Windisch

Garagist setzt sich für mehr Arbeitsplätze ein: «Ich kämpfe seit über 20 Jahren dafür»

Die E. Baschnagel AG möchte im hintersten Teil des Areals «Im Winkel» (Bildmitte) die Garage erweitern.

Die E. Baschnagel AG möchte im hintersten Teil des Areals «Im Winkel» (Bildmitte) die Garage erweitern.

Seit über 20 Jahren kämpft Peter Baschnagel in Windisch dafür, dass sein Familienunternehmen im Winkel expandieren kann. Er ist frustriert und möchte endlich mit dem Kanton und der Gemeinde zusammen an einen Tisch sitzen können.

Das unüberbaute Gebiet «Im Winkel» hinter dem Reisezen­trum Knecht ist das Areal, wo in Windisch der nächste grössere Entwicklungsschritt stattfinden dürfte. Seit Februar 2020 ist die neue Bau- und Nutzungsordnung (BNO) der gut 8000 Einwohner zählenden Gemeinde rechtskräftig. Die Grundstücke im Winkel beschäftigen die Politik, den Kanton, Gewerbetreibende und mögliche Bauherren schon seit längerer Zeit.

Im August 2018 verlangte die SP-Fraktion im Zusammenhang mit der BNO-Revision in einer Motion, im neu eingezonten beziehungsweise umgezonten Gebiet «Im Winkel» sei im Gestaltungsplan ein Anteil von mindestens 30 Prozent der Bruttogeschossfläche als gemeinnütziger Wohnungsbau festzulegen. In einer ausführlichen Botschaft beantragt der Gemeinderat dem Einwohnerrat für die Sitzung vom 20. Januar im Campussaal nun, diese Motion abzuschreiben. Er will sich aber verpflichten lassen, eine lokale oder in der Region verankerte gemeinnützige Trägerschaft bei einem konkreten Vorhaben zu unterstützen, insbesondere bei Verhandlungen mit dem Kanton.

Autovertretungen verlangen grössere Ausstellungsflächen

Der Kanton besitzt mit einem Anteil von 65 Prozent die grösste Fläche auf dem Areal «Im Winkel» und möchte seine Grundstücke veräussern. Dieses Schwerpunktgebiet für Wohnnutzung beinhaltet auch eine Mischzone (WA4) für das Gewerbe mit mindestens 60 Prozent Wohnanteil. Doch die Einteilung für diese Gewerbezone erfolgte so, dass die seit 1956 in Windisch domizilierte Garage E. Baschnagel AG ihre dringend benötigte Erweiterung nicht umsetzen kann.

Rückblick: Das Traditionsunternehmen musste 1997 dem Kanton für den Neubau des Kreisels an der Hauserstrasse Land abgeben. Dafür forderte es Realersatz, bekam ihn aber nicht, sondern wurde entschädigt. Inhaber und Verwaltungsratspräsident Peter Baschnagel berichtet der AZ von jahrelangen Verhandlungen mit dem Kanton. Im Zusammenhang mit der BNO-Revision ergab sich eine neue Möglichkeit. Denn damit die E. Baschnagel AG ihre Vertretungen behalten kann, müsste die Firma die Ausstellungsfläche vergrössern und in Windisch zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Peter Baschnagel spricht von 13 zusätzlichen zu den 30 vorhandenen Stellen.

Die neue Gewerbezone müsste umgelegt werden

Baschnagel will die WA4-Zone nicht vergrössern, sondern nur so umlegen, damit er hinter seinem Hauptsitz die Erweiterung realisieren kann. «Eine erste Grundstückstudie zur Arealentwicklung haben wir beim Gemeinderat Windisch im Januar 2012 – noch vor der BNO-Revision – eingereicht und vorgestellt», hält Peter Baschnagel fest. Ein weiteres detaillierteres Projekt mit möglicher Lage und Flächenbedarf sei durch die Firma erstellt und an der Sitzung vom 25. April 2017 im Gemeindehaus der Gemeindepräsidentin Heidi Ammon (SVP), der Geschäftsleiterin Raumentwicklung der Metron AG sowie dem Leiter Planung und Bau der Gemeinde Windisch vorgestellt worden.

Teilgestaltungspläne sind nicht erlaubt

Am 3. Juli 2017 teilte Landammann Stephan Attiger (FDP) mit, dass im Winkel eine gemischte Nutzung möglich sei. Acht Tage später bestätigte die Gemeinde Windisch den Eingang der Baschnagel-Studie. Die zahlreichen Eingaben und Stellungnahmen der E. Baschnagel AG zum Entwurf der BNO haben laut dem Firmeninhaber in der Planung jedoch keinen Niederschlag gefunden. Zur neuen Bauzone und Zonenop- timierung im Winkel reichte CVP-Einwohnerrat Toni Burger zwei Kleine Anfragen ein, weil er wollte, dass es endlich vorwärtsgeht.

SP-Vizepräsidentin Rosi Magon räumte an der Einwohnerratssitzung Ende Oktober 2020 ein, dass es hier zu Verzögerungen gekommen sei. Ein konkretes Bauvorhaben liege nicht vor. Die beiden Hauptinteressenten hätten es bis heute nicht geschafft, ihre Interessen innerhalb der zur Verfügung stehenden Fläche WA4 unterzubringen. Zudem seien Teilgestaltungspläne nicht erlaubt.

Wartet seit Monaten auf Bereitschaft

Inhaber Peter Baschnagel ist frustriert und sagt: «Ich kämpfe seit über 20 Jahren dafür, die Arbeitsplätze in Windisch zu behalten.» Aber wenn er nicht ausbauen könne, müsse er sich gut überlegen, wo sich der Hauptsitz seiner Firma künftig befinden soll. Seit Monaten wartet er darauf, die Bereitschaft des Kantons wahrzunehmen, um mit dem Kanton und der Gemeinde endlich zusammen an einen Tisch sitzen zu können.

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