Gemeindeversammlung
Fusionsgemeinde Bözberg ist in Festlaune – und will 2016 ein Dorffest

Geht es nach dem Stimmvolk, soll 2016 ein Dorffest mit integriertem Jugendfest stattfinden. Ein entsprechender Antrag wurde von 138 Anwesenden – von 180 – an der Gmeind gutgeheissen. Bis 2020 kann Bözberg noch finanziell von der Fusion profitieren.

Claudia Meier
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Die Linner Linde.

Die Linner Linde.

Claudia Meier

«Wir haben auf Anregung eines Privaten unter der Rubrik ‹Bildung› 10’000 Franken für ein Jugendfest im Budget 2015 eingesetzt», sagte der Bözberger Ammann Peter Plüss an der Gemeindeversammlung am Mittwochabend. Schulpflegemitglied Hans Peter Flückiger stellte den Antrag, das Jugendfest in ein Dorffest zu integrieren und den Budgetposten in die Rubrik ‹Kultur, Sport und Freizeit› zu verschieben. Die Organisation sollte im ersten Quartal 2015 aufgegleist werden, damit 2016 ein Fest für alle Bözberger stattfinden kann. 138 der 180 anwesenden Stimmbürger (von insgesamt 1182) hiessen diesen Antrag diskussionslos gut.

Auch das Budget 2015 mit dem unveränderten Steuerfuss von 99 Prozent wurde ohne Gegenstimme verabschiedet. Der Fusionsgemeinde geht es finanziell nicht schlecht: Der Steuerfuss werde voraussichtlich auch für das Jahr 2016 nicht steigen, so Gemeindeammann Plüss. Zudem fliessen aus dem kantonalen Finanzausgleich noch bis 2020 jährlich 529’000 Franken auf den Bözberg.

Klares Ja zum Bus-Zusatzkurs

Die definitive Einführung des Postauto-Zusatzkurses 15.35 Uhr ab Brugg für die Primarschüler und Kindergärtler gab im Vorfeld der Versammlung am meisten zu diskutieren (die az berichtete). Der Gemeinderat verzichtete in seiner Botschaft darauf, einen konkreten Antrag zu stellen. Vielmehr wies er auf den für den Kanton ungenügenden Kostendeckungsgrad von unter 30 Prozent auf der Buslinie Brugg–Linn hin, der eine Kostenbeteiligung durch die Gemeinde notwendig macht, sowie die tiefen Zahlen im Rahmen der manuellen Frequenzzählungen durch die Postauto AG ab Haltestelle Ursprung.

Schulpflegepräsidentin Barbara Dethomas machte die Stimmbürger darauf aufmerksam, dass die Schulpflege ein Flugblatt mit den wichtigsten Argumenten verschickte, weil ihr der Gemeinderat keine Plattform im Einladungsbüchlein zur Verfügung stellen wollte. Sollte der Zusatzkurs gestrichen werden, hätte dies eine Zerstückelung des Stundenplans zur Folge. Dethomas sprach von einem «pädagogischen Unsinn», wenn ein Teil der Nachmittagslektionen bereits vor dem Mittag vorgeholt werden müsste. Ihr engagiertes Plädoyer wurde mit Applaus belohnt.

Durch die Gemeindefusion habe es auch an der Schule viel Unruhe gegeben, räumte eine Stimmbürgerin ein. Und jetzt, wo wieder etwas Ruhe eingekehrt sei, spiele der Gemeinderat mit dieser Sparübung den Fusionsgegner in die Hand. «Ist es das wert?», fragte sie. Für die Streichung des Busses setzte sich am Rednerpult, zu dem alle Votanten schreiten mussten, niemand ein. Der Gemeinderat brachte in der Folge lediglich den Antrag der Schulpflege zur Abstimmung und somit wurde die definitive Einführung des Zusatzkurses mit 153 Ja- zu 9 Nein-Stimmen klar angenommen.

Grabstein frühestens nach 1 Jahr

Mit dem überarbeiteten Bestattungs- und Friedhofsreglement wurde das letzte Reglement der neuen Gemeinde Bözberg genehmigt. Ein ehemaliger Totengräber stellte zwei Änderungsanträge. Gutgeheissen wurde sein Vorschlag, den Grabstein bei Erdbestattungen erst 12 und nicht bereits 9 Monaten nach der Beisetzung aufzustellen. Der Souverän lehnte hingegen den Antrag ab, die Gebühren um 20 Prozent zu reduzieren, weil die Grabesruhe neu nur noch 20 statt 25 Jahre beträgt.

Die Feuerwehr Bözberg bekommt zwei neue Fahrzeuge. Mit 165 Ja- zu 9 Nein-Stimmen wurde der Rahmenkredit in der Höhe von 710’000 Franken angenommen. Wo das Magazin künftig stehen wird, ist noch nicht entschieden.

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