Bözen

Gegen die geplante Deponie «Förlig» gibt es Widerstand

Der Deponiestandort «Förlig» liegt zwischen Bözen und Zeihen.

Der Deponiestandort «Förlig» liegt zwischen Bözen und Zeihen.

Die IG Attraktiver Standort Bözberg-West will keinen neuen Standort für sauberes Aushubmaterial im Jurapark – und die Bevölkerung wachrütteln.

Auf unzähligen Baustellen füllen Bagger Lastwagen um Lastwagen mit Aushubmaterial. Doch wohin damit? Im oberen Fricktal droht nämlich bald ein Deponie-Notstand. Deshalb sollen mittel- und langfristig neue Deponiestandorte im kantonalen Richtplan festgelegt werden. Vor über einem Jahr wurden Pläne für die Ablagerung von Aushubmaterial ab 2017 in Herznach und später in Hornussen sowie ab 2040 in Bözen laut.

«Die von den Regionalplanungsgruppen ins Auge gefassten ‹Lösungen›, den Aushub irgendwo in die freie Landschaft zu karren, ist ein Relikt aus den frühen 1950er- und 1960er-Jahren», schreibt die IG Attraktiver Standort Bözberg-West. Längst sei in der Bevölkerung das Bewusstsein für eine intakte Landschaft, wie sie in Bözen anzutreffen ist, vorhanden.

Heinz Oftinger von der IG, der auch den übergeordneten Verein «Kompetenz Netzwerk Standortförderung» mit knapp zehn Mitgliedern präsidiert, macht sich Sorgen: «Wegen der lokalen Oppositionen in Herznach-Ueken und Hornussen rückt jetzt offenbar die für 2040 vorgesehene Deponie in Bözen im Gebiet ‹Förlig› Richtung Zeihen terminmässig näher an die Gegenwart.» Oftinger vermutet, dass Regionalplanung und Kanton einfach die Autobahnein- und -ausfahrten abgeklopft haben auf der Suche nach freien Flächen, die wenigen Landwirten gehören. «Mit simplem Geld werden diese dann geködert.» Im Vereinsvorstand engagiert sich neben Oftinger aus Bözen auch Heiner Keller aus Zeihen.

Besonders stossend ist für die IG, dass die bereits im kantonalen Richtplan vorgemerkte Deponie «Förlig» nach Inbetriebnahme 20 Jahre lang Immissionen und Verkehr in den Raum Bözen bringen und die Landschaftsqualität belasten werde. «Es kann doch nicht sein, dass eine ganze Gemeinde und ihre Nachbarschaft in Mitleidenschaft gezogen und mit Lärm, Staub und Verkehr während 15 bis 20 Jahren eingedeckt wird», so Oftinger weiter.

Die IG ruft die Bevölkerung von Bözen, Effingen und Hornussen sowie alle weiteren, verantwortlichen Personen und Institutionen auf, den erwähnten Fakten ihre Aufmerksamkeit zu schenken und entsprechende Massnahmen zu treffen. Oftinger sieht ein massives Kommunikationsproblem. «Warum hat die Öffentlichkeit bisher nichts von diesem Projekt erfahren dürfen?», fragt er und hofft, dass der Widerstand gegen den geplanten Deponiestandort«Förlig» im Lindental zunehmen wird.

«Der Gemeinderat ist daran, im Herbst eine Informationsveranstaltung zum aktuellen Verfahrensstand im Bezug auf einen möglichen Deponiestandort ‹Förlig› zu organisieren. Die Bevölkerung wird rechtzeitig über den genauen Termin in Kenntnis gesetzt», sagt Claudio Stierli, Gemeindeschreiber von Bözen, auf Nachfrage der az.

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