1928 wurden auf dem Areal einer ehemaligen Zementfabrik die Gebäude der Reichhold Chemie errichtet. Jetzt, nach beinahe 90 Jahren, wird das letzte Gebäude abgerissen. Die Liegenschaft und das Areal gehören seit längerer Zeit den Hiag Immobilien. So erfolgte der Abriss, der am Dienstag begann, auch in ihrem Auftrag.

Doch was gab Anlass zum Abbruch der alten Mauern? Frank Butz, Mediensprecher der Hiag, gibt Antwort: «Die Bausubstanz des Verwaltungsgebäudes ist sehr schlecht, nachdem das Haus seit vielen Jahren nicht mehr unterhalten wurde.» Zudem sei die Lage des Gebäudes so, dass eine weitere Entwicklung des Areals behindert werde.

«Abriss steht nicht in Zusammenhang mit Projekt»

Geht es nach dem Regionalplanungsverband Brugg Regio, würde auf dem Areal langfristig ein Pflegezentrum mit 100 Betten entstehen. Irene Ulmann, Gemeinderätin in Lupfig und Leiterin der Projektgruppe des Pflegezentrums, sieht im Areal einen idealen Standort (die az berichtete).

Auf die Frage, ob der Abriss mit dem eventuell geplanten Pflegezentrum zusammenhängt, verneint Butz: «Nein, der Abriss steht nicht im Zusammenhang mit einem konkreten Projekt.»

Das Areal solle aber für «neue Entwicklungen vorbereitet werden» – der Abbruch war seit längerem pendent. Das Baugesuch für den Abbruch wurde bereits im Sommer 2012 eingereicht.

Beim Abriss wurde neben Abfallmaterialien auch Kupfer geborgen. Marco Rohner, der verantwortliche Baggerführer, erzählt, dass seit dem Abriss-Beginn schon 12 Kleinbusse voller Interessenten vorgefahren seien, die Kupfer kaufen wollten. Die Menschen kämen hauptsächlich aus den ehemaligen Ostblockstaaten.

Der leitende Baggerführer zeigt sich mässig begeistert über die Kupfer-Nachfrage: Das Ganze nerve ihn, da er jedes Mal sein Gefährt verlassen müsse, wenn ein interessierter Käufer auftaucht. «Einige werden sehr arrogant, weil sie nichts bekommen», sagt Rohner weiter.

Der Ansturm war derart gross, dass das Kupfer jetzt über Nacht eingeschlossen werden muss.