Meine Arbeit macht mir immer noch Spass.» Spricht die gebürtige Tschechin Drahu Kohout diesen Satz aus, klingt er nicht oberflächlich, sondern aufrichtig. Man glaubt dieser vor Energie nur so sprühenden Frau aufs Wort. Dabei war der Start für sie keineswegs einfach. Von einem Tag auf den anderen hatte sie 2011 die Städtische Galerie Zimmermannhaus von ihrer erkrankten Vorgängerin übernommen.

Das Jahr 2012 war dann das erste, dessen Ausstellungsprogramm die Grafikerin und bildende Künstlerin in alleiniger Regie verantwortete. Die Ausrichtung sollte progressiver werden: «In dieser Galerie sollen vermehrt Künstlerinnen und Künstler Ende 20 bis Mitte 30 zu Gast sein. Und», fügte sie hinzu, «es wird wenn immer möglich keine Einzelausstellungen mehr geben.» Die beiden Räume im ersten und zweiten Stock seien nämlich derart gross und unterschiedlich, dass sie in einer Ausstellung gleich mehreren Künstlern eine Plattform bieten wolle.

Ob das Konzept beim Publikum ankommen würde, war nicht abzuschätzen. Es kam an, was das wachsende, auch überregionale Interesse belegt. An sechs Ausstellungen hielt Drahu Kohout zunächst fest, doch dann stellte sie aufgrund von Reaktionen fest: «Für manche Besucher war die Ausstellungsdauer von vier Wochen einfach zu kurz.» Deswegen gibt es ab 2013 nur noch vier Ausstellungen, die nun aber während sechs Wochen zu sehen sind. Nicht mehr angeboten wird die im März 2012 als Pilotprojekt lancierte «Kunst am Mittag». Viermal pro Jahr wollte Drahu Kohout von 12 bis 13 Uhr Menschen neugierig auf die Galerie machen, wollte ihnen die Schwellenangst vor zeitgenössischer Kunst nehmen. Allein, es kamen nur wenige. Die Galerieleiterin kann über die Gründe des mangelnden Zuspruchs nur rätseln. «Vielleicht will man sich am Mittag wirklich in erster Linie verpflegen.» Dafür fanden die Ausstellungen sowie die im Obergeschoss mit dem schönen Gebälk stattfindenden, renommierten Kammerkonzerte grossen Anklang. Rund 300 bis 400 Gäste verzeichnet die Städtische Galerie pro Ausstellung (inklusive Konzert).

Zeitgenössischer Aspekt

Das Zeitgenössische spiegelt sich sowohl in den Ausstellungen wie in den Konzerten der Saison 2012/13. Darin nimmt der Komponist Balz Trümpy eine zentrale Rolle ein. Zeitgleich mit dem ersten Tag der Ausstellung Ida Dober/Serena Amrein ist das Konzert des Asasello Quartetts mit Streichquartetten von Trümpy angesetzt – kein Zufall. Sowohl bei Ausstellungen wie bei Konzerten soll der gestiegene Besucherzuspruch noch weiter durch einen spannenden Mix von regionalen und überregionalen Künstlern gesteigert werden.

Damit will Drahu Kohout gleichermassen Stammgäste ansprechen wie neue Besucher gewinnen. Auch ganz junge. Deshalb sucht sie den Kontakt mit Schulen. Und wir ihn mit Studierenden am Campus suchen – immerhin wird dieser im Oktober dieses Jahres eröffnet. Drahu Kohout freut sich sehr darauf, sagt dann aber: «Ich möchte nicht jetzt schon mit grossen Plänen aufwarten. Der Campus soll erst einmal starten – dann werden wir hier in der Galerie Zimmermannhaus weitersehen.»