Gastroszene

Gastgeberin des «Müli»: Ihre romantische Ader führte sie nach Mülligen

«Es ist eine Herausforderung, aber ich mache das gern!»

«Es ist eine Herausforderung, aber ich mache das gern!»

Tessa Schneider, Gastgeberin der Müli Mülligen, über ihr Restaurant, die Magma Bar und wie sie all das unter einen Hut bringen will.

Tessa Schneider hat vor sieben Jahren das Restaurant «Müli» in Mülligen übernommen – jetzt baut sie ihr Tätigkeitsgebiet noch mit einer Bar aus.

Sie ist Hochzeitsplanerin, Gastgeberin im Restaurant Müli in Mülligen und Mutter von fünf – mittlerweile erwachsenen – Kindern. Ab dem 1. Mai übernimmt Tessa Schneider zudem die Magma Bar & Lounge der Bad Schinznach AG.

Der Terminkalender ist prall gefüllt, doch gestresst wirkt die 57-Jährige mit den langen braunen Locken keineswegs. Sie nimmt sich Zeit für die Fragen der Journalistin, setzt sich an einen Tisch in der lauschigen Gartenwirtschaft des Restaurants Müli. Ein paar Gäste sitzen unter dem riesigen Nussbaum, der willkommenen Schatten spendet. Nebenan plätschert ein kleiner Springbrunnen im Teich.

In der «Müli» steht die Hochzeitssaison an. Für Tessa Schneider ist das die schönste Zeit als Gastgeberin. 30 bis 35 Hochzeiten werden pro Saison in der «Müli» gefeiert. Das Restaurant hat sogar einen Raum, der als offizielles Standesamt anerkannt ist. Direkt an der Reuss steht zudem ein weisser Pavillon, umrankt von Rosen. Hier finden Hochzeiten direkt am Wasser statt. «Auch schon ist eine Braut mit dem Boot angekommen», schwärmt Tessa Schneider.

Sie hat am 3. April 2011 als Gastgeberin die «Müli» übernommen. «Die schöne Lage des Restaurants reizte mich, zudem konnte ich mitbestimmen, was wie gestaltet werden sollte», erinnert sich Tessa Schneider. Die «Müli» war ihr erstes eigenes Projekt. «Ich mit meiner romantischen Ader habe sofort gesehen, dass der Ort auch mit dem Pavillon perfekt ist für Hochzeiten.» Ursprünglich lernte die Halbitalienerin Coiffeuse, machte die Meisterprüfung, bildete Lehrlinge aus. Nebenbei arbeitete sie aber immer als Aushilfe im Gastgewerbe.

Dann lernte sie ihren Mann Paul Schneider kennen, einen bekannten Hotelier in der Region Baden. Bald schon packte sie in seinem Unternehmen mit an, begann, Hochzeiten zu organisieren. Um nebst der Praxis auch einen Einblick in die Theorie zu bekommen, absolvierte sie einen Kurs zur Hochzeitsplanerin. Paul Schneider ist mittlerweile verstorben.

Viel Liebe zum Detail

Mit viel Herzblut, Liebe zum Detail und Einsatz konnte sich Tessa Schneider in den vergangenen Jahren ihre Vorstellungen, wie es in der «Müli» laufen soll, verwirklichen. «Das ist aber nur dank der Unterstützung des Teams gegangen», sagt Tessa Schneider. «Wir haben eine gemeinsame Vision.»

Sie kann sich noch gut an diesen 3. April 2011 erinnern. Voller Elan sei sie an die Sache herangegangen. Kurz vor der Eröffnung habe sie aber zwei schwache Minuten gehabt. «Ich habe zu mir gesagt: ‹Läck mer, was hani do gmacht?›»

Doch die Zweifel tauchten nur kurz auf. Der April damals war genauso schön und warm wie der diesjährige. Entsprechend rasch merkten die zahlreichen Spaziergänger, dass die «Müli» wieder offen ist. Aber: «Weil die ‹Müli› etwas abgelegen ist, müssen die Leute zu uns wollen», sagt Tessa Schneider. «Einfach so findet man uns nicht.» Auch darum gebe es immer noch Leute, die sich erstaunt zeigen, dass die «Müli» wieder offen ist. Obwohl Tessa Schneider und ihr Team bereits seit sieben Jahren vor Ort sind.

«Am Anfang wurden wir auch damit überrascht, dass viele Gäste gekommen sind, nur um zu essen. Da kamen wir mit unserem kleinen Team etwas an die Grenze», erinnert sich Tessa Schneider. Das rühre daher, dass die «Müli» früher nur als gehobenes Speiserestaurant bekannt war. Heute ist es möglich, auch nur etwas zu trinken.

«Wir wollen Gastgeber sein für alle», sagt Tessa Schneider. «Für die Vereine, für Spaziergänger, aber auch für jene, die gehoben essen wollen.» Das Team hat sich übrigens seit 2011 von acht Personen auf heute elf vergrössert. Und Tessa Schneider ist stolz auf das, was sie erreicht hat.

Das Restaurant Müli in Mülligen liegt etwas abgelegen direkt an der Reuss. Geführt wird es von Tessa Schneider.

Restaurant Müli Mülligen

Das Restaurant Müli in Mülligen liegt etwas abgelegen direkt an der Reuss. Geführt wird es von Tessa Schneider.

Was sie aber so nicht mehr machen würde: den eigenen Töchtern im Betrieb eine Lehrstelle anbieten. «Das war wirklich schwierig», sagt Tessa Schneider rückblickend. «Wir konnten privat und beruflich nicht trennen. Das war dann auch für das Personal unangenehm.» Zwei Töchter haben ihre Lehre in der «Müli» gemacht, eine dritte an einem anderen Ort in der Gastronomie. Heute helfen sie gerne in der «Müli» aus, das Verhältnis habe sich wieder beruhigt, sagt Tessa Schneider. Die jüngste Tochter und der Sohn haben übrigens mit der Gastronomie nichts am Hut.

Per 1. Mai vergrössert Tessa Schneider ihr Tätigkeitsfeld. Sie übernimmt als Pächterin die Magma Bar & Lounge der Bad Schinznach AG. Mit der Kapelle und der Bar kann sie so Brautpaaren mehr Möglichkeiten bieten. Die Teams in beiden Lokalen bleiben erhalten. Und Tessa Schneider wird hin und her pendeln, dort Einsätze leisten, wo es sie gerade braucht. Egal, ob im Service oder beim Abwasch: Tessa Schneider ist eine Chefin, die selber mitanpackt.

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