Riniken

Gemeinde kauft Haus für Asylunterkunft und spart Geld

In der Liegenschaft an der Ausserdorfstrasse 11 kann eine Unterkunft für 8 bis 10 Asylbewerber eingerichtet werden. Die Scheune wird als Lagerraum genutzt.mhu

In der Liegenschaft an der Ausserdorfstrasse 11 kann eine Unterkunft für 8 bis 10 Asylbewerber eingerichtet werden. Die Scheune wird als Lagerraum genutzt.mhu

Ausserordentliche Gemeindeversammlung stimmt Kredit von 820000 Franken mit grosser Mehrheit zu. Der Gemeinderat will die Räumlichkeiten künftig als Unterkunft für die zugewiesenen Asylbewerber nutzen.

Beachtlicher Aufmarsch, kurze Traktandenliste, klarer Entscheid: Mit 113 zu 25 Stimmen hat die ausserordentliche Gemeindeversammlung in Riniken den Kauf der Liegenschaft an der Ausserdorfstrasse 11 zum Gesamtpreis von 820 000 Franken genehmigt. Der Gemeinderat will die Räumlichkeiten künftig als Unterkunft für die zugewiesenen Asylbewerber nutzen.

Bisher ist dafür der ehemalige Gasthof Hirschen gemietet worden. Dessen Eigentümer hat nun aber der Behörde mitgeteilt, dass er den Mietvertrag bis Ende März 2018 kündigen wird. «Wir brauchen eine neue Lösung», stellte Gemeindeammann Ulrich Müller am Montagabend im Zentrum Lee fest. Der Kauf des Hauses an der Ausserdorfstrasse 11 biete sich an, fuhr Müller fort. Der im letzten Jahr verstorbene Besitzer hat der Einwohnergemeinde im Testament ein Vorkaufsrecht eingeräumt. Der Wohnteil bietet Platz für 8 bis 10 Personen. Die angrenzende Scheune kann als Lagerraum von der Gemeinde oder für private Zwecke genutzt werden.

15 500 Franken weniger pro Jahr

Als Vorteile eines Kaufs erwähnte Müller die Kostenreduktion sowie die langfristige Stabilität in der Asylbewerberbetreuung. Im Vergleich zur jetzigen Lösung mit dem «Hirschen» rechnete der Gemeindeammann vor, könnten jährlich voraussichtlich rund 15 500 Franken eingespart werden.

Der Gemeindeammann erinnerte daran, dass in Riniken seit rund 30 Jahren Asylbewerber aufgenommen werden. Die Beherbergung erfolgte in verschiedenen Gebäuden. Derzeit hat Riniken laut den kantonalen Grundlagen sechs Personen zu betreuen. Kommt die Gemeinde dieser Pflicht nicht nach, werden Ersatzbeiträge fällig.

An der Versammlung hatten mehrere Anwesende Bedenken. Ihnen schienen die veranschlagten 36 000 Franken für die geplanten Sanierungen an der Ausserdorfstrasse 11 zu knapp bemessen. Es sei besser, zeigte sich ein Stimmberechtigter überzeugt, diesen Betrag zu erhöhen, um «etwas Gescheites» zu machen. Es müsse mit anderen Zahlen gerechnet werden, stellte auch ein anderer Anwesender fest und nannte das Stichwort Abschreibungen.

Ein Fass ohne Boden?

Überhaupt kein Verständnis für die Pläne konnte ein weiterer Stimmberechtigter aufbringen. Er sprach von einem Schnellschuss. Es sei übertrieben, so viel Geld in eine über 100-jährige Liegenschaft zu stecken. Ein solches Bauernhaus, fügte er an, sei ein Fass ohne Boden. «Es kommen viele Kosten auf die Gemeinde zu.» Nach seinem Dafürhalten wäre eine Mietlösung «auf jeden Fall besser». Er erkundigte sich danach, warum sich der Gemeinderat nicht nach einer anderen Wohnung umgesehen oder einen Pavillon in seine Überlegungen mit einbezogen hat.

Bedenken wurden ebenfalls geäussert beim Thema Unterhalt. Die Pflege des grossen Umschwungs sei nicht geregelt, lautete der Tenor. Überdies könne heute nicht gesagt werden, welche Asylbewerber der Gemeinde in Zukunft zugewiesen werden. Es seien früher schon schlechte Erfahrungen gemacht worden.

Gemeindeammann Müller zeigte auf, dass der Gemeinderat den Kauf der Liegenschaft als eine Chance erachtet. Im Gebäude seien vor rund 35 Jahren Renovationsarbeiten ausgeführt wurden, ergänzte er. Der derzeitige Sanierungsbedarf sei mit einem Architekten abgeklärt worden. Es gelte, sich auf diese Fachmeinung abzustützen.

Dieser Ansicht war schliesslich auch die grosse Mehrheit der anwesenden 144 – von insgesamt 994 – Stimmberechtigten.

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