Brugg
Gehört in die Hofstatt ein neuer Baum?

Über die Möglichkeiten für mehr Grün in der Altstadt haben sich Quartierbewohner und Vizeammann Andrea Metzler unterhalten. Einig war man sich nicht überall.

Claudia Meier
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Viele Altstadtbewohner sind überzeugt, dass ein neuer Baum unterhalb der Stützmauer die Hofstatt aufwerten würde. cm

Viele Altstadtbewohner sind überzeugt, dass ein neuer Baum unterhalb der Stützmauer die Hofstatt aufwerten würde. cm

Claudia Meier (cm)

Die Brugger Altstadt ist das Stadtquartier mit der höchsten Ausnützungsziffer. Auf kleinstem Raum leben hier viele Menschen, werden Geschäfte betrieben, flanieren Touristen und finden regelmässig kleinere und grössere Kulturveranstaltungen statt.

Es spielt daher eine Rolle, wie sich das Herz der Stadt präsentiert. Dass die Stadt Brugg bei diesem Thema in Sachen Blumen, Bäumen und anderen Pflanzen noch viel Entwicklungspotenzial hat, machte Landschaftsarchitekt Felix Naef in seinem Referat im Anschluss an die Generalversammlung des Quartiervereins Altstadt und Umgebung deutlich.

In der Brugger Altstadt sei der Boden fast überall versiegelt, sagte Naef. Platz für Spontanvegetation und Zufälliges gebe es kaum. Auch Fassadenbegrünung sei sehr selten. Dabei seien es genau solche Details, die den Charme eines Ortes ausmachten und vielen Leuten gefallen, man müsse nur an Ferien im Süden denken, erzählte der seit vielen Jahren im Aargau aktive Landschaftsarchitekt in ausgeprägtem Appenzellerdialekt.

Anhand von alten Fotos und Zeichnungen zeigte er, wo Wand- oder Bodenvegetation und Bäume gedeihen konnten. «Heute fehlt oft die Toleranz für Spontanvegetation», sagte Naef. Überhaupt brauche es nicht viel Arbeit und Mittel, um etwa eine Kletterrose zu pflanzen. Man müsse einfach mit den Leuten sprechen und – je nach Standort – auch mit der Stadt.

Bei Pflastersteinen wird es heikel

Und genau das machte Vereinspräsident Konrad Zehnder nach Naefs Referat mit Frau Vizeammann Andrea Metzler. Die SP-Politikerin und Juristin betonte, dass es in Sachen Begrünung in der Altstadt leider keine allgemeingültigen Antworten gebe, weil es eine Rolle spiele, ob es um Pflanzen auf öffentlichem oder privatem Boden geht und ob sie mobil seien. Sie freue sich, wenn es vor einem Haus schöne Blumen habe.

Spätestens bevor man aber irgendwo Pflastersteine entferne, um etwas zu pflanzen, lohne sich eine Anfrage bei der Stadt, sagte Metzler. Auch Spontanvegetation gefalle ihr. «Es gibt aber Leute, die das nicht mögen und bei der Stadt dann reklamieren», gab die Politikerin zu bedenken. Der Landschaftsarchitekt warnte davor, beispielsweise in der Hofstatt «eine Wildnis» entstehen zu lassen. Vielmehr plädierte er für eine gezielte Pflanzaktion – sei es mit Kletterrosen an Hauswänden oder mit einem Baum in der Rabatte vor dem Amtshaus oder eben in der Hofstatt.

Stadt lehnte neuen Baum ab

Früher gab es auf der alten Stützmauer vor dem Salzhaus eine Platane. Diese musste aber entfernt werden, weil die Wurzeln das Bauwerk beschädigten. Letzten Sommer fragte Zehnder auf vielseitigen Wunsch der Altstadtbewohner bei der Stadt an, ob man auf dem Platz beim Eingang zur Hofstatt nicht einen neuen Baum pflanzen könnte, sodass die Durchfahrt mit dem Auto nicht behindert würde.

Die Stadt erachtete den Vorschlag als nicht sinnvoll und lehnte ab. Der Standort sei falsch gewesen, rechtfertigte sich Metzler, ohne sich an die Details zu erinnern. «Ich habe mir jetzt einige Notizen gemacht und werde diese Themen abklären», verabschiedete sie sich.

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