Überrascht worden sind diese Woche die Pendler, die jeweils zu Fuss oder mit dem Velo zwischen Windisch und Brugg unterwegs sind. Der untere Teil des Arenafusswegs bei der Fachhochschule ist gesperrt worden. Ausgewichen werden muss auf die Zickzack-Route und die Campus-Treppen.

Eingeführt worden ist das neue Verkehrsregime wegen der Grossbaustelle auf dem benachbarten Grundstück. Auf diesem realisiert die Brugg Immobilien AG den «Centurion Tower», ein 15-geschossiges Hochhaus mit Hotel, Dienstleistungsbetrieben sowie Miet- und Eigentumswohnungen.

Mirjam Aebischer ist SP-Einwohnerrätin in Windisch und wohnt im Quartier neben der Baustelle. Für sie ist der Fall klar: Für den Langsamverkehr sei die billigste Lösung gewählt worden, die zwar der Bauherrschaft diene, nicht aber den Nutzerinnen und Nutzern dieses wichtigen Durchgangs.

Sie stört sich daran, dass es keine direkte Verbindung mehr gibt zum Bahnhof für Velos, Kinderwagen oder Rollatoren, sondern ein Umweg in Kauf genommen werden muss. Komme dazu, dass der Veloweg im Zickzack-Kurs den Fussgängerweg auf den Campus-Treppen gleich zweimal quere. «Das ist gefährlich.» Es wäre, ist Mirjam Aebischer überzeugt, ohne grösseren Aufwand möglich gewesen, den Arenafussweg offen zu halten. «Dieser ist im kommunalen Gesamtverkehrsplan die Hauptroute Windisch-Brugg für den Langsamverkehr», fügt sie an.

Es gab kein Entgegenkommen

Zusammen mit weiteren betroffenen Anwohnern erwartet sie von der Bauherrschaft, dass die Bedürfnisse des Langsamverkehrs angemessen erkannt werden und entsprechende Massnahmen umgesetzt werden. «Die Ausrede, dass das Ganze ja nur befristet in Kraft ist, gilt nicht», stellt sie fest. «Immerhin geht es um eine Bauzeit von drei Jahren.»

Mehr Kooperation erhofft sie sich ebenfalls von den Gemeindebehörden – damit diese «nicht nur die Interessen der Bauherrschaft vertreten, sondern auch die von uns Anwohnerinnen und Anwohnern beziehungsweise Einwohnerinnen und Einwohnern von Windisch». Kurz: «Wir werden das Ganze beobachten und allenfalls gemeinsam mit interessierten Nutzerinnen sowie dem Quartierverein Vorstösse machen.» Jetzt wäre, ergänzt sie, der letzte Zeitpunkt, an dem noch «ohne viel Mehrkosten» entscheidende Verbesserungen vorgenommen werden könnten.

In einem Brief an die Anwohner weisen Mirjam Aebischer sowie die Quartierbewohner Fredy Bolt, Claudia Schilling und Hanspeter Haus darauf hin, dass bei einem Treffen mit der Bauherrschaft wie auch bei einer Begehung im letzten Frühjahr vorgeschlagen wurde, den unteren Teil des Arenafusswegs einfach einige Meter nach Nordosten versetzt neu zu bauen.

«Damit hätte man die Baustelle auf einem kürzeren und geraderen Weg umgehen können und die mehrfachen Kreuzungen zwischen Fussgängern und Velos auf den Campus-Treppen wären vermieden worden.» Leider seien weder Bauherrschaft noch Gemeinde zu einem Entgegenkommen bereit gewesen.

Begrüsst werde dagegen der Entscheid, die Klosterzelgstrasse vom massiven Baustellenverkehr freizuhalten. Mirjam Aebischer ist indes gespannt, wie der Verkehrsdienst den Baustellenverkehr über den Bahnhofplatz abwickeln wird. Sie spricht von einer Herkulesaufgabe. Vor allem zu Stosszeiten sei das Unfallpotenzial hoch.

Erste Bauphase dauert ein Jahr

In einem Schreiben an die Anwohner geht die Brugg Immobilien AG auf das Verkehrsregime ein. In der ersten Bauphase – mit dem Rohbau bis zur Fertigstellung der Decke über dem Untergeschoss – erfolgt die Zu- und Wegfahrt des Baustellenverkehrs während rund eines Jahres über die Steinacker- und die Industriestrasse.

Ab der zweiten Bauphase – mit dem Rohbau der Obergeschosse und dem Ausbau – ist die Zufahrt zur Baustelle vorgesehen über die Industrie- und die untere Klosterzelgstrasse, die Wegfahrt über die Steinacker- und die Industriestrasse.

Weitere Ausführungen zum Verkehrsregime hat die Brugg Immobilien AG gestern auf Anfrage per E-Mail keine gemacht.