Windisch

Gemeinde Windisch stellt Standplatz auf dem Campusareal gratis zur Verfügung

Seit letztem Dienstag steht der alte Renault-Bus mittags und abends auf dem Campusareal vor dem Coop auf Windischer Seite.

Seit letztem Dienstag steht der alte Renault-Bus mittags und abends auf dem Campusareal vor dem Coop auf Windischer Seite.

Flüchtlingsprojekt startet im September. Zwischennutzer muss 30% des Umsatzes abgeben.

«Bis zu fünf Anfragen hatten wir in der Vergangenheit, pro Woche», sagt Stefan Wagner, Gemeindeschreiber von Windisch. Aus diesem Grund werden keine neuen Bewilligungen mehr für Imbisswagen auf dem Campusareal erteilt. Eigentlich.

Seit letztem Dienstag steht ein uralter Renault-Bus, der zum Imbisswagen umfunktioniert wurde, auf dem Gelände der Fachhochschule Nordwestschweiz. Verkauft werden Kebab, Hamburger und Co. «Wir stossen überall auf sehr viel Goodwill», sagt Markus Zogg, Initiator des Projekts. Mit seiner Firma Palmyra Impact GmbH will der Schafisheimer Flüchtlinge ins Arbeitsleben integrieren.

«Ich setze mich schon seit langem für Flüchtlinge ein», sagt er. Angefangen hat alles 2017 mit einem Food-Truck an der Aarauer Bahnhofstrasse. Beruflich arbeitet er als Katechet bei der reformierten Kirche in Lenzburg und Ammerswil.

Der soziale Hintergrund des Projekts sei der Grund dafür, dass eine Ausnahme bezüglich der Bewilligung gemacht wurde, sagt Wagner. Diese ist zeitlich unbefristet. Markus Zogg freut sich über den ausgezeichneten Standort. «Mit über 3000 Studenten am Campus Brugg-Windisch ist der Ort ideal für einen Food-Truck». Nicht nur die Gemeinde Windisch zeigt sich überaus sozial.

Die SBB stellen dem Imbisswagen einen Abstellplatz zum symbolischen Betrag von 280 Franken pro Jahr zur Verfügung. Gekocht wird in einer Zivilschutzanlage der Stadt Brugg, die günstig gemietet werden konnte. «Die gesamten Fixkosten belaufen sich auf etwa 1000 Franken pro Monat», sagt Zogg.

Der Bus gehört allerdings nicht Zoggs Firma, sondern einem Bekannten. «Corona hat auch uns einen Strich durch die Rechnung gemacht», sagt Zogg. Eigentlich wäre der Start im Mai geplant gewesen. Nun wird das Flüchtlingsprojekt erst im September aufgenommen, zum Start des neuen Semesters.

Bekannter arbeitet auf eigene Rechnung

In der Zwischenzeit übernimmt der Bekannte Zoggs den Standplatz und arbeitet auf eigene Rechnung. Er verpflichtet sich jedoch, 30% des Umsatzes an die Palmyra Impact GmbH zu spenden. «Die Übergangszeit dient dazu, das Potenzial des Standplatzes zu eruieren», sagt Zogg. Im September soll der neue Food-Truck-Anhänger bereit sein, der mit Unterstützung des Swisslos-Fonds gekauft werden konnte. Nebst dem Imbiss auf dem Campusareal wird auch ein Party-Service angeboten. Geplant sind ein orientalisch-­mediterranes Essensangebot und täglich wechselnde Menüs. Ein Teil des Umsatzes soll an Flüchtlingslager vor Ort in Krisengebieten fliessen.

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