Windisch

Gemeinde greift tief in die Tasche – auch zugunsten des neuen Schulhauses

Schule Dohlenzelg, Windisch, 31. Oktober 2018.

Um hier neu zu bauen, soll tief in die Tasche gegriffen werden: die Schulanlage Dohlenzelg in Windisch.

Schule Dohlenzelg, Windisch, 31. Oktober 2018.

Mit dem Budget 2020 sind in Windisch Investitionen in die Umnutzung des Lernschwimmbeckens und in die Schulküche Chapf geplant.

Die Gemeinde Windisch will kräftig investieren: Rund 4,33 Mio. Franken sind es gemäss Budget 2020 – deutlich mehr als im Vorjahr. Hintergrund ist der Prozess rund um die Schulraumplanung.

Denn damit Provisorien verhindert werden können beim Bau des geplanten neuen Schulhauses Dohlenzelg, sind vorgezogene Investitionen vorgesehen: in die Umnutzung des Lernschwimmbeckens im Bezirksschulhaus für die Tagesstrukturen für 1,9 Mio. Franken sowie in die Schulküche Chapf für 850 000 Franken. Weitere Positionen bei den Investitionsausgaben 2020 sind etwa der Ersatz des Bauamts-Fahrzeugs Unimog, der Ersatz des Servers der Gemeindeverwaltung oder die Bewässerungsanlage der Fussballplätze.

© Gemeinde Windisch

Der Selbstfinanzierungsgrad sinkt auf knapp unter 50 Prozent, die Schulden steigen um rund 2,3 Mio. Franken, erklärten Heidi Ammon, Gemeindepräsidentin, und Michael Schleuniger, Leiter Finanzen, bei der Präsentation des Budgets gestern Montag vor den Medien. Anders ausgedrückt: Die geplanten Nettoinvestitionen 2020 können nur knapp zur Hälfte selbstfinanziert werden. Die Finanzstrategie der Gemeinde werde aber eingehalten, stellten Heidi Ammon und Michael Schleuniger fest. Insgesamt rechnet das Budget mit einem Gewinn von 145 600 Franken.

Starker Rückgang bei materieller Hilfe erwartet

Gemeindepräsidentin Ammon wies darauf hin, dass die einzelnen Abteilungen den Budgetprozess sehr gewissenhaft führen und die Ausgabedisziplin erfreulich sei. Kurz: «Es wird sehr sorgfältig mit den finanziellen Ressourcen umgegangen.»

Beim betrieblichen Aufwand wird unter dem Strich denn auch mit genau gleich hohen Kosten gerechnet wie im Vorjahr, zeigte Schleuniger auf. Der Personalaufwand steigt zwar durch die bewilligte Stellenplanerhöhung bei der Abteilung Planung und Bau, auch die Kosten für die Pflegefinanzierung und Spitex erhöhen sich. Zudem ist mit einmaligen Ausgaben zu rechnen, Stichworte sind die Altlastensanierung Fröschegräbe, das Jugendfest sowie die Homepage. Erwartet wird auf der anderen Seite aber ein deutlicher Rückgang bei der materiellen Hilfe.

Vorläufig ist der Steuerfuss noch kein Thema

Beim Steuerertrag wird wiederum ein Wachstum von rund 1 Prozent erwartet – bei einem unveränderten Steuerfuss von 115 Prozent. Schon in den letzten Jahren wirkte sich die Bevölkerungszunahme positiv auf den Steuerertrag aus, stieg der Ertrag aus den Einkommens- und Vermögenssteuern stetig an. Diese positive Entwicklung setzt sich voraussichtlich fort.

Apropos Steuerfuss: Eine Erhöhung ist noch kein Thema, sagte Gemeindepräsidentin Heidi Ammon auf Nachfrage. Allerdings: Sobald in etwa zwei Jahren der Kredit für das neue Schulhaus Dohlenzelg spruchreif werden dürfte, muss – gekoppelt an dieses Projekt – auch der Steuerfuss angeschaut werden.

Während in den letzten Jahren die Selbstfinanzierung höher war als die Nettoinvestitionen, werden sich die Rahmenbedingungen ändern in nächster Zeit, warf Schleuniger einen Blick in die Zukunft. Durch die anstehenden hohen Investitionen werden die Schulden ansteigen – von derzeit knapp 1000 Franken pro Einwohner können es bis über 3700 Franken werden.

Die Nettoschuld pro Einwohner soll dann aber bis im Jahr 2029 wieder kontinuierlich sinken auf etwa 2500 Franken, so der Finanzplan. Die vom Gemeinderat definierte Kennzahl der Finanzstrategie von 3000 Franken kann also wieder eingehalten werden, fasst Schleuniger zusammen.

Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

Meistgesehen

Artboard 1