Hausen
Gemeinde lässt die Asylunterkunft abreissen und bietet neue Alternativen

16 Personen umfasst die neuste Aufnahmequote für Asylbewerber in der 3500-Einwohner-Gemeinde. Die Suche nach geeigneten Unterkunftsmöglichkeiten für Asylbewerber hat in Hausen länger gedauert als erwartet.

Claudia Meier
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Die Liegenschaft an der Hauptstrasse 28 und 30 in Hausen wird in den nächsten Tagen verschwinden. Michael Hunziker

Die Liegenschaft an der Hauptstrasse 28 und 30 in Hausen wird in den nächsten Tagen verschwinden. Michael Hunziker

Michael Hunziker

Die stets höhere Aufnahmequote für Asylbewerber und der Neubau der Mehrzweckhalle haben die Gemeinde Hausen in den letzten Monaten vor neue Herausforderungen gestellt. An der Hauptstrasse 28/30 muss die alte Liegenschaft, die während den letzten beiden Jahren als kantonale Asylunterkunft diente, ab April abgerissen werden, um Platz für den knapp 14 Mio. Franken teuren Hallenneubau zu schaffen. Bereits im letzten Herbst rief der Gemeinderat die Bevölkerung auf, freie Wohnungen für die Unterbringung der zugewiesenen Asylbewerber zu melden. Der Aufruf blieb aber zunächst erfolglos.

Umso grösser ist nun bei der Gemeinde die Freude, dass die mittlerweile 16 zugewiesenen Asylbewerber neu in vier Wohnungen und einem Zimmer in verschiedenen Quartieren untergebracht werden können. Die dezentrale Lösung wurde vom Gemeinderat angestrebt, damit die Integration besser gelingt. Wo sich die Wohnungen und das Zimmer genau befinden, will Verwaltungsleiterin Bettina Schaefer aus Persönlichkeitsschutzgründen nicht sagen.

Grosszügige Sachspenden erhalten

Die Flüchtlingsfamilien seien wohlbehalten in ihrem neuen Zuhause in der Gemeinde Hausen angekommen, fährt Schaefer fort. Dank zahlreichen Sachspenden in Form von Kleidern, Spielzeug, Möbeln und Haushaltgeräten durften die Familien in eingerichtete Wohnungen einziehen. «Über die Grosszügigkeit der vielen Spenderinnen und Spendern zeigten sich die Flüchtlingsfamilien gerührt und dankbar», schreibt die Gemeinde in einer Medienmitteilung.

Von den bisherigen Asylbewerbern in der alten Liegenschaft konnten diejenigen mit einem vorläufigen Bleiberecht in andere Wohnungen umziehen. Bewohner, deren Gesuch abgelehnt wurde, mussten in eine kantonale Einrichtung ausserhalb der Gemeinde Hausen umsiedeln.

Vereinbarung mit Schinznach

Durch die Erfüllung der Aufnahmepflicht kann die Gemeinde Hausen die hohen Ersatzabgaben beim Kanton umgehen. «Wir sind auch froh, dass wir die Asylbewerber nicht in Containern unterbringen müssen», betont Schaefer. Mit der Gemeinde Schinznach besteht laut der Verwaltungsleiterin weiterhin eine Betreuungsvereinbarung, wonach die fehlenden Plätze zu einem deutlich geringeren Ansatz als jener vom Kanton abgedeckt werden könnten. Von diesem Szenario macht Hausen derzeit zwar keinen Gebrauch, ist aber für die Zukunft gewappnet.

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