BEEH

Fusionsabklärungen sind im Gange: «Ortsbürger sollen wissen, welche Möglichkeiten sie haben»

Die acht Arbeitsgruppen zum Projetk BEEH werden sich insgesamt sieben Mal treffen – bis Ende Jahr wird der Schlussbericht verfasst.

Die acht Arbeitsgruppen zum Projetk BEEH werden sich insgesamt sieben Mal treffen – bis Ende Jahr wird der Schlussbericht verfasst.

Am ersten Workshop für eine mögliche Gemeindefusion wurde rege diskutiert. Ammann von Hornussen macht beim Fusionsprojekt nicht mit und in keiner der Projektgemeinden gibt es derzeit ein Jugendkonzept. Schwerpunkt des Abends waren die Ortsbürger.

In diesem Jahr klären die vier Fricktaler Gemeinden Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen (BEEH) ab, ob sie künftig fusionieren oder die Zusammenarbeit intensivieren möchten. Dem Projektausschuss steht Robert Schmid, Gemeindeammann von Bözen, vor.

Sein Stellvertreter ist Ammann Giovanni Carau von Elfingen. Ebenfalls dabei sind der Effinger Ammann, Andreas Thommen, und Guy David, Vizeammann von Hornussen. «Aufgrund eines persönlichen Projekts hat sich der Gemeindeammann von Hornussen, George Winet, entschieden, nicht bei den Zusammenschlussabklärungen mitzuwirken», sagt Robert Schmid auf Nachfrage der AZ.

Nach der Kick-off-Veranstaltung im Januar haben sich die acht Arbeitsgruppen diese Woche im Schulhaus Bözen zum ersten Workshop getroffen. «Nicht die Fusion unserer Gemeinden bedeutet ein Erfolg des Projekts, sondern die richtige Zukunft für alle in unserer Talschaft ist das Ziel», sagte Robert Schmid, als er die gegen 100 Mitwirkenden der Zusammenschlussabklärungen begrüsste.

Schmid unterstrich sein Votum mit dem Motto «zäme HEBE», das er dem Hornusser-Skilager entlehnt hatte. Überhaupt seien die Jungen bei dieser ersten Arbeitssitzung ein wiederkehrendes Thema gewesen, heisst es in einer Medienmitteilung.

Jüngere stiessen Fusion in Glarus an

Projektbegleiter Jean-Claude Kleiner fügte an: «Ich erinnere mich an die Grossfusion im Kanton Glarus. Dort war es letztlich die jüngere Generation, die sich vehement für eine Reduktion der einst 25 auf heute drei Gemeinden stark gemacht hat.»

Susanne Trefzer, Leiterin der Arbeitsgruppe «Jugend/Alter, Gesundheit/Spitex», erwähnte in der abschliessenden Präsentation ihrer Sitzungsergebnisse: «Wir haben heute Abend die Schwerpunkte Jugend und Jugendpolitik unter die Lupe genommen und dabei festgestellt, dass in keiner der Projektgemeinden ein Jugendkonzept besteht.

Bei einem allfälligen Zusammenschluss wäre eine gemeinsame Stossrichtung wichtig.» Trefzer musste auch zugeben: «Letztlich konnten wir uns die Bedürfnisse der Jugend lediglich vorstellen, denn in unserer Gruppe fehlt noch eine Vertretung dieser Zielgruppe.»

Für die weiteren Abklärungen werden die Fachgruppen Fakten zusammentragen oder Fachpersonen für vertiefte Ausführungen zu einem Aspekt suchen. So zum Beispiel Roger Frey, Leiter der Arbeitsgruppe «Energie, Wasser/Abwasser, Werkhof», der sich ein Referat zur zeitgemässen Wasserversorgung wünscht. Projektberater Kleiner wies auf die richtige Flughöhe hin, auf der sich die Arbeitsgruppen finden müssen, damit die komplexe Thematik erfolgreich in Angriff genommen werden kann.

«Damit nicht alles den Bach ab geht»

Am Schluss werden Zahlen und Fakten den Entscheid Richtung Zukunft der Projektgemeinden genauso beeinflussen wie das Emotionale. Das zeigte sich beispielsweise in der Arbeitsgruppe «Ortsbürgergemeinden, Forst/Landwirtschaft».

Die Ortsbürger waren Schwerpunktthema des Abends und Leiter Andreas Thommen erkundigte sich bei den Mitwirkenden nach der Motivation, sich für das BEEH-Projekt zu engagieren. Christian Bossart senior, langjähriger Gemeinderat und Ortsbürger von Effingen, sagt: «Ich will nicht zulassen, dass alles, was unsere Vorfahren aufgebaut und gepflegt haben, in einen Topf kommt und Bach ab geht.»

Verena Erb, während zweier Jahrzehnten im Bözer Gemeinderat und als Gemeindeammann aktiv sowie Ortsbürgerin, meinte: «Ich finde, dass nicht alle auf Anhieb ‹Juhui› sagen müssen zu einer Fusion. Mir geht es vielmehr darum, in diesem Prozess griffige Argumente zu sammeln. Insbesondere die Ortsbürger sollen wissen, welche Möglichkeiten sie im Rahmen einer allfälligen Fusion haben.»

Dazu konnte der Gast in der Arbeitsgruppe, Marc O. Schmellentin von der Gemeindeabteilung des Departements Volkswirtschaft und Inneres des Kantons Aargau, aus erster Hand Auskunft geben. Er erklärte – gestützt auf das geltende kantonale Gemeindegesetz –, dass bei einem Zusammenschluss von Einwohnergemeinden der Grosse Rat zugleich die entsprechenden Ortsbürger zu einer Ortsbürgergemeinde vereinigt.

Die Ortsbürgergemeinden ihrerseits können sich aber auch mit den entsprechenden Einwohnergemeinden vereinigen, wenn beide Gemeinden – also die Ortsbürger- als auch die Einwohnergemeinde – dies so beschliessen und der Grosse Rat die Genehmigung erteilt. Im Projektraum BEEH wären es die Ortsbürger von Effingen, Elfingen und Bözen, die betroffen wären. In Hornussen existiert keine Ortsbürgergemeinde mehr.

Weitere Informationen zum laufenden BEEH-Projekt auf  www.projekt-beeh.ch.

(9. Februar 2018)

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