Brugg/Birrfeld
Geldfälscher mögen das Gedränge

Am Brugger Stadtfest kamen vier falsche Hunderter- sowie eine falsche Zweihunderternote in den Umlauf. Das könnte auch heute Freitag und am Samstag am Argovia-Fäscht auf dem Birrfeld passieren: Die Polizei sagt, wie man sich vor Betrügern schützt.

Claudia Meier
Drucken
Bei Geldfälschern besonders beliebt: Hunderter- und Zweihunderternoten.WAL/AZ-Archiv

Bei Geldfälschern besonders beliebt: Hunderter- und Zweihunderternoten.WAL/AZ-Archiv

Nach dem viertägigen Stadtfest «Best of Brugg» steht auf dem Birrfeld mit dem Argovia-Fäscht ein weiterer Grossanlass vor der Türe.

Tausende werden sich heute Abend am traditionellen Beizlifäscht schon auf ein feucht-fröhliches Festwochenende einstimmen.

Für die Konzerte am Samstagabend wird es dann auf dem Birrfeld so richtig eng. Andrang und Hektik machten es für Geldfälscher relativ einfach, «Blüten» in Umlauf zubringen, so Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei Aargau.

Am Stadtfest Brugg gingen bei der Kantonspolizei Aargau zwei Meldungen über Falschgeld ein.

Als eine Funktionärin die Einnahmen aus dem Plakettenverkauf auf der Bank einzahlen wollte, kamen drei falsche Hunderternoten zum Vorschein.

Die Betreiber eines Festzeltes entdeckten beim Abrechnen eine falsche Hunderter- und eine falsche Zweihunderternote.

«Das Problem ist, dass in den Festwirtschaften meist grosses Gedränge herrscht. Zusammen mit ungeübtem Personal und schlechten Lichtverhältnissen ist die Gefahr gross, dass falsche Banknoten in der Hitze des Gefechts übersehen werden», sagt Graser.

Aufklärung ist schwierig

Für die Bekämpfung des Falschgeldes ist grundsätzlich der Bund, respektive das Bundesamt für Polizei (Fedpol) zuständig.

Die Falschgeldstatistik 2012 zeigt, dass die Hunderternote am häufigsten gefälscht wird – gefolgt von der Fünfziger- und der Zweihunderternote.

2012 wurden 1793 Hunderternoten mit dem Drucker und 415 mit dem Farbkopierer gefälscht. «Mit den heutigen technischen Mitteln – Laserdrucker oder -kopierer – ist es einfacher und günstiger geworden, Falschgeld herzustellen, das auf den ersten Blick ziemlich echt aussieht», fährt Graser von der Kantonspolizei Aargau fort.

Die Suche nach der Täterschaft bei grossen Festanlässen ist für die Polizei nicht einfach. Wenn das Falschgeld erst bei der Abrechnung entdeckt wird, fehlt der Bezug zur Täterschaft.

«Aufgrund der Nummern der gefälschten Banknoten können wir zwar Zusammenhänge herstellen. Die Täterschaft zu ermitteln, bleibt aber ein schwieriges Unterfangen», sagt der Polizeisprecher.

Konsequente Kontrolle unabdingbar

Die Kantonspolizei Aargau rät zu erhöhter Wachsamkeit – insbesondere für Besucher und Funktionäre von Grossanlässen aller Art. Für die Erkennung von Falschgeld sind keine Hilfsmittel nötig, da die meisten Fälschungen bereits von blossem Auge erkennbar sind.

Wie kann man sich also am besten vor «Blüten» schützen? «Die Schweizer Banknoten weisen mit ihren vielen Sicherheitsmerkmalen einen der höchsten Standards auf», so Graser.

Er empfiehlt: «Gerade das Personal von Festwirtschaften sollte sich im Vorfeld einmal mit diesen Merkmalen auseinandersetzen.»

Wenn man sich bei jeder Banknote auf eines dieser Merkmale – wie dem Hologramm – achte, so habe man eine grosse Sicherheit, «Blüten» sofort zu erkennen, betont Graser.

Mit Laserdruck könne man die Sicherheitsmerkmale nicht fälschen.

Übrigens: Wer unwissentlich mit Falschgeld bezahlt, macht sich noch nicht strafbar.

Wer die «Blüten» jedoch wissentlich in Umlauf bringt, muss mit einer Freiheitsstrafe rechnen. Um zu verhindern, dass man an Falschgeld gerät, kann man verdächtige Noten jederzeit zurückweisen.

Aktuelle Nachrichten