Denkbar knapp ist die Fusionsabstimmung in Schinznach-Bad, vor allem aber in der Stadt Brugg ausgefallen. Überzeugung sieht anders aus. Von den gerne propagierten, weit geöffneten Türen keine Spur. Es ist eher nur ein Spalt, den die Brugger für Schinznach-Bad offengelassen haben. Immerhin: Die Stimmbeteiligung war überdurchschnittlich hoch. Letztlich dürften die sachlichen Argumente entschieden haben und nicht die Emotionen, obwohl diese vor allem in Schinznach-Bad hochgegangen sind.

Zu denken gibt die Gleichgültigkeit, die vor dem Abstimmungssonntag in Brugg geherrscht hat. Während in Schinznach-Bad die Vorlage intensiv diskutiert wurde, nahm in Brugg kaum einer an den Infoveranstaltungen teil, nur wenige äusserten sich zum Zusammenschluss. Es wäre Sache der Behörde gewesen, die Diskussion zu lancieren. Das muss künftig besser gemacht werden.

Doch auf die Exekutive von Brugg wartet zuerst eine andere Aufgabe. Dringend angehen muss sie die Problemlösung bezüglich Oberstufe Schenkenbergertal. Als Zentrumsgemeinde und Bezirkshauptort sollte sich die Stadt um sämtliche Gemeinden im Bezirk kümmern. Das Gespräch mit den Vertretern der gefährdeten Kreisschule ist gemäss Stadtammann Barbara Horlacher aufgegleist. Das ist der richtige Weg und es ist zu hoffen, dass er zu einer guten Lösung für alle Beteiligten führt.

Auch sonst sind die Umsetzer der Fusion darin gefordert, die Befürchtungen der Gegner ernst zu nehmen und alles zu unternehmen, damit der neue Ortsteil gut integriert wird. Beispielsweise müssen die Ängste bezüglich Feuerwehr abgebaut werden und vor allem braucht es zwingend eine akzeptable öV-Verbindung zwischen Schinznach-Bad, Brugg und Lauffohr, um den Schülern aus Schinznach-Bad den Schulweg zu erleichtern.

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