Bözberg
Gegen Adressänderung: Gemeinderat macht seinem Ärger über «Buebetrickli» Luft

Die Exekutive ist gegen eine Adressänderung im Ortsteil Linn – und führt Gründe auf.

Claudia Meier
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Der Bözberger Ortsteil Linn war lange eine der kleinsten Gemeinden im Aargau.

Der Bözberger Ortsteil Linn war lange eine der kleinsten Gemeinden im Aargau.

san (22.Juni 2020

Der Verein Pro Linn möchte andere Adressen und will die Gesuchsteller gegenüber dem Kanton vertreten, welche die Wiederherstellung des Ortschaftsnamens Linn beantragen. Im AZ-Artikel vom Dienstag wollte sich Gemeindeammann Therese Brändli, die selber im Bözberger Ortsteil Linn wohnhaft ist, noch nicht öffentlich zum Thema äussern.

Am Mittwoch flatterte dann der Bevölkerung ein zweiseitiger, offener Brief des Gemeinderats ins Haus, der von allen fünf Behördenmitgliedern unterschrieben ist. Darin sparen sie nicht mit Kritik an der «intensiven Kampagne in der breiten Öffentlichkeit» durch den Verein Pro Linn. Geändert werden sollen nämlich nicht nur der Ortschafts-, sondern auch drei Strassennamen.

Eine Abstimmung würde es nicht mehr geben

Der Gemeinderat Bözberg führt Gründe auf, warum er dem Anliegen sehr kritisch gegenüber steht. In der jetzigen Form des Gesuchs würde das Departement Volkswirtschaft und Inneres (DVI) entscheiden. Es gäbe keine Abstimmung mehr und keine Gemeindeversammlung. Die gesamte Bözberger Bevölkerung hat im Zusammenhang mit der Fusion von 2013 und weiteren Initiativen insgesamt schob viermal über die Adressthematik befunden und dabei das Beibehalten der ehemaligen Adressen in Linn klar abgelehnt. «Nach Dafürhalten des Gemeinderats sind derart demokratisch gefestigte Entscheide zu respektieren und nicht mit einem politisch inszenierten ‹Buebetrickli› in Frage zu stellen», schreiben die Gemeinderäte Therese Brändli, Thomas Obrist, Heinz Dätwiler, Max Gasser und Urs Vollenweider. Nach den Zerwürfnissen während des Adressenstreits mute die Ausführung des Vorstands von Pro Linn, wonach der Verein im Bestreben handle, «das Zusammengehörigkeits- und Gemeinschaftsgefühl in der Gemeinde Bözberg zu stärken», zynisch an. Die führenden Köpfe des Vereins, Gerhard «Geri» Hirt und Michel Jaussi, wüssten ganz genau, «dass ihr Anliegen das Gegenteil bewirke».

Der Gemeinderat kann sich nicht vorstellen, dass der Regierungsrat den Willen der Bözberger ignorieren wird.