Windisch

Geheimnistuerei bei der Oase? SP kritisiert SVP-Gemeindepräsidentin

Auf der Zürcherstrasse ist das Verkehrsaufkommen hoch.

Auf der Zürcherstrasse ist das Verkehrsaufkommen hoch.

Windischs grösste Fraktion stört sich an angeblicher Hinterzimmerpolitik. Inwiefern ist da etwas dran?

Seit der Gemeinderat Windisch beim Regionalen Gesamtverkehrskonzept Ostaargau (Oase) in Sachen Richtplaneintrag einen Kurswechsel vollzogen hat (die AZ berichtete), mehrt sich Kritik aus den Reihen der SP. «Das bisherige Vorgehen des Gemeinderats und insbesondere der Gemeindepräsidentin bei der Oase war von Geheimnistuerei mit dem Kanton geprägt», schreibt SP-Fraktionspräsidentin Luzia Capanni in der jüngsten Stellungnahme. Es habe weder eine offene Partizipation noch entsprechende Informationen gegeben.

Ähnlich verhält sich der Gemeinderat laut den Sozial­demokraten bei der Planung zum «Stadtraum Bahnhof Brugg Windisch», die ebenfalls mittels Hinterzimmerpolitik zusammen mit den Grundeigen­tümern und dem Kanton erfolge. «Der Gemeinderat vertritt so die Interessen der grossen Grundeigentümer und des Kantons und nicht die der Bevölkerung von Windisch», fährt die SP fort. Sie hat im Einwohnerrat 18 der insgesamt 40 Sitze inne.

Autobahnanschluss für neue Siedlung neben Bahnhof?

Die Fraktion sieht einen Zusammenhang zwischen der Oase und dem Hochhauskonzept, an dem der Gemeinderat festhalten wolle: Das Konzept schlägt eine «dichte Setzung von Hochhäusern» im Bereich des Bahnhofs auf Windischer Seite vor. «Eine solche Planung entspricht aber nicht dem Charakter von Windisch», so die SP. Ein direkter Anschluss an einen Autobahnzubringer für eine neue Siedlung, die unmittelbar am Bahnhof liegt, sei Verkehrspolitik aus dem letzten Jahrhundert. Da insgesamt das Verkehrsvolumen im Raum Brugg/Windisch zunehme, werde auch der Verkehr auf der Hauser- und Zürcherstrasse nicht abnehmen.

Besonders sauer stiess den Gegnern wie der SP und dem Quartierverein Klosterzelg-Reutenen in diesem Zusammenhang kürzlich ein Zitat von Windischs SVP-Gemeindepräsidentin auf. Gegenüber der AZ sagte Heidi Ammon: «Die Gegner verstehen manchmal die Flughöhe, Zusammenhänge und Abhängigkeiten des Projektschrittes nicht richtig.» Denn mit der Festsetzung im Richtplan werde erst die Linienführung auf höchster Stufe festgehalten. Diese weise in der Regel eine Plangenauigkeit von +/- 50 Meter in der Horizontalen aus. «Die Tunnellänge und die Ausgestaltung des Tunnelportals werden integrierende Bestandteile der Testplanung des Projekts ‹Stadtraum Bahnhof Brugg Windisch› sein», so Ammon. Gleichzeitig mit der Festsetzung im Richtplan werde der Regierungsrat dem Grossen Rat einen Projektierungskredit für unter anderem diese Entwicklungs-/Variantenstudien zur Genehmigung unterbreiten. Der Stadtrat Brugg sowie der Gemeinderat Windisch werden in diesem Sinn laut Ammon dem Einwohnerrat ebenfalls Kreditvorlagen zur Genehmigung der Testplanung unterbreiten.

«Das Quartier ist vom Schleichverkehr entlastet»

Beim möglichen Industrieanschluss stören sich die Gegner am Durchgangsverkehr. Die Gemeindepräsidentin ruft in Erinnerung: «Das Quartier Klosterzelg-Reutenen ist das einzige Quartier in unserer Gemeinde, das mittels Fahrverboten vom Schleichverkehr entlastet wird.» Einerseits bringe die Eröffnung der Südwestumfahrung eine weitere Entlastung für dieses Quartier. Andererseits entsteht laut Heidi Ammon gerade mit der geforderten Innenverdichtung Mehrverkehr innerhalb des Quartiers. Deshalb brauche es eine sorgfältige Planung. 

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