Am 4. März sagte das Stimmvolk von Schinznach-Bad und Brugg Ja zur Fusion der beiden Gemeinden per 1. Januar 2020. Dieser Zusammenschluss hat allerdings auch Folgen für Drittgemeinden. So zum Beispiel für die Schenkenbergertaler Gemeinden, die gemeinsam mit Schinznach-Bad die Kreisschule Oberstufe Schenkenbergertal betreiben.

Mit der Fusion mit Brugg fallen die Schüler aus Schinznach-Bad an dieser Schule weg. Ein Problem ist das hauptsächlich für die Bezirksschule, die seit Jahren zu wenig Schüler hat. Es ist auch ein Problem für die Schenkenbergertaler Gemeinden, weshalb die Brugger Frau Stadtammann Barbara Horlacher noch am Tag der Abstimmung bekannt gab, dass mit der Kreisschule das Gespräch gesucht wird.

Ein erstes Zusammentreffen zwischen Vertretern von Brugg (Stadtrat Willi Däpp als Ressortvorsteher sowie Schulpflegepräsidentin Evelyn Ziegler und Gesamtschulleiter Peter Merz) und dem gesamten Vorstand der Kreisschule Oberstufe Schenkenbergertal sowie Vertretern der Schulpflege und der Schulleitung fand am 30. März statt. Der Vorstand der Kreisschule wird präsidiert von Ulrich Salm, der auch Gemeindeammann ist in Veltheim.

Grosse Erwartungen im Tal

Das Schenkenbergertal erhofft und erwartet viel von diesen Gesprächen. «Wir erwarten natürlich eine Lösung, dass die Schülerinnen und Schüler von Schinznach-Bad nach wie vor in die Kreisschule Schenkenbergertal kommen können, da aufgrund der heutigen rechtlichen Situation mit den Mindestzahlen an der Bezirksschule diese deutlich stärker gefährdet ist ohne die Schülerinnen und Schüler von Schinznach-Bad», sagt Ulrich Salm auf Nachfrage der AZ.

Und: «Wir erwarten von Brugg als Zentrum eine Unterstützung des ländlichen Raums und des Schenkenbergertals, wie es auch im Regionalen Entwicklungskonzept formuliert ist.»

Im Schenkenbergertal sei man sich bewusst, dass man mit den Schülerzahlen knapp ist, gehe aber davon aus, dass das Wachstum im Tal eine deutliche Verbesserung bringen wird. «Es ist uns auch bewusst, dass die Vorschläge zur künftigen Ressourcierung der Volksschule die Situation von kleineren Schulen zusätzlich erschweren», ergänzt Salm.

Infogram: Entwicklung Schülerzahlen Kreisschule Oberstufe Schenkenbergertal

Um es vorwegzunehmen: Eine Lösung hat dieses erste Gespräch nicht hervorgebracht. Der Brugger Stadtrat Willi Däpp sagt: «Es ist nicht richtig, dass die Schüler von Schinznach-Bad entscheidend für die Auflösung oder den Weiterbestand der Bezirksschule in Schinznach sind.»

Däpp gibt auch zu bedenken, dass mit dem Lehrplan 21 geplant ist, die neue Ressourcensteuerung einzuführen. Dabei werden nicht mehr Abteilungen ressourciert, sondern es gibt pro Schüler ein bestimmtes Ressourcenkontingent. Werden die Mindestschülerzahlen nicht erreicht, werden die zur Verfügung gestellten Ressourcen für die Abdeckung des Unterrichts nach Stundentafel nicht ausreichen. Eine Ausnahmeregelung sei auf der Primarstufe vorgesehen.

Zukunft abhängig von Entwicklung

Klar ist für Willi Däpp: «Die Zukunft der Bezirksschule Schinznach hängt unter anderem von der räumlichen Entwicklung des Schenkenbergertals und der Aufteilung der Schüler eines Jahrgangs auf die einzelnen Stufen ab.» Eine gemeinsame Kreisschule Brugg/Schenkenbergertal war übrigens an diesem ersten Gespräch kein Thema.

«Das Gespräch war eine erste Klärung der gegenseitigen Haltungen und der Fakten bezüglich Schülerzahlen und vorhandenem Schulraum, die Erwartung von konkreten Lösungen wäre wohl vermessen gewesen», sagt Ulrich Salm. «Ich bin zuversichtlich, dass wir in weiteren konstruktiven Gesprächen Lösungen finden werden.»

Mehr Klarheit in dieser Sache soll nun eine Arbeitsgruppe bringen. Sie wird mögliche Lösungen untersuchen. «Seitens der Stadt Brugg haben wir Bereitschaft signalisiert, in dieser Arbeitsgruppe mitzuwirken», sagt der Brugger Stadtrat Willi Däpp, «und unseren Beitrag im Rahmen unserer Möglichkeiten zu leisten.»