Im Hinblick auf das Theater- und Kulturprojekt «Zufall regiert», das am Brugger Stadtfest 2019 aufgeführt wird, trafen sich die Windischer Gemeindepräsidentin Heidi Ammon und die Brugger Frau Stadtammann Barbara Horlacher zu einer «Persönlich»-Gesprächsrunde. Christian Bolt, Mitinitiant des Theaterprojektes, freute sich über den grossen Aufmarsch im Salzhaus und legte dar, dass mit Geschichtenlabors, Besuch an Schauplätzen und «Persönlich»-Anlässen Stoff für den Theatertext und -inhalt gesammelt wird.

Auf Wunsch der geschickt agierenden Moderatorin Margrit Schaller skizzierten die beiden Gemeindevorsteherinnen zunächst ihren Werdegang und ihre Motivation für die Tätigkeit im Dienst der Allgemeinheit.

Kreativität und Visionen

Ammon und Horlacher haben am gleichen Tag Geburtstag. Die im Sternzeichen Steinbock Geborenen gelten gemäss Horoskop als «zielstrebig, bescheiden, realistisch, zuverlässig», hingegen fehlen Attribute wie «kreativ» und «visionär». Ammon widersprach. Auch in ihrem «Nebentätigkeitsgebiet» Hauswirtschaft und Handarbeit sei Kreativität erforderlich und diese könne sie in die Politik einfliessen lassen.

Bezüglich Visionen dürfe man keine grossen Erwartungen hegen, es gehe um den Weg der kleinen Schritte in Richtung eines Ziels. Horlacher meinte, sie sei «nicht wahnsinnig kreativ und visionär», doch arbeite man in einem Team und Umfeld, das entsprechende Impulse vermitteln könne.

Die Frage Gemeindefusion wurde an diesem Anlass ausgeklammert. Grenzen sind aber, so Schaller, ein brisantes Thema. So galt Brugg lange Zeit als stolz, reich, als Stadt und doch Provinz, Windisch als klein, arm, «verschupft». Inzwischen ist beidseits viel passiert. Ammon wie Horlacher betonten, dass Klischees oft falsch sind, dass man mit Klischeedenken nicht weiterkommt.

So fühlt sich Ammon auch im Unterdorf sehr wohl, obwohl man sie früher vor dieser Wohnsitznahme gewarnt hatte. In Brugg und Windisch sollte man weniger darüber diskutieren, was trennt, sondern darüber, was verbindet, und dies ist sehr viel. Doch zum Zentrum zählen auch die Nachbargemeinden Gebenstorf und Hausen. «Dieses Denken konnte in letzter Zeit gefördert und dabei schon vieles erreicht werden», so Ammon. Horlacher ergänzte, dass sie sich nicht nur in Brugg, sondern auch in diesem Raum zu Hause fühlt.

Wünsche für die Zukunft

Schaller forderte die beiden Politikerinnen auf, der Gesprächspartnerin je einen Wunsch mit auf den Weg zu geben. Ammon: «Ich wünsche Dir, Barbara, dass Du Dir treu bleibst und die Narrenfreiheit auch im Amt behalten kannst.» Und Horlacher dankte Ammon für die bisherigen guten Kontakte: «Wir pflegen miteinander einen offenen Austausch. Ich wünsche mir, dass wir diese Offenheit und dieses Vertrauen in Zukunft mitnehmen können.» Beide Wünsche unterstrich das Publikum mit Applaus.

Ein Dankeswort richtete Ammon abschliessend an die Theatermacher: Ihr Projekt sei spannend, vielversprechend und verdiene breite Unterstützung.