Fusion der Bözberg-Gemeinden

Gegner wie Befürworter geben vor der Abstimmung noch einmal alles

Wanderer auf dem Bözberg sollen ab 2013 nicht mehr so viele Gemeindegrenzen überschreiten.

Wanderer auf dem Bözberg sollen ab 2013 nicht mehr so viele Gemeindegrenzen überschreiten.

Wenige Tage vor der Volksabstimmung wollen die Gegner einer Fusion der Bözberg-Gemeinden das «Boot nochmals wenden». Doch auch die Befürworter machen mobil.

Der Abstimmungssonntag am 11.März rückt näher. Für die vier Bözberggemeinden Unterbözberg, Oberbözberg, Gallenkirch und Linn steht am frühen Abend desselben definitiv fest, ob sie sich per 2013 zur Gemeinde Bözberg zusammenschliessen.

Doch nach den eindeutigen Resultaten der Gemeindeversammlungen vom vergangenen Dezember kommt das Gespräch im Dorf nochmals in Gang, denn die Gegner geben angesichts der kommenden Urnenabstimmung nicht auf. Dass alle vier Gemeinden zugunsten einer Fusion entschieden haben, hindert die Projektgegner nicht am Versuch, das Steuer in den letzten Tagen nochmals herumzureissen und die Fusion zu verhindern.

In Unterbözberg hat Fusionsgegner Otto H. Suhner den Stimmberechtigten einen Brief geschrieben, in dem er nochmals darlegt, wieso eine Fusion aus seiner Sicht keinen Sinn macht. Zudem stehen an den Ortseingängen auffällige Nein-Tafeln. Doch beide Lager machen mobil, in den Medien erscheint dieser Tage eine Vielzahl von Leserbriefen. Seitens der Befürworter haben ehemalige Gemeindebehörden der Bevölkerung in einem Flugblatt ihre Sicht der Dinge dargelegt. Für sie ist klar: Die Dorfstrukturen hätten sich verändert und es gelte, sich für künftige Aufgaben zu rüsten. «Für kleine Gemeinden lohnt sich ein eigener Verwaltungsapparat künftig kaum mehr.» In den betreffenden Gemeinden ortet man auf lange Sicht erhebliches Sparpotenzial, insbesondere bei Schule, Verwaltung und anderen öffentlichen Einrichtungen, die heute mehrfach vorhanden sind.

Demokratieverlust?

Die Gegner, die sich anlässlich der Gemeindeversammlung besonders in Unterbözberg in respektabler Zahl gezeigt hatten, befürchten dagegen einen Demokratieverlust, drohende Steuererhöhungen und «sinnlos» leerstehende öffentliche Gebäude. Damit sind das Gemeindehaus Unterbözberg und die Schulanlage Oberbözberg gemeint, denn Schulanlage und Gemeindeverwaltung wechseln nach den Plänen der Projektgruppe die Standorte.

Suhner bemängelt zudem: «Ein verbindlicher Finanzplan für die nächsten Jahre der zu fusionierenden Gemeinde Bözberg wurde den Stimmberechtigten nicht vorgelegt.» Auf lange Sicht, hält Fusionsbefürworter Fritz Hegg dagegen, seien Steuerfüsse und Finanzpläne ohnehin nicht mehr hundertprozentig verlässlich planbar: «Es gibt so viele Unklarheiten zur Lastenverteilung zwischen Gemeinden und Kanton» schreibt Fritz Hegg in seinem Brief an die az.

Der Unterbözberger Ammann Peter Plüss ist zuversichtlich für die kommende Abstimmung: «Es ist viel vorbereitet, geschrieben und geredet worden. Jetzt ist es wichtig, an die Urne zu gehen und einen mutigen Schritt in die Zukunft zu tun.»

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