Effingen
Fürs Lager gekäst und Konfitüre eingemacht

Es herrscht Marktstimmung auf dem Areal des Schulheims: Zum traditionellen Tag der offenen Tür haben die Knaben, alle Mitarbeitenden und die Heimleitung ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt.

Irene Hung-König
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Die rasante Kistenfahrt gefällt dem Mädchen.

Die rasante Kistenfahrt gefällt dem Mädchen.

Es gibt einen Markt, ein grosses Spielangebot, Reitrunden, Kistenfahren oder ein Quiz mit Fragen rund ums Schulheim. An den Marktständen überlegen sich Gäste, ob sie die selbst gemachten Nideltäfeli, Waffeln oder doch den Goldmelissensirup kaufen sollen.

Wenn alles zusammen eingepackt werden kann, freut das die Kinder: Die Einnahmen sind für ihr Lager bestimmt. «Wir bieten nicht irgendetwas an, sondern schauen, was sich letztes Mal gut verkauft hat», sagt Heimleiter Hans Röthlisberger. Ohne Leistung gäbe es kein Lager. «Die Kinder wissen das und es ist gut so.»

Auch die farbigen mit Scherenschnitten verzierten Windlichter, Traumfänger oder Portemonnaies aus Tetra-Pak finden ihre Abnehmer.

Einen Stand weiter werden Bienen vom Riederer Alpkäse und der Trockenwurst weggescheucht: Nicht nur die kleinen Tierchen werden von den gluschtigen Sachen angezogen.

Teemischungen, Sirup, Konfitüre oder Waffeln stammen auch aus dem Emmental, weil rund 47 Bauernfamilien mit dem Schulheim zusammenarbeiten. Das sind die sogenannten «Aussenstationen» der Knaben. Hier verbringen sie zum Teil ihre Wochenenden oder Ferien, die mit Arbeit und Freizeit klar strukturiert sind.

Es wird um Punkte gekämpft

Jannik, Jan und Nick stehen um den Tisch mit dem Spiel «Sjoelbak» herum. Nick ist an der Reihe und versucht, die Holzchips durch die mit Punktzahlen versehenen Löcher zu schieben.

Bei drei Durchgängen hat man die Möglichkeit, mit den insgesamt 30 Holzchips Punkte zu sammeln. Die Jungs brillieren mit 45 bis 55 Punkten. Die Frage nach der richtigen Technik wird kurz und klar beantwortet: «Einfach zielen.»

Mittlerweile führt Heimleiter Hans Röthlisberger rund zehn Leute durch die Gruppenhäuser. «Schön grosse Zimmer», bemerken einige der Besucher. Einzelzimmer seien heute Standard, sagt der Heimleiter.

Deswegen würden auch zwei neue Gruppenhäuser gebaut. Zwei Aufenthaltsräume mit einem grossen Tisch sind zu sehen und ein TV-Zimmer.

«Es ist ein familienähnliches Leben hier, aber kein Familienersatz, sonst bräuchte es uns nicht», sagt Röthlisberger.

In der Küche bereiten Köche zwei verschiedene Menüs zu. Einmal in der Woche kochen die Schüler selbst, dann gibt es aber nur ein Menü.

Unter den Gästen ist auch ein ehemaliger Schüler des Schulheims Effingen.

Der Mann erzählt, wie sie anfangs der Fünfzigerjahre zu sechst in einem Zimmer gewohnt haben. Zu essen gegeben habe es Haferbrei, Brot, Kakao oder Kaffee, erzählt der Mann.

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