Die gute Küche, der gemütliche Pavillon, die prächtige Terrasse über der Aare mit der herrlichen Aussicht: In der früher weitherum bekannten «Schifflände» in Stilli soll neues Leben einkehren. «Wir möchten hier am alten Standort der Aarefähre ein gastronomisches Angebot bieten, das auf historischen Wurzeln gründet, aber der heutigen Zeit entspricht. Die Bewohner der Region sollen die Freizeitmöglichkeiten in nächster Nähe wieder entdecken und nutzen», sagt Theres Oesch, Verwaltungsratspräsidentin der Riviera Stilli AG.

Diese erwarb das Ensemble mit Restaurant und Wohnhaus vor rund fünf Jahren und plant eine Erneuerung. In einem ersten Schritt lag im Herbst 2013 das Gesuch um einen verbindlichen Vorentscheid für das Bauprojekt auf. Geklärt wurde unter anderem, wie die Räumlichkeiten angepasst werden können. 

Der Vorentscheid, der jetzt vorliegt, sei positiv ausgefallen, sagt Theres Oesch. Allerdings: «Die Auflagen sind relativ umfangreich. Sie müssen im definitiven Baugesuch beachtet werden.» Als einen der entscheidenden Punkte bezeichnet sie die vorgesehene Verbindung des Pavillons mit dem Haupthaus in der Uferschutzzone. Dieses Vorhaben könne bewilligt werden. Auch andere Auflagen wie die Farbgebung oder die Integration ins Dorfbild sollten erfüllbar sein. Grundsätzlich gehe es darum, dass der Ortsbildschutz mit einer kommerziellen Nutzung vereinbar sei, hält die Verwaltungsratspräsidentin fest.

Nicht nur eine Überbauung

Die Riviera Stilli AG hat zwei Jahre Zeit, ein definitives Baugesuch einzureichen. «Wir möchten deshalb innerhalb dieser Zeitspanne das Betriebskonzept definiert wie auch den Betreiber an Bord haben», stellt Theres Oesch fest und ergänzt: «Idealerweise beteiligt sich ein Betreiber an der Finanzierung – auch mit der Möglichkeit, die Gestaltung zu beeinflussen.» Alternativ hat sich die Eigentümerin mit der Idee einer Kooperative auseinandergesetzt. «Wir sind auch für Vorschläge von aussen offen», führt Theres Oesch aus. Wichtig sei, dass dieser einmalige Ort nicht einfach zu einer Überbauung mit Eigentumswohnungen werde. «Daran sind wir nicht interessiert.»

Auf ihr Vorhaben hat die Riviera Stilli AG positive Reaktionen erhalten, zwei Einsprachen konnten gütlich erledigt werden. Bei den Fachleuten schwinge indes immer die Skepsis mit, ob ein Restaurant an dieser ländlichen, eher abgelegenen Lage kostendeckend betrieben werden könne, räumt Theres Oesch ein. Denn: «Bei gutem Wetter ist es ausgelastet, bei schlechtem Wetter kaum.» Von Bedeutung seien aus diesem Grund das Betriebskonzept und der Gastgeber. «Wir haben unsere Fühler in verschiedene Richtungen ausgestreckt, um einen innovativen Wirt zu finden. Leider bisher ohne Erfolg.»

Mehr als der Durchschnitt

In der heutigen Zeit brauche es ein attraktives Konzept sowie ein motiviertes Team, das einen guten Standard biete und sich mit seiner gastronomischen Leistung von der Masse abhebe, fährt Theres Oesch fort. «Die Beiz muss von der Bevölkerung getragen werden, muss genügend Gäste anziehen sowohl am Mittag wie am Abend.» Die Verwaltungsratspräsidentin stellt indes klar: «Wir werden natürlich nicht auf Biegen und Brechen in ein Restaurant investieren, ohne dass wir einen guten Betreiber in Aussicht haben.»

Trotzdem: In einer Zeit, in der rundherum Lokale schliessen, hat sich die Eigentümerin vorgenommen, die gastronomische Umgebung zu erhalten, einen Ort für ein gemütliches Essen mit Kollegen, Familie, Geschäftsleuten zu schaffen. «Die finanziellen Ziele sind dabei bewusst tief gesteckt, auch aufgrund unserer Abklärungen im gastronomischen Umfeld», sagt Theres Oesch.

Eventuell gelinge es, das Dorf weiterzuentwickeln und eine «Erholungslandschaft» zu kreieren. Und vielleicht, fügt die Verwaltungsratspräsidentin an, entsteht auch im Zusammenhang mit dem geplanten Park Innovaare, dem neuen Forschungs- und Entwicklungszentrum gleich gegenüber dem Paul-Scherrer-Institut (PSI), ein Bedürfnis nach einem «ruhigen Ort mit gastronomischer Aussicht».