe Entscheidung ab. Am Ende wurde der SP-Antrag mit 19:16 angenommen.

Die Entschädigung für die Mitglieder des Gemeinderats Windisch sehen für die Amtsperiode 2018/21 wie folgt aus:

Gemeindeammann: 107'000 Franken

Vizeammann: 51'000 Franken

Gemeinderäte: 45'000 Franken/Person, insgesamt 135'000 Franken