Brugg/Schinznach-Bad
Fusion von Brugg und Schinznach-Bad: Die SP vermisst eine Strategie

Eine Fusion der beiden Gemeinden Brugg und Schinznach-Bad macht aus Sicht der SP Bezirk Brugg wenig Sinn. Nach Meinung der Partei müssten andere Möglichkeiten geprüft werden.

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Für die SP ist die geplante Fusion nicht das richtige Projekt zum richtigen Zeitpunkt.

Für die SP ist die geplante Fusion nicht das richtige Projekt zum richtigen Zeitpunkt.

Alex Spichale

Die SP Bezirk Brugg sieht den geplanten Zusammenschluss von Brugg und Schinznach-Bad mit kritischen Augen. Die Fraktion im Brugger Einwohnerrat lehnt einen Projektierungskredit ab. Auch wenn die Partei den Gemeindefusionen gegenüber sonst prinzipiell positiv eingestellt sei: «In diesem Fall ist die SP aber sehr skeptisch, ob dieses Vorhaben das richtige Projekt zur richtigen Zeit ist», wird in einer Medienmitteilung ausgeführt.

Nach Ansicht der SP müsste der Perimeter unbedingt erweitert werden – «zumindest um die Gemeinden Windisch, Hausen und Habsburg, allenfalls weitere wie Mülligen». Auf diese Weise würde der Zusammenschluss von Brugg und Schinznach-Bad – «rein geografisch» – mehr Sinn ergeben. «Auch touristisch würde so das neue, denkbare Gemeindegebilde zu einem attraktiven Standort mit Vermarktungspotenzial», hält die Partei fest und nennt die Stichworte Königsfelden, Vindonissa, Habsburg, Golfplatz, Hotellerie und Bäder. Kombiniert mit der Brugger Altstadt sowie den attraktiven Naherholungsgebieten rund ums Wasserschloss ergäbe dies ein ansprechendes Gesamtpaket, ist die SP überzeugt.

Für ein stärkeres Zentrum

Erstrebenswert wäre, fährt die SP fort, eine Stärkung des Zentrums und damit eine bessere Verteilung der Zentrumsaufgaben. «Dies wird mit einer alleinigen Fusion zwischen Brugg und Schinznach-Bad aber nicht erreicht.» Im Gegenteil: Die Infrastrukturkosten in Brugg dürften tendenziell eher steigen, das Synergiepotenzial bleibe bescheiden, ist sich die Partei sicher. Selbst bei den Schulen mache eine Zusammenlegung aufgrund der Distanzen wenig Sinn.

Die Diskussionen im Rahmen des Räumlichen Entwicklungsleitbilds (RELB) und der neuen Bau- und Nutzungsordnungen (BNO) in Brugg und Windisch haben laut SP zwar aufgezeigt, «dass es sinnvoll ist, über die Grenzen hinweg im Zentrum gemeinsam zu planen». Dies sei allerdings, fährt die Partei fort, mit zwei Regierungen und zwei Verwaltungen unnötig aufwendig und komplex.

SP wartet auf Zukunftsworkshop

Kurz: Die SP erwartet, dass mit den umliegenden Gemeinden der Zukunftsworkshop durchgeführt wird. Dieser sei vom Stadtrat Brugg schon mehrfach angekündigt worden und sei konkret anzugehen – wie in den Leitsätzen für 2015–18 vorgesehen. «Zurzeit hat man den Eindruck, dass man gegenseitig aufeinander wartet, damit jemand den ersten Schritt unternimmt. Das ist keine Strategie», stellt die Partei fest. Oder anders ausgedrückt: «Die Initiative von Schinznach-Bad darf nun nicht als Vorwand verwendet werden, um weitere strategische Optionen auf die lange Bank zu schieben.»

Beim Thema Fusionen will die Partei selber aktiv werden, wobei die Details noch nicht bekannt seien, sagt Co-Präsident Heini Kalt auf Nachfrage. Das Thema sei dringlich und deshalb traktandiert für die Vorstandssitzung in der kommenden Woche. «Windisch und Brugg sollten sich gemeinsam mit weiteren Gemeinden an einen Tisch setzen und die Zukunft der Region weitsichtig planen.» (mhu)

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