Birr
Gemeinderat Birr setzt sich für günstigen Wohnraum für Studierende ein

3000 Studierende werden ab 2014 am Campus Brugg-Windisch studieren. Dafür braucht es günstigen Wohnraum. Der Gemeinderat Birr will bei der Schaffung von günstigen Studenten-Wohnungen mithelfen.

Elisabeth Feller
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Luftaufnahme der bekannten Wyde-Siedlung in Birr. Hier könnten Wohnungen für studentisches Wohnen genutzt werden. Walter Schwager

Luftaufnahme der bekannten Wyde-Siedlung in Birr. Hier könnten Wohnungen für studentisches Wohnen genutzt werden. Walter Schwager

3000 Studierende werden ab 2014 am derzeit rasant wachsenden Campus Brugg-Windisch studieren. Etwa 300 von ihnen werden auf preiswerten Wohnraum angewiesen sein. Wer bietet ihn an? Beispielsweise der Verein Studentisches Wohnen Region Brugg-Windisch. Dieser sucht Mietobjekte, die für studentisches Wohnen geeignet sind, mietet sie und vermietet sie dann weiter. Aber der Verein liebäugelt auch mit Angeboten im Eigentum.

Alt Regierungsrat Kurt Wernli, Präsident des Vereins, verriet kürzlich im Gespräch mit der az Aargauer Zeitung: «Falls Land in Sicht ist, möchte der Verein dieses im Baurechtzins erwerben.» Wernli verwies damals auf die Niederlande und die dortigen grossen Studentenwohnhäuser in Modulbauweise. Ein Modell, das einige Millionen Franken kosten würden.

Vereinfachte Integration

Der Gemeinderat Birr kommt nun mit einem andersgearteten Vorschlag: «Es ist gar nicht nötig, dass neue Bauten erstellt werden», sagt Gemeindeammann Markus Büttikofer. «Auch bestehende Wohnhäuser können für studentisches Wohnen genutzt werden.» Welche zum Beispiel? Büttikofer erwähnt die Hunderte von Wohnungen aufweisende Wyde-Siedlung in Birr. Der Gemeindeammann sagt, weshalb sie sich eignen würde: «Wir haben langjährige Mieter. Aber es gibt immer wieder solche, die wegziehen. Ergo liessen sich durch Wegzug frei werdende Wohnungen sehr wohl als Wohnraum für Studierende nutzen.»

Markus Büttikofer denkt an 28 bis 30 Wohnungen mit dreieinhalb oder viereinhalb Zimmern, die heute zwischen 1500 und 2000 Franken kosten. Später könnte eine einzelne Wohnung von mehreren Studierenden bewohnt werden, sodass letztlich 100 bis 150 Studenten in der Wyde-Siedlung wohnen könnten. «Wohnen sie hier, würde das auch die Integration vereinfachen», sagt Markus Büttikofer und spielt damit auf Birrs Ausländeranteil von 50 Prozent an.

«Sie könnten sesshaft werden»

Lebten mehrere Studenten in einer Wohnung, würde gewährleistet, was Kurt Wernli vom Verein Studentisches Wohnen Region Brugg-Windisch als vordringliches Ziel erklärt hat: «Ein ansprechend möbliertes Zimmer darf pro Monat inklusive Nebenkosten nicht mehr als 500 Franken kosten.» Bei anvisierten 28 bis 30 Wohnungen für Studierende würde die Gemeinde Birr nicht reich. Weshalb macht sie sich trotzdem stark für günstiges studentisches Wohnen? Für Markus Büttikofer gibt es mehrere Gründe. Zum einen die Lage: «Birr ist mit dem Zug von Brugg innert fünf Minuten zu erreichen. Das ist für Studentinnen und Studenten am Campus ideal.» Zum andern: «Birr ist ein Wirtschaftsstandort mit Zukunft. Wohnen Studierende in Birr und fühlen sich hier wohl, könnten sie nach Abschluss ihres Studiums in unserer Region sesshaft werden.»

Und noch etwas: «Frische und Belebung täten der Gemeinde Birr gut», sagt Gemeindeammann Markus Büttikofer und doppelt nach: «Der neue Campus ist eine Chance für die ganze Region Brugg – vom Bözberg bis ins Eigenamt und von Auenstein bis nach Villigen-Stilli.»

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