Veltheim
Fürs grosse Jubiläum: Findling findet nach 150’000 Jahren letzte Ruhestätte

Vor mindestens 150’000 Jahren hatte er sich im Unterwallis sozusagen aufgemacht, der zwischen 50 und 65 Tonnen schwere Findling. Jetzt hat er beim neuen Begegnungsplatz seine Ruhestätte gefunden.

Louis Probst
Merken
Drucken
Teilen
Gewichtige Fuhre
13 Bilder
Kinder erwarten den Findling
Gemeindeammann Salm bei seiner Ansprache
Der Stein kommt
Der Stein rückt an
Vorbereitungen
Vorbereitung
Der Findling hängt am Seil
Der Findling schwebt ein
der Findling wird abgesenkt
Der Findling wird zurechtgedreht (3)
Der Findling steht an seinem Platz (2)
Findling findet in Veltheim nach 150'000 Jahren seine letzte Ruhe

Gewichtige Fuhre

Louis Probst

«. . . fünf, vier, drei, zwei, eins», skandieren die Schulkinder und langsam senkt sich der gewaltige Findling – an dicken Stahltrossen sicher gehalten vom mächtigen Pneukran – auf seinen Platz ab.

Nicht irgendeinen Platz. Auf den neuen Begegnungsplatz im Vorerli, den sich die Gemeinde Veltheim zum 750-Jahr-Jubiläum leistet. Zudem befindet sich dieser Begegnungsplatz, wie Gemeindeammann Ulrich Salm in seiner Ansprache feststellt, im geografischen Schwer- oder Mittelpunkt der Gemeinde.

«Zeuge der Unvergänglichkeit»

«Der imposante Findling ist ein Zeuge der Unvergänglichkeit», sagt Ulrich Salm. «Es ist toll, dass er jetzt beim Begegnungsplatz aufgestellt werden kann. Auch das Jubiläumsjahr mit seinen verschiedenen Anlässen steht im Zeichen der Begegnung von Jung und Alt.»

Dass der Findling habe hierherkommen können, habe Vorbereitungen, aber auch Leute und Maschinen erfordert, erklärt Gemeindeammann Ulrich Salm. So wurde, damit der insgesamt rund 100 Tonnen schwere Transport die letzten paar hundert Meter überhaupt zurücklegen konnte, die Erlistrasse durch das Militär verstärkt und verbreitert.

Nach dem Transport wird die Strasse übrigens wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt. Und für die Bewegung des Findlings gelangte, so Daniel Lüscher von der Senn AG, ein Pneukran der 300-Tonnen-Klasse zum Einsatz, der mit den nötigen Gegengewichten rund 150 Tonnen wog.

Begonnen hatte die Reise des Findlings, so Hans Burger ,Fachspezialist für Erdwissenschaften bei der Abteilung Umwelt des Kantons, im Unterwallis, in der Gegend von Martigny.

«Wichtiges Naturdenkmal»

Auf dem Rücken eines Gletschers war der Findling aus granitähnlichem Rhyolith nach Veltheim getragen worden. Dort, im Gebiet des Steinbruchs Unteregg der Jura-Cement-Fabriken AG, blieb er mindestens 150’000 Jahre lang liegen, bis er vor wenigen Jahren zutage gefördert wurde – mitsamt einem Mammutzahn und Mammutknochen. Der Mammutzahn befindet sich gegenwärtig in der Universität Bern.

Eigentlich sollte der Findling gesprengt werden. Hans Burger setzte sich aber für den Erhalt des «Erratikers» ein – «eines wichtigen Naturdenkmals des Aaretals», wie er betont.

Der Begegnungsplatz werde jetzt noch mit einer Feuerstelle, mit Sitzgelegenheiten, einem Steintisch und einem Brunnen sozusagen möbliert, sagt Rolf Trautmann vom Gartenbau-Unternehmen Trautmann. Die offizielle Einweihungsfeier des Platzes wird im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten am 1. August stattfinden.