Gastronomie Region Brugg
Brotbestellungen sind gut für die Moral und Motivation der Café-Inhaberinnen

Kontakte mit Stamm- und Hotelgästen helfen Gastronominnen in Brugg und Schinznach-Dorf, den Mut während des zweiten Lockdowns nicht zu verlieren. Dabei scheuen sie keinen Aufwand.

Claudia Meier
Drucken
Teilen
Martina Wächter vom Café Stadtklatsch in Brugg mit der Angebotstafel für den Take-away, der am Freitagvormittag offen steht.

Martina Wächter vom Café Stadtklatsch in Brugg mit der Angebotstafel für den Take-away, der am Freitagvormittag offen steht.

Bild: cm

Diesen Mittwoch will der Bundesrat – nach der Anhörung der Kantone – bekanntgeben, wie die nächsten Lockerungsschritte aussehen. Werden im April wirklich höchstens die Gartenterrassen, nicht aber die Innenräume der Restaurants öffnen dürfen? Das interessiert nicht nur die Gastrobetriebe, sondern auch die Gäste, die es kaum erwarten können, wieder einzukehren und Leute zu treffen.

Wie viele andere Betriebe im Bezirk Brugg hat das Café Stadtklatsch in Brugg ein Take-away-Angebot lanciert. Am Freitagmorgen von 8 bis 13 Uhr gibt es Kuchen, Zimtschnecken, Brote, Zöpfli, Kaffee, Suppe, Foccaciasandwich oder Wähe. Brotbestellungen können jeweils bis am Vortag um 16 Uhr aufgegeben werden.

Die Härtefallentschädigung hat sehr schnell funktioniert

Mitinhaberin Maya Rey sagt: «Es freut uns, dass viele Stammkunden kommen und uns mit ihren Brotbestellungen oder ihrem Kaffee/Kuchen zum Mitnehmen unterstützen.» Vor allem für die Motivation und Moral helfe dies sehr. «Wir lieben, was wir tun!» Finanziell sei dies jedoch ein Tropfen auf den heissen Stein. Wirtschaftlich gesehen haben die beiden Coronawellen das Café Stadtklatsch stark getroffen. Rey hält fest:

«Corona hat uns zum ersten Mal just ein paar Tage vor unserem ersten Geburtstag erwischt. Wir waren noch in den Kinderschuhen und wurden abrupt gebremst.»

Der Sommer sei gut gelaufen, aber die Einschränkungen im Herbst führten erneut zu einem Umsatzrückgang und mit dem Lockdown zum Stillstand. Maya Rey betont: «Nein, wir geben nicht auf und unsere Motivation, dies durchzustehen, hilft uns und gibt Kraft.» Erfreut ist sie, dass die neue Unterstützungsmassnahme mit der Härtefallentschädigung sehr gut und vor allem schnell funktioniert hat. Doch ob und wie diese für den März weitergeht, wissen die «Stadtklatsch»-Initiantinnen noch nicht.

Neben den Sorgen rund um Kosten, Personal etc. sei vor allem die grosse Ungewissheit schwierig, fährt Rey fort. Damit verbunden sind auch Fragen, ob es eine erneute Coronawelle geben wird und wie viele Gäste trotz möglicher Einschränkungen zurückkommen. Rey hofft auf die Kooperation mit der Stadt, was die Nutzung des öffentlichen Grunds betrifft.

Die Vorbereitungen auf die Wiedereröffnung laufen im Schenkenbergertal

Auch im geschichtsträchtigen Gasthof Bären in Schinznach-Dorf ist die Unsicherheit über den Wiedereröffnungstermin eine Belastung. Ursprünglich wollte das Besitzerpaar Silvia und Markus Spicher den «Bären» im Januar mit einem Jemen-Abend, Diaschau und arabisches Essen wiedereröffnen. Silvia Spicher sagt:

«Wir hatten vor, eine Reihe von Diavorträgen von verschiedenen Reisen von unterschiedlichen Menschen und Ländern zu zeigen mit jeweiligem Essen aus diesem Land.»

Doch dann kam der Lockdown. «Das ist einerseits hart für uns, aber auch eine Chance, uns langsam in das Gastrogewerbe einzuarbeiten», fährt Spicher fort. Da ihr Hotel offen sei, hätten sie immer wieder Gäste, die sie bekochen und bewirten können.

Die verbleibende Zeit nutzen sie, um die neue Website aufzuschalten und passende Produkte auszuwählen. Entsprechende Feedbacks bekam die Familie Spicher bereits von den Hotelgästen. Denn es gebe immer wieder Leute, die sich anmelden für ein feines Abendessen und ein gutes Frühstück und «das ist schön für uns», sagt Silvia Spicher.

Die Zimmer im Gasthof Bären sind individuell gestaltet.

Die Zimmer im Gasthof Bären sind individuell gestaltet.

Bild: zvg

Die Kehrseite: Finanziell wirkt sich das auf den Betrieb nicht aus. Wenn sie morgens um 6.30 Uhr in der Gaststube das Frühstück zubereite oder am Abend für einen einzigen Gast koche, mache sie das aus Freude und als Vorbereitung auf bessere Zeiten.