Regionales Zivilstandsamt Brugg
Fusioniertes Zivilstandsamt: Heiratswillige müssen neu im Kornhaus antraben

Das Regionale Zivilstandsamt wird zusammengelegt. Die grössere Organisation an einem Standort, dem Kornhaus in Brugg, bringt Vorteile für die Zivilstandsbeamtinnen. Der Standort der Traulokale ändert sich dagegen nicht.

Michael Hunziker
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Sandra Knus, die Leiterin des Regionalen Zivilstandsamts Brugg, im Archiv im Kornhaus. mhu

Sandra Knus, die Leiterin des Regionalen Zivilstandsamts Brugg, im Archiv im Kornhaus. mhu

Die Zivilstandskreise Brugg, Birr und Schinznach-Dorf werden zusammengelegt. Anders gesagt: Für den Bezirk steht ab kommenden Jahr nur noch ein Regionales Zivilstandsamt – im Kornhaus in Brugg – zur Verfügung.

Nächste Woche treffen die Dokumente aus Birr ein. Die Bücher ab Jahrgang 1929 kommen ins Archiv im Kornhaus, die älteren Unterlagen werden im Stadtarchiv untergebracht. Sandra Knus, die Leiterin des Regionalen Zivilstandsamts Brugg, geht davon, dass die Übernahme genauso reibungslos klappt wie Anfang 2013 bei Schinznach-Dorf (separater Text). «Alles hat sich gut eingespielt.» Die Bevölkerung scheine ebenfalls zufrieden, negative Rückmeldungen habe sie keine erhalten.

Mehr Effizienz Die Daten sind elektronisch erfasst

Auf den Zivilstandsämtern ist das elektronische Personenstandsregister in Betrieb, die Rückerfassung der alten Daten der Familienregister abgeschlossen. Weil die Effizienz also gesteigert, der Personalbedarf reduziert werden kann, haben die Gemeinderäte der Zivilstandskreise Birr, Brugg und Schinznach- Dorf beschlossen, sich zum Zivilstandskreis Brugg zusammenzuschliessen. Bereits seit Anfang 2013 nimmt das Regionale Zivilstandsamt Brugg - im Mandatsverhältnis - die Aufgaben des Regionalen Zivilstandsamts Schinznach-Dorf wahr.

Das Zivilstandsamt beurkundet Zivilstandstatsachen, die eine Person unmittelbar betreffen wie Geburt, Anerkennung, Heirat, Tod sowie die personen- und familienrechtliche Stellung einer Person (Name, Geschlecht, Alter, Zivilstand, Bürgerrecht, Familienstand usw.). Zu den wichtigsten Aufgaben zählen die Ehevorbereitungen, die Vorverfahren für eingetragene Partnerschaften, die Durchführung von Trauungen und Beurkundungen von Partnerschaften sowie die Führung und Aktualisierung des Personenregisters (früher Familienregister). (az)

Besuch ist Pflicht

Apropos Bevölkerung: Von der Änderung betroffen sind in erster Linie die Heiratswilligen. Sie werden in Zukunft den Weg ins zentral gelegene Kornhaus in Kauf nehmen, denn: «Für das Ehevorbereitungsverfahren oder das Vorverfahren für eingetragene Partnerschaften muss ein Termin auf dem Zivilstandsamt vereinbart werden», erklärt Sandra Knus.

An den Standorten der Traulokale – bisher waren es drei in Brugg, durch den Zusammenschluss kommen fünf weitere dazu – wird nicht gerüttelt. Sie werden übernommen, samt den bereits geltenden Vereinbarungen. Für 2014 rechnet Sandra Knus mit rund 200 Trauungen. Sie erwartet, dass als Traulokal weiterhin das Heimatmuseum in Brugg stark gefragt sein wird. «Diese Räumlichkeiten gefallen sehr vielen Leuten.» Aber: «Die Hochzeitspaare haben selbstverständlich nach wie vor die freie Wahl.» Für die Zivilstandsbeamtinnen werde es darum gehen, gerade bei den Trauungen ausserhalb der Stadt, Erfahrungen zu sammeln und – falls nötig – die Abläufe anzupassen.

Ein Termin auf dem Zivilstandsamt muss ebenfalls vereinbart werden bei Vaterschafts-Anerkennungen oder Namensänderungen. «Ansonsten wird heute vieles per Telefon oder E-Mail erledigt, ein persönlicher Kontakt ist oft gar nicht mehr nötig», sagt Sandra Knus.

Das sind die Traulokale

Zwischen folgenden Traulokalen kann in Brugg ausgewählt werden: Stadthaus; Heimatmuseum; Rathaussaal. Ab 2014 sind auch Trauungen in den auswärtigen Traulokalen möglich: Restaurant Schloss Habsburg; Restaurant Müli in Mülligen; Hof Kasteln in Oberflachs; Spycher-Stöckli in Lupfig; Gewölbekeller in Birr. (az)

Vorteile bei der Organisation

Für die Bevölkerung hat der Zusammenschluss also nur beschränkt Auswirkungen. Für das Zivilstandsamt und seine Angestellten dagegen habe er durchaus Vorteile, vor allem im organisatorischen Bereich: «Die Stellvertretungen können viel besser geregelt werden», macht die Leiterin klar. Bei Abwesenheiten – Ferien oder Krankheit – sei es früher immer wieder zu Engpässen gekommen.

Überdies könnten im grösseren Zivilstandsamt – die Rede ist von insgesamt 240 Stellenprozenten – auch die Öffnungszeiten ausgebaut werden. Die Ansprechpersonen und Abläufe bleiben indes die gleichen. Nicht zuletzt wird laut Sandra Knus die Kosteneffizienz gesteigert, der Abgeltungsbetrag pro Einwohner auf voraussichtlich 3 Franken gesenkt. Heute beträgt er zwischen Fr. 4.60 und Fr. 7.50.

Die Leiterin ist überzeugt, dass durch den Zusammenschluss sowohl der Standort Brugg als auch die Arbeit der Zivilstandsbeamtinnen aufgewertet wird. Sie freut sich jedenfalls auf die kommenden Herausforderungen, auf den Kontakt zu Bevölkerung und Verwaltung.

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