Mülligen

Gemeinde will höhere Entschädigung für den Kiesabbau

© Michael Hunziker

Der Gemeinderat Mülligen sucht das Gespräch mit der Holcim Kies und Beton AG – und will eine bessere Vereinbarung aushandeln.

Die angemessene Entschädigung für den geplanten Kiesabbau im Gebiet «Lindenacher-Ost» hat für ordentlich Zünd- und Diskussionsstoff gesorgt in Mülligen. Im November wies die Gemeindeversammlung die Teiländerung der Nutzungsplanung sowie der Änderung der Bau- und Nutzungsordnung mit 99 zu 40 Stimmen zurück. Der Gemeinderat erhielt den Auftrag, mit der Holcim Kies und Beton AG bessere Bedingungen auszuhandeln – also eine höhere Inkonvenienzentschädigung für die mit dem Kiesabbau verbundenen Unannehmlichkeiten wie Staub, Lärm, Verkehr oder Beeinträchtigung der Landschaft.

Holcim reagierte reserviert

Auf die erste Anfrage, die Verhandlungen wieder aufzunehmen, habe Holcim reserviert reagiert und mitgeteilt, dass – trotz nach wie vor bestehendem Interesse – die Situation zuerst intern sorgfältig geprüft werden soll, so die Behörde.

Um den Auftrag aus der Gemeindeversammlung erfüllen zu können, hat sich der Gemeinderat – noch im alten Jahr – zwei Ziele gesetzt: Erstens möchte er erreichen, dass die Holcim an den Verhandlungstisch zurückkehrt. Zweitens möchte er mit der Holcim einen besseren Vorschlag, namentlich eine höhere Inkonvenienzentschädigung, aushandeln und diesen Vorschlag erneut der Gemeindeversammlung zur Abstimmung vorlegen, führt Gemeindeammann Ueli Graf im aktuellen «Mülliger Blatt» aus.

Alle müssen sich einig sein

Der Inhalt dieses Vorschlags, fährt der Gemeindeammann fort, wird nicht vom Gemeinderat bestimmt, sondern wird in der Arbeitsgruppe Lindenacher-Ost ausgearbeitet. In dieser ist die IG Mülligen-Birrfeld prominent vertreten mit Ruedy Baarfuss, Jürg Schwarz und Fredy Studerus. Im Weiteren wirken, neben einer Vertretung des Gemeinderats, auch Heiner Bracher und Martin Bosshard mit. «So ist sichergestellt, dass die Vertreter der rückweisenden Stimmbürgerinnen und Stimmbürger wesentlich mitbestimmen, wie und was mit der Holcim verhandelt werden soll», hält Ueli Graf fest.

Denn wenn das Geschäft ein zweites Mal vor die Gemeindeversammlung kommen soll, müssten sich alle beteiligten Kräfte einig sein, was der neue Vorschlag beinhalte: die Holcim, die Arbeitsgruppe Lindenacher-Ost, die IG Mülligen-Birrfeld, die Finanzkommission und der Gemeinderat. «Mit dieser Vorgehensweise kann aus Sicht des Gemeinderats mit einer positiven Antwort aus der Gemeindeversammlung gerechnet werden», fasst Ueli Graf zusammen.

Die Holcim Kies und Beton AG plant die Erweiterung auf dem rund 22 Hektaren grossen Areal «Lindenacher-Ost», weil die Kiesvorräte im heutigen Materialabbaugebiet «Eichrüteli» bald erschöpft sind. Insgesamt 5,4 Mio. Kubikmeter Kies sollen etappenweise abgebaut werden in rund 15 Jahren.

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