In gut vier Monaten gehört die Gemeinde Schinznach-Bad zum Gebiet der Stadt Brugg. Per 1. Januar 2020 erfolgt der Zusammenschluss. Die Vorbereitungen laufen auf beiden Verwaltungen auf Hochtouren. «Wir wollen am 1. Januar bereit sein», sagte Barbara Horlacher, Stadtammann Brugg, gestern an einer Medieninformation. Um die Bevölkerung über die Änderungen zu informieren, wurde extra eine Website unter www.brugg-schinznachbad.ch aufgeschaltet.

Informiert wird über die Bereiche Behörden, Verwaltung, Schulen, Liegenschaften und Anlagen, Wasser und Entsorgung sowie Gesetzliches. Wer keine Antwort auf seine Fragen findet, kann sich via Kontaktformular melden. Die Website wird in den nächsten Wochen fortlaufend mit weiteren Informationen ergänzt.

Unter der Leitung von Daniel Rohrer, Leiter Projekte und Controlling der Stadt Brugg, Yvonne Brescianini (Stadtschreiber Brugg) und Nicole Seiler (Gemeindeschreiberin Schinznach-Bad) haben sich Arbeitsgruppen aus den Verwaltungen um verschiedene Themen gekümmert. Regelmässig erhalten die Exekutiven Statusberichte. «Es hat sich gezeigt, dass dank der guten Arbeit der Arbeitsgruppen viele Detailabklärungen bereits im Vorfeld der Fusion gemacht wurden. Das erweist sich nun als sehr wertvoll», sagte Horlacher.

Zivilschutzorganisation profitiert vom Platz im Werkhof

Inzwischen wurde beispielsweise entschieden, dass auf der Verwaltung in Brugg künftig die Gemeindesoftware von Schinznach-Bad genutzt wird. Der entsprechende Softwarewechsel wurde bereits vorgenommen, die elektronische Dossiererfassung sowie die Zusammenführung der Daten läuft noch.

Unklar ist, was mit dem Gemeindehaus und dem Werkhof in Schinznach-Bad passieren soll. Allenfalls erhält die Musikschule im Gemeindehaus mehr Platz, auch der Mittagstisch ist da untergebracht. Das Gemeinderats- und das Konferenzzimmer im 1. Stock könnte möglicherweise von Vereinen als Sitzungszimmer genutzt werden, hielt Frau Gemeindeammann Angela Lunginovic fest.

Der heutige Werkhof in Schinznach-Bad bleibt einerseits Standort des Werkdiensts Brugg und Magazin für die Feuerwehr. Hier werden noch sanitäre Anlagen installiert. Andererseits kann die Zivilschutzorganisation (ZSO) Brugg Region vom restlichen Platz profitieren. Die ZSO hat seit längerem Bedarf an Einstellräumlichkeiten angemeldet, der Werkhof in Schinznach-Bad ist die Lösung. Für den Werkdienst Brugg kommt es mit dem Zusammenschluss zu einer Änderung: Er wird künftig zuständig sein für die Pflege des Friedhofs in Schinznach-Bad. Auf den übrigen Friedhöfen wird dies von externen Unternehmen erledigt.

Anzahl Feuerwehrangehörige wird bei weitem nicht erreicht

Mit der Fusion gehört die Gemeinde Schinznach-Bad neu ins Einsatzgebiet der Stützpunktfeuerwehr Brugg und nicht mehr in jenes der Feuerwehr Schenkenbergertal. Insgesamt 20 Angehörige der Feuerwehr sollten in Schinznach-Bad rekrutiert werden. Diese Zahl wird im Moment bei weitem nicht erreicht. Aus diesem Grund findet heute Abend ein Informationsanlass statt, um motivierte Leute für die Feuerwehr zu gewinnen.

Um 20 Stellenprozente aufgestockt wird zudem die Schulsozialarbeit. «In diesem Bereich können wir von Brugg profitieren, da wir dies bis anhin nicht angeboten haben», sagte Angela Lunginovic. Zurzeit ist auf der Website der Stadt Brugg eine 40-Prozent-Stelle in der Schulsozialarbeit ausgeschrieben. Im Team intern ist es noch zu Pensenverschiebungen gekommen, was die 40 Prozent erklärt. Bei Vakanzen auf der Verwaltung der Stadt Brugg wird zuerst das Personal in Schinznach-Bad angefragt, ob jemand interessiert ist an der Stelle.

Weiter ist auf der Stadtverwaltung Brugg der Budgetprozess im Gang. Dieser beinhaltet nun zum ersten Mal auch das Gemeindegebiet Schinznach-Bad. So wird beispielsweise Geld einberechnet für den neu gegründeten Quartierverein Schinznach-Bad, der die Kulturkommission ersetzt. Ende Oktober entscheidet der Einwohnerrat Brugg über das Budget, anschliessend erfolgt die Abstimmung an der Urne in Brugg und Schinznach-Bad.

Ein erster gemeinsamer Anlass ist dann der Neujahrsapéro am 1. Januar in Brugg. In Schinznach-Bad organisiert der Quartierverein am 5. Januar einen Neujahrsapéro sowie im Frühling eine Stadtführung. Vorläufig sind keine weiteren Anlässe für die Integration des neuen Stadtteils geplant.

Viele Arbeiten können erst jetzt, gegen Ende des Jahres, abgeschlossen werden. «Wir sind aber auf Kurs», meinte Barbara Horlacher.