Birr
Gemeindeammann von Birr: «Wir haben ein gewisses Klumpenrisiko»

Ganz so schlimm wie befürchtet kommt es nicht: Das sagt Markus Büttikofer, Gemeindeammann in Birr, zum Stellenabbau bei General Electric.

Michael Hunziker
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Gemeindeammann Markus Büttikofer spricht von einem Silberstreifen am Horizont.

Gemeindeammann Markus Büttikofer spricht von einem Silberstreifen am Horizont.

Michael Hunziker

Es war ein Schock im Januar dieses Jahres: General Electric (GE) kündigte an, in der Schweiz 1300 Stellen zu streichen. Diese Woche hat der US-Konzern bekannt gegeben, dass die Restrukturierung weniger gravierende Folgen haben soll als zuerst angenommen. Die Rede ist von 900 Entlassungen.

Nach der Übernahme der Energiesparte durch GE war die Verunsicherung riesig am Alstom-Produktionsstandort Birr. Gemeindeammann Markus Büttikofer ist nun erleichtert, dass sich die schlimmsten Befürchtungen nicht bewahrheiten, dass keine Standorte geschlossen werden sollen.

Informationsfluss klappt

Völlig überrascht wurde er von den aktuellen Entwicklungen indes nicht. Als Vertreter der Gemeinde sei er noch vor den Medien ins GE-Werk eingeladen und über die neusten Zahlen ins Bild gesetzt worden. «Wir erhielten die gleichen Informationen, wie sie in der Folge publiziert wurden.»

Sowieso, fügt Büttikofer an, funktioniere der Austausch mit GE reibungslos. Sobald es Neuigkeiten gebe, komme der Konzern aktiv auf die Gemeinde zu. «Mit kurzen Treffen werden wir jeweils auf dem Laufenden gehalten.»

Welche Auswirkungen die Restrukturierungen für Birr am Schluss im Detail haben, weiss Büttikofer allerdings noch nicht. «Bekannt ist seit einer Weile nur, dass bei uns die Abteilung Wasserkraft aufgehoben wird.» Grundsätzlich geht der Gemeindeammann davon aus, dass Birr im Vergleich zu den anderen Standorten nicht übermässig stark betroffen sein wird. Weil zudem nur wenige Arbeitnehmer im Dorf selber wohnen, sei die Gefahr gering, dass sich auf einen Schlag viele Einwohner nach einer neuen Stelle umsehen müssten. Zudem, ergänzt Büttikofer, sei bereits öffentlich geworden, dass GE für gewisse Bereiche zusätzliche neue Stellen schaffen will. Er spricht von einem Silberstreifen am Horizont.

Die Hallen stehen nicht leer

In den Gebäuden in Birr, fährt der Gemeindeammann fort, sei wieder Bewegung und Leben zu spüren. «Die Maschinen laufen, die Hallen stehen nicht leer.» Dieser Umstand sei enorm wichtig. Denn eine Krise in der Energiebranche wäre für die Gemeinde direkt zu spüren. «Dann haben wir ein finanzielles Problem», bringt es Büttikofer auf den Punkt und verweist auf die Rechnung 2015, die deutlich schlechter abschloss als genommen, weil die Aktiensteuern komplett einbrachen. «Hier haben wir ein gewisses Klumpenrisiko», räumt er ein.

Laut dem Gemeindeammann besteht aber berechtigte Hoffnung, Gegensteuer geben zu können. Die nötigen Baulandreserven, um neue Betriebe – auch aus anderen Branchen – ansiedeln zu können, seien vorhanden, stellt er fest. Die Parzellen müssten nun noch vom derzeitigen Besitzer freigegeben werden. Büttikofer ist zuversichtlich, dass in absehbarer Zeit – unter Umständen mit der Unterstützung des Kantons – Lösungen gefunden werden.

Der Prozess der Restrukturierung bei GE dauert voraussichtlich übrigens bis Ende 2017. Alle Mitarbeiter, die betroffen sein könnten, sollen bis Ende Juli benachrichtigt werden, sagte Michael Rechsteiner von GE Schweiz gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Die effektiven Kündigungen würden dann in den nächsten anderthalb Jahren ausgesprochen.

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