Festlich gings zu und her, am gut besuchten Neujahrsempfang im Salzhaus am 1. Januar. Stadtammann Daniel Moser stand am Eingang, begrüsste jeden Gast persönlich und wünschte ein gutes, neues Jahr. Für musikalische Leckerbissen sorgten Violinist Sebastian Bohren, Bratschist Lech Antonio Uszynski sowie Cellist Benjamin Nyffenegger. Die drei präsentierten Stücke von Mozart, Schubert und Beethoven um 1815, der Gründerzeit der Kulturgesellschaft des Bezirks Brugg. Mit Standing ovations wurden die drei jungen Musiker bedacht.

Neujahresempfang in Brugg

Neujahresempfang in Brugg

Der langjährige Präsident der Kulturgesellschaft, Max Weyermann, trat im historischen Festagskleid mit Gehrock und Hut auf die Bühne. In einer witztigen Rede, legte er den Begriff «Kultur» zunächst gemäss Lexikon aus: «Kultur, Pflege des Körpers, primär aber des Geistes. Kultur wird im abendländischen Verständnis traditionell im Gegensatz zur 'Natur' gesetzt. Ich persönlich, sehe die Kultur nicht als eigentlichen Gegensatz, sonder als wertvolle Ergänzung zur Natur. Wer die Natur, die Geisteskultur oder grad beides missachte, verpasse die Chance auf ein sinnvolles Leben», erklärte Max Weyermann. Bevor man sich am Apéro der Ess- und Trinkkultur widmen konnte, las Max Weyermann sein Gedicht "Hoch lebe die Kultur!" vor.

"Das Miteinander pflegen"

Stadtammann Daniel Moser hatte anfangs die neue Einwohnerratspräsidentin und damit höchste Bruggerin, Barbara Horlacher, begrüsst. Er stellte sie mit den Worten vor: «Sie hat heute ihren ersten Arbeitstag.» In seinem Rückblick streifte er Themen wie die Aufhebung des Mindestkurses, das Konsumverhalten, die Griechenlandkrise, Terroranschläge und die Muskelspiele der Weltmächte.

Rund um National-, Ständerats- und Bundesratswahlen stelle er eine Respektlosigkeit gegenüber den Menschen fest.  Auch über die Flüchtingswelle sprach er: «Den mit dem vollen Boot, können wir nicht mehr bringen. Stellen wir uns vor, wieviel Ungerechtigkeit es bräuchte, um das eigene Land zu verlassen. Wir können es uns nicht vorstellen.»

Umso mehr, so betonte Daniel Moser, sollte man die Augen für Positives öffnen. Als gutes Beispiel erwähnte er die EXPO 2015. «Das war eine super Sache.» Und ein Motto für 2016 hatte der Stadtammann ebenfalls parat: «Gutes tun für unsere Gesellschaft, nicht immer fragen, was erhalte ich dafür? und das Miteinander pflegen.» Das Miteinander pflegten die Bruggerinnen und Brugger später bei einem grosszügigen «Apéro riche» mit Wein, Gebäck, Canapés und guten Gesprächen.